Christenverfolgungen.
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Gibbon (V, deutsche Uebersetzung, Wien 1790, Kap. XXXII488), Schröckh (Kirchen-gesch. YII 361—370, Leipzig 1785) und
H. Weissenborn (,Isdegerdes‘ bei Ersch u.Gruber Sect. II. Th. 24, 328 u. Anm.24 das.) bringen die Zerstörung des Feuer-tempels und die Anfänge der grossen Ver-folgung noch mit der letzten Regierungs-zeit Isdigerds in Verbindung. Für dieseAnnahme kann man sich weder auf Äug.
I. c., wo der Verfolger nicht genannt wird,noch kaum auf das schwache Zeugniss desMönches Cyrillus berufen, der allerdingsin seiner Vita Euthymii den Isdigerd nennt;man kann nur Theod. V 39 dafür geltendmachen. Aber diese Angabe ist sicherunrichtig; es steht ihr die wiederholteund bestimmte Versicherung des Socra-tes (VII 8, 18), also einer völlig gleich-wertigen Quelle, gegenüber, Isdigerdhätte niemals einen christenfeindlichenAct verübt und sei beinahe als Christ ge-storben ; zudem entspricht dieses entgegen-gesetzte Zeugniss durchaus dem historischenZusammenhang. Isdigerd war im Gegen-satz zu seinem Nachfolger stets so rom-freundlich, dass die Sage entstehen konnte,er sei vom Kaiser Arcadius zum Vormundseines minderjährigen Sohnes Theodosius II testamentarisch eingesetzt worden. Mit Rechtversetzt also S. Basnage (III 298 f., § 1)die Verbrennung des Feuertempels und diefür die Kirche verhängnisvollen Consequen-zen erst in die Regierungszeit Vavaranes’ IV.— Diese neue Christenverfolgung, mit derHinrichtung des Abdas und der Zerstörungder Kirchen anhebend, nahm bald einen solurchtbaren Charakter an, dass viele Gläu-bige über die Grenze flüchteten und unterVermittlung des Bischofs Atticus von Byzanzden Beistand des Kaisers Theodosius II nach-suchten und erhielten (vgl. Aug. 1. c., Theod.1. c. mit Socr. VII 18). Die ehrenhafte Wei-gerung des Imperators, seine Schützlingeauszuliefern, verwickelte ihn in einen Kriegmit Persien ; Vararanes, wiederholt besiegt,sah sich schon im J. 422 genöthigt, mit demüberlegenen Gegner Frieden zu scliliessen.Nach Procop. I 2 und Agath. IV 27 wärees allerdings damals nur zu einer unbedeu-tenden kriegerischen Demonstration Seitensdes Vararanes gekommen, aber der Berichtdes altern Autors Socrates (VII 18, 20)K(t doch wol vorzuziehen. In Folge jenesVertrages hörte auch die persische Christen-verfolgung auf (Aug. 1 . c.; Socr. VII 18,40). Aber nach einiger Zeit wurde sie wie-
er erneuert und wüthete unter Vararanesand seinem Nachfolger Isdigerd II (reg.(,.} L 458 resp. 459) noch etwa bis 450 fort
ylheod. 1. c. 5 verglichen mit Agath. IV 27).gathias giebt die authentische Zeit-olge und Genealogie der Sassaniden; er hatfteal-Encyklopiidie.
sie durch Vermittlung des Dolmetschers Ser-gius aus persischen Geschichtsbücherngeschöpft (vgl. Histor. IV 30). Währenddieser fast 30jährigen Befehdung der Kirchekamen unerhörte Martern zur Anwendung.Berühmt ist das Martyrium des DiakonsBenjamin; er hat übrigens seine qual-volle Hinrichtung durch zügellosen Fana-tismus selbst herbeigeführt: die von Vara-ranes gewährte Begnadigung wurde vonihm ohne ausreichenden Grund verscherzt(Theod. V 39). Erwähnenswerth ist auchdas Bekenntniss des persischen PrinzenHormisdas , der zum Kameeltreiber de-gradirt und später verbannt wurde (Theod.1 . c.).
Gibbon (deutsche Uebersetzung, Bd. V,Wien 1790, 488) versetzt die Zerstörungdes Feuertempels und den Beginn der da-mit zusammenhängenden grossen Christen-verfolgung noch in das letzte Regierungs-jahr Isdigerds, aber der englische Historikerlässt Socrat. VII 18 vollständig unerörtert.Baronius (Ann. eccl. T. V 396 ad a. Chr.420, § XV—XVIII, Venet. 1708) ist zwei-felhaft, ob Isdigerd oder Vararanes dieVerfolgung begonnen; er begnügt sich, dieentgegengesetzten Berichte des Socrates undTheodoret einfach zu reproduciren. Da-gegen meint der Cardinal in seinem Mart.Rom. (s. 31. Mart. 210 u. Annot. e. das.),Vararanes hätte die bereits von sei-nem Vater Isdigerd inaugurirteVerfolgung fortgesetzt. Schröckh VII361—370, Leipzig 1785, statuirt gar einezweimalige Christenverfolgung unter Kö-nig Isdigerd. Zuerst nimmt er ohne Grundan, derselbe hätte vor Beginn seiner Be-ziehungen zu Bischof Maruthas seine christ-lichen Unterthanen unterdrückt, und ver-tritt, gestützt auf Theodor. V 3 und zweiStellen des Bischofs Maruthas von Mar-tyropolis (ap. Assemani Biblioth. Orient.Clement. Vatic. T. I 181 f.), die immerhinsehr gewagte Meinung, ,dass die Ver-folgung allerdings unter dem Isdi-gerd entstanden, aber von ihm baldwieder aufgehoben (sic!) und von sei-nem Sohne desto mehr verlängert wordensei'. Sehr mit Recht entscheidet sich aberSchröckh (372) dahin, ,dass die Verfolgungauch nach 422, d. h. nach Abschluss deserneuten Friedensvertrags zwischen KönigVararanes und dem oströmischen KaiserTheodosius II , von Zeit zu Zeit noch öftersausgebrochen, ohne allgemein odersehr furchtbar zu sein'. Eine Synode,die angeblich im J. 410 unter dem Vor-sitze des Patriarchen Isaak von Seleucia-Ktesiphon in dieser Residenz der Sassani-den stattfand und der 40 persische Bischöfenebst Maruthas beigewohnt haben sollen(vgl. die alte Vita des Erzbischofs Isaak
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