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Erster Band. A - H.
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Coemeterien.

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täre (s. d. A. Ciborium). Die kleinen Pi-laster derartiger Aufbauten hiessen Hermu-lae, wenn sie in Hermen ausgingen; solcheHermulae gingen auch in den Gebrauch derChristen über und endigten dann in demBilde des guten Hirten, einem Monogrammu. dgl. (R. S. III 439).

De Rosst' hat a. a. 0. auch den Ooeme-terialgebäuden zuerst eine eingehen-dere Studie gewidmet. Ueber die kleinenCoemeterialbasiliken ist bereits un-ter Basilika S. 116 das Nöthige gesagt wor-den. Zu den Coemeterialbauten zählen dennauch die Cellae memoriae, in denen die Lei-chenmahle gehalten wurden (R. S. 474). IhreDecoration weist nur Ornamente auf, wäh-rend die eigentlich mystischen und die bibli-schen Sujets in die Katakomben verwiesensind, wo sie der Profanation und den Augender Heidenwelt nicht so leicht ausgesetzt wa-ren ■— eine vollkommene Bestätigung dervon mir aufgestellten, von de Rosst durch-aus getheilten Interpretation des berühmtenKanon 36 des Concils von Elvira (305).

Die Verwaltung der C. knüpfte an dieälteste Eintheilung der Stadt Rom in siebenkirchliche Regionen an (R. S. 515). DeRossdhat die t. t. praepositus, mansionarii (s. d.A.), stationes, excubiae martyrum (aus denendie sog. ewige Psalmodie sich herleitet), diecubicularii u. s. f., sowie die Verwaltungder C. und Basiliken seit dem 4. Jahrh.a. a. 0. weitläufig erörtert.

Seit 619 treffen wir in Rom Begräbnisseintra muros; bis dahin galt das altrömischeGesetz, welches die Beisetzung nur extramuros gestattete. So entstand jetzt um dieMitte des 6. Jahrh. ein grosser Kirchhof beiden Thermen des Diocletian (R. S. III 557);das Coemeterium S. Callisto sopra terra mussum die nämliche Zeit, ohne Zweifel in Folgeder zunehmenden Unsicherheit der Umge-bung der Stadt, verlassen worden sein; dieauf ihm boz. in den Lucernarien der Kata-kombe gefundenen Inschriften (ungefähr 2000an Zahl, dazu etwa 800 schon früher aus-gegrabene) bewegen sich, soweit sie datirtsind, zwischen 337 und 565; in ihnen herrschtdie lateinische Sprache vor, nur wenige grie-chische aus dem 6. Jahrh. kommen dazu.Von einer vorconstantinisclien Beisetzung fin-det sich hier kein Beispiel, wie denn in deraltern Zeit Begräbnisse sub dio selten gewähltwurden, weil man der Controle der Pontifi-ces und dem vorgeschriebenen Piaculum —Dinge, die den Christen höchst lästig seinmussten — entgehen wollte (R. S. 561 f.).

Eine möglichst vollständige Statistik derüber der Erde gelegenen altchristlichen C.wie der Katakomben versuchte ich in meinerRoma Sotterranca 460 f., 539 f., 2. Aufl. 516,600. Ich hebe hier nur die wichtigsten deroberirdischen Begräbnissplätze heraus.

1) C. von S. Callisto, s. o. und deRossi a. a. 0.

2) C. in Ostia , in neuerer Zeit durchVisconti und de Rossi erforscht (Bull. 1864,40; 1866, 44, 48). Hier fand sich der fürdie Geschichte des Christenthums in derFamilie des Seneca bedeutsame Stein:

D • M

M • ANNEO •

PAVLO • PETRO ■

M • ANNEVS • PAVLVSFILIO • CARISIMO

Vgl. de Rossi Bull. 1867, 6—8, 13; KrausTüb. theol. Quartalschr. 1867, 671.

3) C. in P o r t o, ausgezeichnet durch dieGräber der Märtyrer Eutropius , Bonosa undZosimus, Taurinus und Herculanus. DeRossi Bull. 1866, 43 ff.

4) C. bei Iulia Concordia (Porto-gruaro) im Venezianischen , seit 1873 aus-gegraben und namentlich durch BertoliniArchivio Veneto VI 79, VII 276; Bull, dell’Istituto di Corr. arch. 1873, 58 f.; 1874,18 f.; de Rossi Bull. 1873, 80 f.; 1874,133 f. erforscht. Sehr bedeutende Anlage,welche wesentlich ins 5. Jahrh., theils vor,theils nach dem Einfall der Hunnen fällt.

5) C. in Vienne , vgl. Boldetti 640 f.;Le Blant II 47.

6) C. in Arles ; Le Blant II 241; deRossi Bull. 1874, 134, 144 f.

7) C. inAutun; Boldetti 641; Le BlantI 8.

8) C. in Lyon ; Le Blant I 41.

9) Merowingisches Coemeterium von S.Eloi in der Seconde Lyonnaise ; seine ru-nisehen Inschriften gaben zu einer bekann-ten anhaltenden Controverse Veranlassung;Le Blant I 186 f.; Lenormant Correspondant1854, 116; J. Grimm Monatsbericht d. k.preuss. Akad. d. W¥, Berlin 1854, 27 f.

10) Angeblich altchristliches Leichenfeldzu S. Maurice (Agaunum) in 'VVallis, anwelches sich die Sage von dem Martyriumder thebaisehen Legion knüpft.

11) Altchristliche C. in Trier : diejeni-gen bei S. Eucharius (Matthias), von S.Maximin und S. Paulin, aus der Zeit Va-Valentinians und Gratians, haben die Mehr-zahl der im Museum zu Trier aufbewahrtenaltchristlichen Inschriften geliefert. SieheSchmitt Kirche des hl. Paulinus, Trier 1853;Wyttenbach Neue Beitr. z. Epigraphik, Trier 1833; v. Florencourt- Jalirb. d. Vereins v.Altertliumsfr. i. Rh. 1848; Schneemann Dasröm. Trier, Trier 1852; Le Blant I 323 f.— Ein viertes Grabfeld kam in den 60erJahren an der Nordseite der Mosel (demsog. Neuen Weg) zu Tage; v. WilmowshjArchäol. Funde in Trier und Umgegend, Trier 1873; de Rossi Bull. 1873, 140 f. — Ein fünf-tes wurde wieder in der Nähe von S. Eucha-rius bei dem Eisenbahnbau 1877 blossgelegt;