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Basilika.
des Cultus erwachsende Raumvertheilungbereits in den sog. Katakombenkirchen (denzu gottesdienstlichen Zwecken dienendengrösseren Cubicula) sich finde, und dassweiter die von Marchi und de Rossi aufge-deckten, über der Erde gebauten Coeme-terialbasiliken einfache Doppelquadrate mitdreifacher absidaler Ausbeugung das Schemader unterirdischen Kirchen wiederholten undeinen Uebergang zu den Basiliken darzu-stellen scheinen. Endlich griff J. P. Richter(Der Urspr. d. abendländ. Kirchengebäude ,nach neuen Entdeckungen kritisch erläutert,Wien 1878) ebenfalls, aber in anderer Weise,auf die Katakomben zurück, indem er derAnsicht ist, man habe in der christlichenB. des 4. Jahrh. das Hemicyclium der Ora-torien in der Campagna und die Dispositio-nen des Arcosoliums ins Riesenhafte über-tragen und den auf gleiche Proportionengesteigerten Saalbau der älteren Gemeinde-häuser damit in Verbindung gebracht.
Nach dieser Uebersicht der Litteratur un-serer Frage können wir zur Besprechungdieser selbst übergehen. Eine erneute Un-tersuchung des gesammten einschlägigenQuellenmaterials und die Prüfung der bis-her vorgelegten Hypothesen führt mich zurAufstellung nachstehender Sätze: .
1) Die christliche Gemeinde hatte'von Anfang an eigene gottesdienst-liche Räume. Zwar vergingen Jahre undselbst Jahrzehnte seit der Stiftung der Kirche,ehe sich die Christen vollständig im bürger-lichen und religiösen Leben von den Judentrennten. Man ging vor wie nach noch inden Tempel zu Jerusalem beten (Luc. 24,53; Apg. 2, 46), hielt selbst Anfangs dievorgeschriebenen Gebetsstunden ein (Apg.3, 1): die Apostel predigten vornehmlichin der Halle Salomons (eb. 3, 11; 5, 12)und wandten sich auf ihren Bekehrungs-reisen zunächst an ihre Stammesgenossen inden Synagogen. Gleichwol musste von vorn-herein sich zugleich das Bedürfniss eigenerLocale einstellen, zu welchen nur die Be-kenner des Evangeliums Zutritt hatten.Man brauchte einen Raum für jenen ,Opfer-altar, von dem diejenigen nicht essen durf-ten, welche dem Zelte dienten 1 (Ilebr. 13,10).Der vollständige Riss zwischen der Gemeindeund der Synagoge im letzten Viertel des1. Jahrh. trennte Juden und Christen auchfür alle anderen Gebetsübungon. Wo fan-den diese, wo fand das Opfer statt?
2) Als gottesdienstliche Räumedienten den Christen in der vor-constantinischen Zeit nachweisbardie Oeci, die Prachtsäle des römi-schen Hauses, und speziell die Ba-silika des römischen Privatpalastes.Messmers ausgezeichnete (IL) Schrift hatdiesen Satz in unwiderleglicher Weise be-
wiesen. Die Apostel kamen nach der Him-melfahrt des Herrn in dem,obern Speisesaale 4zusammen (Apg. 1, 13; 2, 1. 42. 46). Sieversammelten sich, um das Brod zu brechenzax oTxov (2, 46), von Haus zu Haus. Eben-so ausserhalb Jerusalems (Apg. 20, 9). InEphesus wird das Haus Aquila’s und Pris-cilla’s als Ort der Zusammenkunft erwähnt(I Kor. 16, 9). In Rom bezeichnet dieTradition die Häuser des Senators Pudens,der hl. Caecilia, der Matronen Eutropia,Lucina, Anastasia, dann dasjenige Aquila’sund Priscilla’s (Röm. 16, 5; s. d. A. Pu-dens und Prisca) als Orte der Ecclesia.Der Märtyrer lustinus drückt sich in seinemVerhör auf die Frage des Präfecten: quemin Iocum Christiani convenirent, also vor-sichtig aus: eo unumquemque convenire quovellet ac posset. An, inquit, existimas om-nes nos in eumdem locum convenire solitos ?Minime res ita se habet, quoniam Chri-stianorum Deus loco non circumscribitur,sed, cum invisibilis sit, caelum et terramimplet atque ubique a fidelibus adoratur eteius gloria collaudatur. Tune praefectus:age, inquit, dicas, quem in locum conve-niatis et discipulos tuos congregos. Respon-dit lustinus: ego prope domum Martinicuiusdam, ad balneum cognomonto Timio-tinum hactenus mansi. Veni autem in ur-bem Romam socundo neque aliuin quem-piam locum, nisi quem dixi, cognosco. Acsi quis ad me venire voluit, communicavicum illo veritatis doctrinam. So auswei-chend diese Antwort ist, lässt sie erkennen,dass um jene Zeit mehrere Häuser denZusammenkünften der Christen dienten. Dasvon lustin erwähnte Bad hat man in Be-ziehung zu Timotheus , dem Sohne des Pu-dens, gebracht (s. d. A. Pudens). Einesolche Zusammenkunft beschreibt uns inseiner höhnischen Weise der Verfasser desDialogs Philopatris, welchen der Zufall ineinen Betsaal führte: ,er stieg in einemihm unbekannten Hause eine Treppe hin-auf und trat in ein Zimmer mit Täfelwerk,wie das Haus des Menelaos bei Homer .Doch habe er keine Helena drinnen gefun-den, sondern bloss abgehärmte Gestalten,die auf den Knieen lagen. 4 Der Haupt-gottesdienst mit Feier des hl. Opfers hatzweifelsohne auch vielfach im 4. und 5. Jahrh.noch stattgofünden: ,domos I)ei, 4 sagt dasConcil. Gangrmse (a. 328), honoramus etconventus qui in his fiunt, tamquam san-ctos et utiles suscipimus, pietatem in pri-vatis domibus non claudentos, 4 wogegenallerdings das Conc. Laodic. (a. 32()) dieDarbringung des Opfers durch Bischöfe undPriester in den Häusern der Gläubigennicht mehr für passend erachtete. SolchePrivatoratorien, über welche de RosstBull. 1876, 38 f. zu vergleichen ist, schei-