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Christenverfolgungen.
hei Ässemani 1. c. T. irr 366), wird vonHefele (IT, 2. Aufl. 102 f.) mit unwider-leglichen Argumenten als apokryph nach-gewiesen. Gegen die Historicität jener Sy-node spricht übrigens auch noch die imAssemanischen Bericht dominirende Voraus-setzung von einer, der persischen Missiondes Marutlms vorhergehenden grau-samen Christenverfolgung des Kö-nigs [sdigerd.
Katholikenverfolgungen in den ariniiisclienGermanenreichen.
Die auf den Trümmern des weströmischenReiches von arianischen Germanen ge-gründeten Staaten krankten sämmtlich andem doppelten, dem nationalen und demreligiösen Gegensätze, in dem die Siegereiner orthodoxen romanischen Bevölkerunggegenüberstanden. Dieser Gegensatz tratjedoch nicht überall mit gleicher Schärfehervor; die grössere oder geringere Schroff-heit desselben war vielmehr durchweg vonder mehr oder minder formlosen oder re-lativ rücksichtsvollem Art und Weise be-dingt, mit der die barbarischen Sieger sichmit der unterlegenen Bevölkerung, zumalhinsichtlich der Vertheilung des Grundbe-sitzes und der Behandlung der katholischenKirche , abfanden. Demgemäss standen sichz. B„ im Ganzen und Grossen wenigstens, imwestgothischen und burgundischen Reiche diebeiderseitigen Nationalitäten minder schroff'gegenüber, als im Staate der Vandalen undLongobarden. Nun konnten aber jene neuenMonarchieen nur dann lebensfähig werden,wenn es den Siegern gelang, einheitlicheStaatenbildungen auf Grund einer Versöh-nung und Verschmelzung der beiden hetero-genen Bestandtheile ins Dasein zu rufen.Die Erfüllung dieser Lebensaufgabe wurdeaber durch die feindselige Haltung der ro-manischen Bevölkerungen fast unmöglichgemacht, die sich nicht mit einem passivenWiderstand begnügten, sondern sich häufiginConspirationen mit dem auswärtigen Feind,zumal mit dem stamm- und religionsver-wandten Kaiser von Byzanz, einliessen, umvom Barbarenjoche befreit zu werden. Uebri-gens war für die germanischen Sieger derreligiöse Gegensatz ungleich gefährlicher,als der politische. Der letztere liess sichsogar überbrücken, wenn die germanischenHerrscher rechtzeitig zur Religion ihrer ro-manischen Unterthanen übergingen; so wurdez. B. durch die Conversion Reccareds derinnern Begründung und Befestigung des»panisch-westgothisp.hen Einheitsstaates inder erfolgreichsten W'eise Vorschub gelei-stet. Aber keine noch so grossen Beweisevon religiöser und politischer Toleranz, keinenoch so sehr romanisirende Politik vermagdie orthodoxe Bevölkerung mit den ger-
manischen Siegern auszusöhnen, wenn keineAussicht vorhanden ist, dass die letzterenauch förmlich zur Religion der Besiegtenübertreten; ich erinnere in dieser Hinsichtnur an das tragische Geschick des grossenOstgothenkönigs Theoderich, der trotz allerliebevollen Fürsorge für seine romanischenUnterthanen ausser Stande war, der heissenSehnsucht der letzteren, dem byzantinischenReiche einverleiht zu werden, ein Parolizu bieten (s. die treffliche Darlegung dieserVerhältnisse bei Felix Dahn Könige II 166bis 175, III 187 ff.; vgl. auch meinen Auf-satz ,Zur Kritik einiger Quellenschriftstellerder spätem röm. Kaiserzeit 1 in FleckeisensJahrbüchern 1875, II. III 210 ff., 219—221).Gewiss ist auch die nationale Antipathiez. B. der romanischen Bevölkerung deswestgothischen Reiches gegen ihre barba-rischen Ueberwinder nicht zu unterschätzen.So lange noch ein occidentalischer Kaiserexistirt, so lange noch der Römer Syagriusin Gallien als Repräsentant des römischenNamens auftritt, so lange ist das National-gefühl der gallischen Romanen iiusserst leb-haft, wie dies z. B. aus manchen Briefendes Sidonius Apollinaris erhellt. Aber seit496, seit der Bekehrung des mächtigenFrankenkönigs Chlodwig , fällen diesem zwarbarbarischen, aber immerhin katholischenFürsten die Sympathieen der mittel- undsüdgallischen Romanen zu, die seitdem aufseifrigste bemüht sind, das Joch der ketze-rischen Gothen abzuschütteln und fränkischeUnterthanen zu werden (s. die Quellenbe-lege weiter unten B, 2). Wäre Chlodwig mit seinen Franken statt zum Katholicismuszum Arianismus übergetreten, sicher wäreauch das Frankenreich ähnlichen Gefahren,wie die Staaten der arianischen Germanen,nicht entgangen. Auch die Sympathieender orthodoxen Bevölkerungen für den ost-römischen Kaiser galten weniger dem Ver-treter des Römerthums, denn dem natür-lichen Vorkämpfer des Katholicismus. Weiterunten (Absclin. A, 3) werden wir sehen, wieketzerische Kaiser von Byzanz, weilder Sympathieen der abendländischen Ka-tholiken ermangelnd, höchst ungefährlicheRivalen der arianischen Germanenfürstensind; die Reiche der letzteren werden abersofort wieder durch das geheime Biindnissder orthodoxen Bevölkerungen mit Byzanzin ihrer Existenz bedroht, sobald das ost-römische Reich wieder einen orthodoxenKaiser hat, der den Frieden mit der päpst-lichen Curie, mit der abendländischen Kirchewieder herstellt. Die an sich auffallendeThatsache, dass der Arianer Theoderich d.Gr. drei Decennicn lang mit seinen katho-lischen Unterthanen wenigstens in iiussermFrieden leben kann, findet in dem U*n-stande ihre Erklärung, dass während der