Band 
Erster Band. A - H.
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Basilika.

führen zu wollen — ein Versuch, den ichfür ganz verunglückt halte, da ein einzel-nes Bauglied nicht die Entscheidung überdie Entwicklung der gesammten Anlagegeben kann. Völlig unhaltbar ist es, wennRichter das Transept geradezu als dasins Riesenhafte übertragene Arcosolium an-sieht. Zunächst ist das Transept kein in-tegrirender Theil der B., — woran alleindie ganze Aufstellung Richters scheitert.Dann aber fragt m an sich, wie es Richterentgehen konnte, dass das Arcosoliengrabder Katakomben bei der sub dio gebautenB. sofort sein Surrogat erhielt in dem Ci-borium und dessen Altar, dessen Stelle, bei-läufig gesagt, in der Regel in der Apsis, nichtim Transept war. Eine Wechselbeziehungist da; aber sie liegt einfach darin, dass,während in den Katakomben der Sarg in diezu einer rundbogigen oder viereckigen Nischeausgehöhlten Wand gestellt wurde, er nun

an den beiden Basiliken in H i d r a , derenGrundriss G. Wilmanns aufnahm und mirzur Veröffentlichung überliess, d. h. alsoungefähr gerade bei denjenigen Bauten,welche für unsern Zweck vor Allem in Be-tracht kommen.

in. Die Bauformen und die ver-schiedenen Theile der B. Für dieKenntniss der Gestalt der B. kann ich denuns erhaltenen alten Abbildungen von Ba-siliken nur einen sehr relativen Werth zu-schreiben, da ja durchaus fraglich ist, inwie-weit dieselben der Wirklichkeit entsprachen,und andererseits bekannt ist, dass das Alter-thum in dieser Hinsicht meist sehr frei ver-fuhr. Ich will dieselben indessen doch hier zu-sammenstellen; es sind: 1) die Schmalseiteneines ehedem in S. Andrea della Valle, jetztim Lateran befindlichen Sarkophages ausdem 4. Jahrh. (abgeb. bei Bosio 87; siehenebenstehende Fig. 56, welche die eine be-

Fig. 56. Sarkophag-Relief (Lateran, nach Bosio).

in der B. unter den Fussboden, in die Kryptawandert, und das Opfer, welches früher aufdem Sarkophagdeckel dargebracht wurde,nunmehr auf dem über den Reliquien desMärtyrers aufgebauten, von einem freistehen-den Baldachin überdachten Altäre gefeiertwird. Alle anderen Wechselbeziehungen sindkünstlich hineingetragen. Herrn Richter selbstist es nicht entgangen, dass gerade zweider berühmtesten Martyrkirchen Roms, S.Agnese und S. Lorenzo, beide fuori le mura ,des Transeptes entbehren, obwol die Reli-quien der *betr. Märtyrer hier verehrt wur-den; die Ausrede, dass hier der Raum füreine Querhausanlage gefehlt habe, wirdschwerlich bei irgend Jemanden verfangen.Ebenso fehlt das Transept an der neuent-deckten grossem B. von S. S v m p h o r o s aund nicht minder an derjenigen der hl. Ge-nerosa (s. u.) und an der B. der hl. Pe-tronilla (de Rossi Bull. 1874, Taf. TV;Kraus R. S. 2. A. S. 83, Fig. 12), wie auch

deutemlere Schmalseite wiedergiebt). Mansieht hier mehrere Basiliken mit ihren An-bauten, Baptisterien u. s. f. dargestellt, ohnedass uns ein klares Bild gegeben wird. Diehier wiodergegebeno Abbildung zeigt in demHauptbau eineu mit Vela verhängten Ein-gang, Concha, kleine Fenster mit Transen-nae; der vor der B. stehende niedrigere Baukönnte ein Secretarium oder ein Xenodo-chium, der vor dem Eingang stehende Rund-bau ein Baptisterium sein. 2) Eine Bronze-lampe in Gestalt einer kleinen B., in Africagefunden und im Besitz eines lim. Reif/ne-Delacourt. Die Abbildung (bei de RossiBull. 1860, 15, 1—2) zeigt ein kleines ein-schiffiges Gebäude mit Giebeldach, aber stattder Umfassungsmauern rundbogige Säulen-arcaden. Ueber den Arcadcn zieht sich einSims hin, auf welchem vier den Dachsimstragende Pilaster stehen. Die die lnter-columnien füllende Oberwand ist mit jeneun kleinen Fenstern durchbohrt, ein Um-