Christen Verfolgungen.
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Caesarea hatten einige Christen sogar nachConstantius’ Ableben den Tempel der For-tuna verbrannt; dafür richtete jetzt der Pö-bel ein ungeheures Blutbad an (Greg. Naz.Or. 3 in lul. ap. Ruinart 594). Und wieverhielt sich Iulian, der ,unblutige Verfol-ger 1 , gegenüber diesen Ausschreitungen desPöbels ? Er hat sich begnügt, den alexan-drinisehen Aufstand in einem Manifest zurügen; für die übrigen, zum Theil weitschrecklicheren Ausbrüche der Volkswuthhatte er nicht einmal diese äusserst ge-linde Strafe. Ja in zwei Fällen gab seinBenehmen sogar gegründeten Anlass zudem Verdacht, dass er die Greuelscenenbillige. Zu Gaza sowol als im kappado-cischen Caesarea liessen nämlich die be-treffenden Statthalter einige Heiden als diemoralischen Urheber des Aufstandes ver-haften; für diese Pflichterfüllung wurdensie auf lulians Befehl abgesetzt resp. ver-bannt und entrannen kaum dem Tode (Soz.
V 9; Greg . Naz. Or. 3 in lul.).
Iulian selbst blieb seinem Plane, blu-tige Verfolgungsacte zu vermeiden, nichtimmer unbedingt treu. Bei einem speziel-len Vorfall hatten sich die antiochenischenChristen durch dreistes Demonstriren gegendie alte Staatsreligion hervorgethan, dazuwar etwa gleichzeitig die Statue des olym-pischen Juppiter im Apollotempel zu Daphneein Raub der Flammen geworden; der er-bitterte Kaiser, der die Christen für dieUrheber des Brandes hielt, beauftragte denPrätorialpräfecten Sallustius, eine peinlicheUntersuchung einzuleiten. Ungern vollzogder Beamte diesen Befehl; er begnügte sich,zahlreiche Christen verhaften und einenJüngling, Namens Theodorus, foltern zulassen; dann bewog er den Imperator, sei-nen Befehl zurückzunehmen (vgl. Amm.Marc. XXEl 13 mit Rufin. X 35; Aug. Deciv. Bei XVIU 52; Socr. III 18, 19; Soz.
V 19, 20; Theod. III 10, 11 und Ruinart004). Nach einigen entweder von Mctaphra-stes selbst oder doch von Wahlverwandtendieses Fabulators herrührenden Martyrer-aeton und der Osterchronik, der notorischunzuverlässigen Quelle des 7. Jahrh., sollteman meinen, Iulian hätte persönlichgleich einem Decius, Galerius und Maxi-min II wider die Christen gewüthet; ausdem a u t h o n t is eben Quellenmaterial er-hellt aber, dass der Kaiser nur höchst un-gern und äusserst selten und auch dannmir unter Vorwänden unvorsichtig eifernde,Galiläer‘ dem Henker überantwortete. Die'lualvolle Hinrichtung der Palastbeamtenluventinus und Maximinus, die wegen Ver-letzung der kaiserlichen Auctorität als Ma-jestätsvcrbreelier zu Antiochia den Toderlitten, ist der einzige, irgendwie ausrei-chend bezeugte Fall der Art (vgl. Theod.
III 15). Andererseits begnügte sieh lu-lian damit, einige christliche Krieger, die,weil sie wider Willen den Olympiern ge-huldigt , den Kaiser aufforderten, sie ver-brennen zu lassen, mit Ausstossung aus demMilitärstand und Entfernung aus dem Pa-laste zu bestrafen (Soz. V 17); der blindeBischof Maris von Chalcedon, der gegenIulian die heftigsten Schmähungen ausstiess,ging sogar völlig straffrei aus (Socr. III 12;Soz. V 4). Ruinart (595, § 2) nimmt an,ein Mönch Namens Domitius sei auf Be-fehl lulians in einer Höhle eingeschlossenworden und so ums Leben gekommen; aberdieses Martyrium ist nur durch die mehrals zweifelhafte Auctorität der Osterchronikbezeugt. — Die letzte erfolglose, von derStaatsgewalt geleitete Reaction des sinken-den Heidenthums endete mit dem Tode desletzten Verehrers der Olympier auf demKaiserthron, der schon im Juni 363 im Feld-zuge gegen die Perser fiel (vgl. Amm. Marc.XXV 4, 5).
Christenverfolgungen im mittelpersischenReich.
1) Im Reiche der feueranbetenden Per-ser (vgl. z. B. Theodoret. II. e. V 39), imStaate der Sassaniden, wurde das Chri—stenthum zumeist von den Grenzländern,von Armenien und der römischen ProvinzOsrlioene, aus verbreitet (vgl. Soz. II 8).Das Schreiben, das Constantin d. Gr. we-nige Jahre vor seinem Tode an den KönigSapor II (Schapur) richtete, zeigt uns diepersische Kirche in einem sehr blühendenZustande; allenthalben gab es dort Chri-sten (Eus. v. C. IV 13). Aus den Quellender Sapor-Verfolgung erhellt, dass die per-sische Kirche ihre vollkommen geordneteHierarchie hatte; in der Hauptstadt Seleu-cia-Ktesiphon am Tigris selber residirte einBischof; auch im Palaste und in den höch-sten Beamtenkreisen gewann das Christen-thum Anhänger (Soz. II 9, 11). Die mei-sten Christen gab es naturgemäss über-haupt in den Westprovinzen, namentlich inAdiabene (Soz. II 12). Sapor selbst setzteauch nach erlangter Grossjährigkeit langeZeit der christlichen Propaganda gar keinHinderniss entgegen. Mehr lässt sich frei-lich aus den allgemein gehaltenen, höf-lichen Redensarten Constantins in seinemschon erwähnten Schreiben an Sapor nichtschliessen (Kus. v. C. I\ 13: xouxooi [seil.XpiaxiavouQ -oiyapoöv, Eiteidr] xoootixocs t, io! Trapaidlspiai, xooi aöxobc xouxooc,oxi xal eüaEße(? £-i'aT|p.oc sT, ijyzi-p(£<o ■ x o 6 x o u t ayaixa app-ooito? xrjjaeaoxoö tpiXav9p tom'a j x. x. X.); in die-sem Sinne interpretirt mit Fug auch Rui-nart (584, § 2) unsere Stelle. — Aber dieChristen erhielten von jetzt ab an den Ju-