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Erster Band. A - H.
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Christenveifolg-ungen.

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sein (vgl. Dahns überzeugende DarstellungVI 52—62; vgl. auch wegen der ,Antiqua 1Dahn VII ,Westgoth. Studien 1 7—29).

Erst der gewaltige Gothenkönig Eurich (reg. 466—485), der in der zweiten Hälfteseiner .Regierung über das südliche undmittlere Gallien südlich von der Loire undüber den grössten Theil von Spanien , ab-gesehen von dem Nordwesten, dem heutigenPortugal , wo die Sueven sassen, gebot, sahsich zu einigen katholikenfeindlichen Actenveranlasst. Diese Katholikenverfolgungen,die nur einen Theil des südgallischen Epi-skopates trafen, sind jedoch weit wenigerauf confessionelle, sondern in erster Linieauf politische Motive zurückzuführen. JeneBischöfe waren in eminentem Grade diepolitischen Gegner des Königs, sie warenz. B. die Seele des Widerstandes der Au-vergne , die sich bekanntlich hartnäckigsträubte, in den Besitz des siegreichenMonarchen überzugehen. Die Motive die-ser Renitenz jener Bischöfe waren indessweniger politischer denn religiöser Natur;wie die Geschichte von Eurichs Nachfolger,Alarich II , beweist, galt ihr Hass wenigerdem Barbaren denn dem Ketzer Eurich .Es ist allerdings nicht ganz leicht, die so-eben angedeuteten politischen Machinationendes südgallischen Episkopates stricte quel-lenmässig zu belegen; dass aber der Zu-sammenhang der Dinge der soeben skizzirtegewesen ist, erhellt aus folgenden Erwä-gungen. Erstens, die Diöcesen der vonEurich gemassregelten Bischöfe gehören sol-chen gallischen Territorien an, die entwederkurz vorher oder soeben erst (in Folgeeines Krieges) in den Besitz Eurichs iiber-gegangen waren. Zweitens, Eurich selbsthat zur gesteigerten Erbitterung seiner ka-tholischen Unterthanen beigetragen, indemer das sog. Foedus mit Westrom verletzteUT| d sich auch formell als völlig unabhängi-gen Herrn seines gallo-spanischen Reichesgerirte (vgl. die Quellenbelege bei Dahnp 88, Anm- 6; entscheidend: Apoll. Sid.Ep. 1. VH 6 und lornand. De rebus Getic.c - 45, 47). Drittens, der politische Anta-gonismus des südgallischen Episkopates lässt?>ch am besten aus der überaus renitentenHaltung seines hervorragendsten und geist-vollsten Vertreters, des Bischofs SidoniusApollinaris von Clermont , erschlossen. Ergab sich die grösste Mühe, die Abtretungder Auvergne an Eurich Seitens des Kai-s ors lulius Nepos zu vereiteln (vgl. Sidon .Apoll. Ep. VI i[ 3). Sein glühender Hassgegen die Gothen gipfelt in folgender Aeusse-r y n g, die sieh in einem seiner Briefe aneinen Freund findet (VII 7): ,du hassestje Barbaren, wenn sie böse sind, ich hasseaie auch, wenn sie gut sind. 1 Dass es übri-gens Eurich weniger um arianische Propa-

ganda denn um Paralysirung seiner poli-tischen Gegner zu thun war, dies erhelltam klarsten aus folgender Erwägung: eslässt sich nicht nachweisen, dass unter Eu-rich irgend einem der gemassregelten Bi-schöfe oder überhaupt einem Katholiken derEmpfang der arianischen Wiedertaufe zu-gemuthet wurde. Aschbach (Gesch. d. West-gothen 158—160) und zumal Dahn (V 100 f.,

VI 370—872) fassen die Motive der Katho-likenverfolgung Eurichs richtig auf, wäh-rend Lembke (Spanien I 45 f.) das Vor-gehen des Monarchen gegen den Episkopatzu sehr auf arianischen Fanatismus zurück-führt ; besser urteilt Lembke indess an einerandern Stelle (136) über diese Dinge.

Die Ausdehnung der Eurich -Verfol-gung ist vielfach übertrieben worden, weilman die entscheidende Stelle Sid. Apoll. Ep.

VII 6 Basilio (ed. Galland. Biblioth. vet.patr. T. X Venet. 1774; ed. Sirmond. Opp.I 593: ,Burdegala, Petrocorii, Ruteni, Le-movices, Gabalitani, Elusani, Vasates, Con-venae, Auscenses, multoque iam maior nu-

j merus civitatum summis sacerdotibus ipsorum! morte truncatis nec ullis deinceps episcopis! in defunctorum officia suffectis . . . latum| spiritualis ruinae limitem traxit 1 [seil. Eva-, rix rex] etc.) unrichtig aufgefasst hat. Diebetreffenden Worte müssen nämlich so in-terpretirt werden: Eurich verbot die Wie-derbesetzung der Bisthümer Bordeaux, Pe-rigueux, Rodez, Limoges, Eauze, Bazas ,Javoulx, Cominges, Aux und andererdurch den (natürlichen) Tod ihrer bisheri-gen Inhaber erledigter südgallischen Diö-cesen. (Die genauere Nomenclatur der be-treffenden Diöcesen nach Gams Series episc.eccl. catli., Ratisb. 1873.) Greg. Tw. Hist.Fr. II 25 entwirft freilich folgendes düste-res Gemälde von Eurichs Katholikenver-folgung: . . . Evarix rex Gothorum exce-dens llispanum limitem gravein super Chri-stianos intulit persecutionem. Truncabat pas-sim perversitati suae non consentientes cle-ricos, carceribus subigebat, sacerdotes veroalios dabat exilio, alias gladio trucidabat.Nam et ipsos sacrorum templorum aditusspinis iussei'at obserari, scilicet nt raritasingrediendi oblivionem faceret fidei. Maximetune Novempopulanae geminaeque Germa-niae (corr. cum ltuinartio: Aquitaniae!) abhac tempestate depopulatae sunt. Exstathodieque et pro hac causa ad Basilium epi-scoputn nobilis Sidonii ipsius epistola, quaehaec ita loquitur. Sed persecutor non postmultum tempus ultione divina percussusinteriit. Der fränkische Geschichtschreiber,der ausdrücklich Sidon . Apoll. VII 6 alsseine Quelle bezeichnet und hiernach un-schwer der Uebertreibung oder doch derunrichtigen Auffassung seiner Vorlage zubezichtigen ist, spricht also von bischöflichen