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Christen Verfolgungen.
religiöse Pflicht des wahren ,Galiläers 1 ,zu leiden ( Socr. III 14). Mittelbaren An-lass zu grausamem Einschreiten gegen ein-zelne Christen gab den Behörden der Kai-ser selbst durch ein Gesetz, welches denChristen gebot, das Kirchengut, soweit esaus Geschenken Constantins und Constan-tius’ II bestand, auszuliefern und die unterjenen Regierungen zerstörten Tempel wie-der herzustellen oder doch die erforderlichenGeldmittel herzugeben; da die Christen Bei-des verweigerten, so wurden auf Befehlder Behörden zahlreiche Kleriker und Laieneingekerkert und gefoltert (Soz. V 5). Zu-weilen verstieg sich die Grausamkeit ein- izelner Statthalter sogar bis zu Hinrichtun- jgen; der brutalste Verfolger war Iuliansgleichnamiger Oheim, der als comes orien-tis u. A. im syrischen Antiochia den Pres-byter Theodorus wegen seiner Weigerung,zu opfern, zuerst martern und dann ent-haupten liess (Soz. Y 8). Abgesehen vondiesem Falle, gaben übrigens die orienta-lischen Christen — nur auf diese erstrecktesich im Wesentlichen die blutige Verfol-gung — durch Fanatismus Anlass genugzu derartigen Henkerscenen. Sogar nachIulians Regierungsantritt scheuten sich man-che christliche Eiferer nicht, die Gegenständeder heidnischen Gottesverehrung zu vernich-ten. Zu Merum in Phrygien zerstörten dieChristen Maoedonius, Theodulus und Tatia-nus des Nachts im dortigen Tempel alle Sta-tuen ; sie wurden dem Präses Amaehius vor-geführt, und auf ihre Weigerung, ihre ver- :wegene That durch Abfall zum Heidenthum 'zu sühnen, bei langsamem Feuer zu Tode Igemartert (vgl. Socr. III 15 mit Soz. Y 11).Zu Pessinus in Kappadocien hatten zweiChristen den Altar der grossen Göttermutterzertrümmert; dafür wurden sie zwar nichtmit dem Tode bestraft, aber immerhin grau-sam gefoltert (Greg. Naz. Orat. 4 in lulian.ap. Ruinart 598). Der Presbyter Basilius :von Ancyra, der auf Befehl des Präses von 'Galatien zu Tode gequält wurde, hatte denZorn des Beamten wenigstens durch un-vorsichtiges öffentliches Demonstriren pro-vocirt (Soz. V 11). Ruinart (595, § 2) undde Broglie beanstanden in keiner Weise dieEchtheit der Acta s. Basilii Ancvrani (beiRuinart 599—(i()3, ed. Par. 1(189, C>50 ff'.),ja der Letztere ist von der Authentie desfraglichen Doeumentes so sehr überzeugt,dass er sogar die c. 5 erzählten Ungeheuer-lichkeiten dem Leser als wahre Geschichtevorführt. Nach jener Stelle der Vita hat Iu-lian persönlich die grausamste Folterungdes Presbyters ungeordnet; noch mehr: zwi-schen dem Kaiser und dem Märtyrer trugsich eine ebenso unwahrscheinliche als überalle Begriffe ekelhafte Scene zu. De Broglieübersieht vollständig, dass die Acten durch
den authentischen Bericht des Sozome-nus (V 11), wonach lulian bei derExecutiondes Basilius gar nicht zugegen war,dieses Martyrium sogar wider Willendes Kaisers stattfand, ihr Correctiv erhalten.Nach Soz. V 7 geschahen auch die blutigenActe des comes Orient is Iulianus widerWillen des Imperators.
Mehr noch als durch die brutalen Aus-schreitungen einzelner Behörden hatten dieChristen in einigen Gegenden, in Aegyp-ten und zumal in Syrien , durch wilde Aus-brüche der Volkswuth zu leiden. Dass jetztabermals von einer Reaction der heidni-schen Massen die Rede ist, kann nicht auf-fallen. So lange das Mailänder Edict auchdem Heidenthum gegenüber gewissenhaftausgeführt wurde, waren keine Ausbrücheder Volkswuth zu befürchten; ein Umschwungtrat aber ein, seitdem unter Constantius dieZerstörungswuth christlicher Fanatiker denFortbestand des Polytheismus im Orientmehr und mehr in Frage stellte. Die Re-actionen der heidnischen Massen unter lu-lian waren eben nur Ausbrüche einer ver-zweifelnden , in ihrem religiösen Bewusst-sein muthwillig gekränkten Bevölkerung;sie waren denn auch im Wesentlichen nurgegen solche christliche Eiferer gerichtet,die entweder unter Constantius oder garnoch unter lulian selbst Tempel resp. Sta-tuen zertrümmert hatten und sich weiger-ten, entsprechend dem schon erwähnten Ge-setze des Kaisers, Schadenersatz zu leisten.In Alexandria wurde nebst zwei gleich-gesinnten kaiserlichen Beamten der aria-nische Bischof Georgius der Kappadocierdas Opfer der Volkswuth; ihn, dem dieHeiden keineswegs seine Gewaltthaten ge-gen den Cultus der Olympier allein vor-zuwerfen hatten, und der auch bei denKatholiken mit Grund verhasst war, trafübrigens nur die gerechte Vergeltung (vgl.Iulians Schreiben an die Alexandriner ap.Socr. III 3; Amm. Marc. XXII II; Soz.
V 7; Philostorg . II. e. [Photii excerpta, ed.II. Valesius\ VII, c. 2, 4). Zu Gaza imsüdwestlichen Palästina wurden die BrüderEusebius , Nostabus und Zeno, weil sie un-ter Constantius Tempel verwüstet hatten,zu Tode gemartert, ebenso der JünglingNestor (Soz. V 9; Theodor. III 7). ZuHeliopolis in Coolesyrien erlitten einige Non-nen und ein Götzenzerstörer Cyrillus einenmartervollen Tod; ähnliche Greuelseenenwurden zu Ascalon und zu Arethusa vomPöbel verübt; in letzterer Stadt wurde derhalbarianische Bischof Marcus wegen seinerWeigerung, einen von ihm unter Constan-tius zertrümmerten Tempel wieder herzu-stcllen, unter raftinirton Qualen zu Todegepeinigt (Greif. Naz. Or. 1 in Iul.; Soz.
V 10; Theod. III 7). Im kappaducischen