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Erster Band. A - H.
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Christen Verfolgungen.

kündigt. Für dieses sog. Yicennaledict be-ruft man sich gewöhnlich auf Eus. M. P.c. 2: ... Trjc dpytxfjc sucoaasTTjpi'do;, hu-azdcrfi xa-a vo|j.i£fj|j.EVT 1 v fiiopeav rniv sv toi?0£7|xoTc TtavTayj] ravtcuv iXeuhsptas avaxrjpu--/9siar ( c x. t. X. 'Wurde aber diese Viccnnal-Vergünstigung wirklich auch den reni-tenten Klerikern zugewandt ? Allerdingsheisst es Eus. 1. c., man hätte den Diaco-nus Romanus trotz der Yicennalien nichtentlassen, vielmehr im Kerker zu Tode ge-foltert, aber Eusebius fügt auch hinzu, je-ner Romanus sei allein von s iimmt-lichen im syrischen Antiochien Inhaftirten,unter denen sich gewiss auch viele Christenbefanden, im Gefängniss zurückgeblieben,und dann hatte Romanus den Zorn der Be-hörden durch unberechtigtes Yerhöhnen desheidnischen Gottesdienstes, sowie durch Drei-stigkeit im Verhör provoeirt; die Nichtent-lassung jenes Diaconus war also ein Aus-nah niefall. Mit dem Viccnnaledict hates demnach seine Richtigkeit; aber die heid-nische Verfolgungswuth holte das Versäumtebald nach; denn im zweiten Verfolgungs-jahre (304), spätestens also doch etwa imFrühling, erschien ein Edict, welches denOpferzwang für alle Christen in der ge-sammten römischen Welt verfügte (vgl. Eus.M. P. c. 3 mit Lact. c. 15). Dieses Blut-edict, welches jedenfalls, wie aus allenauthentischen Detailberichten erhellt, denGrundsatz aussprach, dass die Christendurch jedes Mittel zum Opfern ge-zwungen werden sollten, wurde in denReichsgebieten Diodetians, Maximians unddes Galerius im Ganzen mit furchtbarer Con-secpienz ausgeführt (vgl. z. B. das Galerius -sclie Toleranzedict von 311 ap. Lact. c. 34;Ens. II. e. VIII 17; Lact. c. 15, 16, 21;Eus. H. e. VIII 6—13 incl.; M. P. c. 1—3;Lact. Institt. V, c. 0, 11, 13; Sulp. Sev.Chron. IT, c. 32, Nr. 4—6). Mason undnach ihm Jlaniack (170) halten es für sehrwahrscheinlich, dass Dioeletian, in bewuss-tem passiven Widerstand gegen den zügel-losen Fanatismus des Galerius, sich an die-sem sog. vierten Edict nicht betheiligt habe.Nun kann man vielleicht zugeben, dassjenes unmenschliche Rescript t hat säch-lich nicht das Werk des Augustus ist;denn nach Lact. c. 17 war er fast währenddes ganzen Jahres 304 von schwerer Krank-heit heimgesucht, ja dem Tode nahe. Gleich-wol würde aber Dioeletian, daran ist nichtzu zweifeln, bei besserer Gesundheit auchseine Zustimmung zum härtesten aller Yer-tolgungsedicte gegeben haben. Seit er inFolge der Jnt-riguen des Galerius die Chri-sten für die Urheber des zweimaligen Pa-lastbrandes ansah, bebte er vor keiner Grau-samkeit gegen Christen mehr zurück. Mandenke nur an die entsetzlichen Folter- und

Ilenkerseenen zu Nicomedia, die Dioeletianpersönlich autorisirte und überwachte^(vgl. Lact. c. 14 |,sedebat ipse et imioeentes.igne torrebat 1 ], 15). Manche Statthalter,zumal im Orient, gingen sogar über ihregrausamen Instructionen hinaus und bewie-sen eine traurige Geschicklichkeit in Auf-findung raffinirtet Qualen; die Brutalitätsolcher Blutmenschen nahm weder auf Alter,,noch auf Geschlecht Rücksicht; sogar zarteKinder, Knaben wie Mädchen, wurden ge-martert (vgl. z. B. Eus. 11. e. VIII, c. 8, 9;M. P. c. 8; Ijact. Institt. V, c. 11, 13:nostri autem | ut de viris tacoam | pueri etmulierculae tortores suos taciti vincunt, etexprimere illis gemitum nec ignis potest).

' Doch gab es auch einzelne menschlich füh-lende Statthalter (vgl. z. B. Acta s. Felicisep. c. 5; Acta s. Philippi Ileracleensis [Rui-nart 440 ff., ed. Par. 1689, 442 ff. | c. 2—4,6, 7 und zumal c. 8). Es ist übrigens un-leugbar, dass der übel angebrachte Ueber-eifer vieler Christen damals häufig den Zornder heidnischen Behörden in völlig unnöthi-ger Weise provoeirt hat. Manche Gläubige-veranlasste eine ungestüme Sehnsucht nach,dem Martyrium, sich selbst zu denunciren(vgl. Ens. II. e. VIII, c. 9; M. P. c. 3); an-dere liessen sich sogar zu Ausbrüchen eines-wilden Fanatismus hinreissen, so Gordius,

| der im kappadocisehen Caesarea durch seine-ungestüme Selbstanklage ein Volksfest in.auffallender Weise unterbrach (vgl. iiasil..M. Hom. de Gord. c. 4 [Ruinart 533 ff.,ed. Par. 1689, 5671); so ferner Romanus rder im syrischen Antiochien den heidni-schen Gottesdienst störte (Ens. M. P. c. 2)^so auch Theodor von Amasea, der die Be-denkzeit, die ihm der betreffende Statt-halter eingeräumt, dazu missbrauchte, denTempel der phrygischen Göttermutter zuverbrennen (Gregor. Nyss. Hom. de Tlieod..Amas. c. 4 | liuinart 506 ff., ed. Par. 1689,5321); so endlich manche spanische Fana-tiker, die wogen völlig unberechtigter Zer-störung von Götzenbildern hingerichtot wur-den; diesen blinden Eiferern hat die Kirche,,und gewiss mit vollem Kocht, die Anerken-| muig als Märtyrer vorsogt (vgl. can. 60j der Synode von Elvira im südlichen Spanien i von 306; lief eie Conc.-Gesell. I, 2. A. 183:,si quis idolu fregerit et ibidem fuerit occi-! sus . . . placuit in numero eum non recipii martyrum'). Was die heidnische Be-völkerung betrifft, so lässt sich kein Aus-bruch des alten Fanatismus eonstatiren; sie! verhielt sich völlig indifferent; in Alexan-drien waren manche Heiden sogar in edlerSelbstverleugnung bereit, lieber Vermögen; und Freiheit zu verlieren, als solche Chri-sten, die in ihren Häusern ein Versteckgefunden, den Behörden zu verrathen (vgl-Athanas. Hist. Arien, ad monaehos § 64)-