Band 
Erster Band. A - H.
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Basilika.

und nennt als Beispiele die B. S. Lorenzof. 1. m. und die Paulinische B. zu Tyrus ( Eus . H. e. X 4). Indessen entbehrte ehe-mals die B. S. Lorenzo keineswegs der spä-ter erst abgeräumten Apside, und Eusebius’Beschreibung der Kirche zu Tyrus schliessteine solche durchaus nicht aus. Der Domvon Trier hatte zwar, wie wir im Gegensätzezu der frühem Angabe jetzt durch v. Wil-mowsky wissen, keinen Ausbau, aber da ervermuthlich ursprünglich kein kirchlicher Baugewesen, kann man sich nicht auf ihn berufen.Es ist also nicht nachgewiesen, dass es Basi-liken ohne Apsis gab. Als erste Klassestelle ich daher das einschiffige Oblongummit Apsis, ohne Säulenstellung im Innern,hin, ein sehr selten vorkommendes Schema(Babouda, de Vogue pl. 67); als zweitedie dreischiffige B. ohne Querhaus (hl. Grab-kirche Constantins zu Jerusalem , S. Agnese,S. Clemente in Rom ); als dritte die drei-schiffige B. mit Querschiff (s. oben); alsvierte die B. ohne Atrium, mit Yorhalleoder Loggia unmittelbar vor dem Eingänge(S. Maria Maggiore, S. Maria in Trastevere ,ursprünglich so angelegt; bei anderen wurdedas Atrium erst später entfernt, so in S.Agnese, S. Maria in Domenica, Basilica Ses-soriana). Als eine fünfte Klasse könnteman mit Zestermann die sog. byzantini-schen Basiliken ansehen, Basiliken mitdrei Apsiden, ohne Querschiff, aber mitNarthex im Innern des Baues. Der Nameist jedoch jedenfalls ungenau gewählt.

Eine zweite ganz eigenthümliche Gruppeist diejenige der von de Vogue (Syrie centrale,Par. 1865) in Centralsyrien im Liba-non entdeckten Denkmäler (4. bis 7. Jahrh.)— ein christliches Pompeji , das beim Her-annahen der Saracenen im 7. Jahrh. ver-lassen wurde. Es hat sich hier eine Reihevon Städten und Dörfern mit bürgerlichenund kirchlichen Bauten, Kirchen und Klö-stern erhalten, von denen die südliche Gruppeim Ilaüran (Auranitis, Batanea, Trachonitis,Ituraea) am interessantesten, die nördliche(Gegend von Antiochien, Apamea, Aleppo )am reichsten und besten erhalten ist. DieseDenkmäler zeigen den auch der syrischen Theologenschule eigenen Hang zum Ratio-nellen, Empirischen . Das Charakteristischederselben lässt sich, soweit es unsern Ge-genstand berührt, in folgenden Punktenzusammenfassen: a) die Capitellbildung er-innert nur mehr entfernt an die Antike;es finden sich wie vom Wind bewegte Kelch-formen, ähnlich denen des MA.s (Dom zuSalerno ); b) Pilaster zur Ausbildung derEcken und Stirnseiten; c) die Apsis erhälthäufig eine Pilasterumfassung — ein erst inder romanischen Architektur des 12. Jahrh.wiederkehrendes Motiv; d) die Bogen wer-den mit ornamentirten Gesimsbändern um-

rahmt; e) die Formen zeichnen sich durchDerbheit und Massenhaftigkeit, die Profiledurch Stumpfheit aus, wie solches der blosseSteinbau bei dem Mangel des Holzes be-dingt; f) als Hauptornament begegnet mandem Akanthus und der Weinranke mit sym-bolisch-christlicher Bedeutung (MonogrammChristi, Vasen mit Pfauen, wie in Ravenna );g) das Ornament entbehrt der geometrischenCombinationen; h) die äussere Erscheinungder Bauwerke ist würdig, ruhig; man liebtwirksame Westfacaden mit im Bogen ge-öffneter Vorhalle, darüber Säulenloggien;Thüre und Fenster haben geraden Sturz oderauch Rundbogen; i) es zeigt sich Abnei-gung gegen das Heraustreten der Apsis,daher häufig Ummantelung derselben, oderim Gegentheile völlige Entwicklung der-selben, wie in der romanischen Kunst des12. Jahrh., mit Verwendung der oberenSäulen als Stützen der Kragsteine.

Eine dritte für die Entwicklung derchristlichen Architektur hochwichtige Gruppeist die von Ravenna , wo sich die Bauge-schichte wesentlich an den Namen der GallaPlacidia, Theodosius’ Tochter und Ge-mahlin des Athaulph, dann des Constantius(425), des Ostgothenkönigs Theoderich(493—526), des lulianusArgentarius(Schatzmeister der ravennatischen Kirche ?),dann an denjenigen lustinians d. Gr.knüpft. Man hat in den Bauwerken derZeit des Theoderich schon Spuren des ger-manischen Geistes, namentlich im Ornament,finden wollen; gewiss mit Unrecht, da sichdie dafür angeführten Formen wol auchanderwärts belegen und herleiten lassen,andererseits der germanische Geist hier wieallenthalben in jener Zeit sich einfach derVorgefundenen Kunstformen bediente, ohnezunächst Selbständiges zu produciren. DieKünstler, die für Theoderich arbeiteten,waren gewiss keine Germanen. Dabei kannman zugeben, dass in mancher Hinsicht dieravennatischen Bauten dem MA. näher ste-hen als dem Alterthum. Charakteristischist ihnen Folgendes: a) die Verbindungder Säulen nicht durch Architrave, sonderndurch Rundbogen; b) die Einführung desKämpfers, der als ein eigenes Glied zwi-schen Capitell und Bogenansatz tritt, umeine weitere Oeffnung der Arcaden zu er-möglichen; c) Belebung der Wandflächedurch aus Ziegelpfeilern gebildete, die Fen-ster umschliessende Bogen; d) überhauptstärkere Betonung des Aussenbaues, wiedies sich z. B. auch in den grösser ange-legten Fenstern zeigt; e) endlich das wich-tigste hier hinzutretende Element sind dieThür me, welche erst gegen Ausgang un-serer Periode auftreten. In Rom wird erstim 8. Jahrh. (770) eines Glockenthurmesbei S. Peter gedacht ( Anastas. Vit. Steph.