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Erster Band. A - H.
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Centralbauten.

Kuppelbau, den das Römerthum überlieferthat. Um die Zeit Diocletians ging mannoch einen Schritt weiter, indem man nunauch grössere rechtwinklige Räume ver-mittelst des Kreuzgewölbes zu bedecken undandererseits die Kuppelwölbung durch künst-liche Zubereitung leichten Materials zu för-dern lernte (Schnaase in Liitzows Zeitschr.f. bild. K. ril 141). Die Art der erwähn-ten Gliederung betreffend, so sehen wir imGrabmal der Helena (Canina Ricerche T.96), dass die kreisrunde Umfassungsmauerin der Höhe der Nischen mit einem Kranz-gesimse absetzt; darüber erhebt sich einzweiter Aufbau in Form eines Tambours,der unmittelbare Träger des Kuppelgewöl-bes. Er tritt bedeutend hinter die Fluchtdes Unterbaues zurück und ist nach aussenmit acht halbkreisförmigen Nischen ver-sehen, in denen sich jedesmal ein kleinesRundbogenfenster nach dem Innern öffnet.Bei anderen Kirchen (z. B. S. Georg zuThessalonich) steigen die Aussenmauern indrei Absätzen empor, die jedesmal mit einemkräftigen Ilorizontalgesims bekrönt sind.Diese Gliederung erbt sieb in den späterenRotunden fort. — Ueber die Constructionder Kuppel belehrt uns Hirt (Die Baukunstnach den Grundsätzen der Alten 171): vonden Umfassungsmauern steigen regelmässigeBacksteingurten in der Breite von mehrerenZiegellagen nach dem Scheitel empor. DerScheitel besteht entweder aus einer kreis-runden, von Backsteinen gewölbten Flächeoder aus einem massiven Ziegelringe. Dievon den Rippen umgrenzten Zwischenfeldcrwerden ausgefüllt durch Gusswerk von reich-lichem Mörtel und Bruchsteinen aus Tuff.Die Ziegelgurten aber bilden das eigent-liche Gerüste und Gerippe des Kuppelge- :wölbes. Dass auch die christliche Baukunst,dieser Constructionsweise sich bemächtigte, jzeigt die Kuppel von S. Costanza, die ge- jradezu eine Wiederholung von jener am'Tempel der Minerva Medien ist. Es kommenwol auch andere Gewölbeconstructionen vor, jaber wir sind über deren Details noch zuwenig unterrichtet (Bahn a. a. 0. 49).

Wenn nun auch feststeht, dass die christ-lichen Rundbauten bald ganz, bald theil-weise mit den römischen Monumenten über- .einstimmen, so steht andererseits auch eben-so fest, dass schon unter Constantin eineNeuerung und Umbildung der überliefertenGrundformen beginnt, so dass in dieser Zeit'die Anfänge des specifisch christlichen Cen-tralbaues zu erkennen sind. Das Systemdes überhöhten, selbständig beleuchtetenMittelraumes, wie es in der ältern Basilikazum Ausdruck gekommen war, überträgtman auf den Centralbau. Dadurch, dassman den Mittelraum mit niederen Abseitenumgab , entstand die runde oder p o 1 y-

gone Basilika, wenn dieser Ausdruckerlaubt ist, oder die gesäulte mehr-schiffige Rotunde. An diese Formknüpft sich die weitere Entwicklung derGewölbe-Architektur. Jetzt tritt die Noth-wendigkeit hervor, die Gewölbelast nichtmehr der ganzen Umfassungsmauer, sonderneinem innern Säulenkreise aufzulegen, siealso auf eine geringere Anzahl von Stützenzurückzuleiton. Bald zeigte sich aber, dassdie Säule als tragendes Glied für den Ge-wölbebau unzulänglich sei und an derenStelle der Pfeiler treten müsse. DiesenFortschritt sehen wir in S. Lorenzo zu Mai-land . Hier ruhen die Bogen, welche dasGewölbe stützen, auf Pfeilern, während dieSäulen als Träger der Exedren nur nocheine untergeordnete Rolle spielen, zum Theileine rein decorative Bedeutung erhalten.Mit dem Pfeiler war die Unterlage des Ge-wölbes von selbst eine polygone geworden,und auf dieser Grundlage musste auch dieGewölbeconstruction eine andere werden.Allein die achteckige Kuppel hat nicht dieWirkung wie die einfache halbkugeligeWölbung, und darum machte man schonfrühzeitig manche andere Versuche, welchealle darauf hinzielten, die Verbindung derreinen, ungebrochenen Kuppel mit demKirchenbau, und zwar wo möglich mit demrechtwinkligen Viereck besser herzustellen.

DIPPEL.

[Die Entwicklung, welche die Gewölbe-construction bei dem Centralbau genommen,ist in kurzen Zügen nachstehende. DerAusgang derselben — die reine Rotunde —sagte, wie hervorgehoben wurde, dem christ-lichen Cultus weniger zu, namentlich we-gen der fehlenden sichtbaren Beziehung desGemeindehauses zum Altar und des Man-gels jeder festen Abgrenzung für die ver-schiedenen Klassen der Gläubigen. Manwar daher schon frühzeitig von der Kreis-form zum Polygon übergegangen; hieraber stellte sich die Schwierigkeit ein, diekreisförmige Grundlage der Kuppel mit demPolygon zu verbinden. Zur Lösung dieserSchwierigkeit hatte man zunächst zwei Wegevor sich: a) die Umschreibung des Polygonsdurch einen weitern Kreis (11 ängokuppel),wofür der sog. Tempel der Minerva Medicazu Rom ein Vorbild gab; oder b) das sog.Kloster ge wölbe, die polygone Kuppel,deren Zwickelttächen gewissermassen dieFortsetzung der vertiealen Mauerwände bil-deten (S. Vitale in Ravenna ). Beide Sy-steme hatten ihre Missstände (vgl. SchnaaseIIT 150 f.); man griff daher zu neuen Lö-sungen; c) schon in den Bauwerken desHaiirän findet sich ein innerer Kreis insPolygon eingeschrieben, wozu dann in denbyzantinischen Anlagen dieser Richtung dieAusfüllung der Winkel durch Nischenge-