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Domus — Dorsalia.
vorherrschend geworden, dass, als die Pri-scillianisten den Priestern die Formel D. V.,den Bischöfen aber ausschliesslich die Be-grüssungsworte Pax vobis vorschrieben, dieSynode von Braga in Lusitanien im J. 561folgenden (21.) Kanon aufstellte: ,placuit,ut non aliter episcopi et aliter presbyteripopulum, sed uno modo salutent dicentes:Dominus sit vobiscum, sicut in libro Ruthlegitur, et ut respondeatur a populo: etcum spiritu tuo, sicut et ab ipsis apostolistraditum omnis retinet Oriens (wahrschein-lich die östlich von Lusitanien gelegenenLänder), et non sicut Priscilliana pravitasimmutavit. 1 Im eigentlichen Orient findetsich das D. Y. in den Liturgieen nicht; nurdie Liturgia s. Marti führt die Formel an:Dominus sit semper cum Omnibus vobis, wasjedoch von einigen Gelehrten als unechterZusatz erklärt wird. Der Beschluss der Sy-node von Braga war wenigstens im 10. Jalirh.in der römischen Kirche ausser Uebung, undPapst Leo VII (Ep. 2) vom J. 937 schildertdie römische Praxis, sie zur Nachahmungden Bischöfen Galliens und Germaniens em-pfehlend, mit den Worten: ,in dominicisdiebus et in praecipuis festivitatibus, atquesanctorum natalitiis ,Gloria in excelsis Deo‘et ,Pax vobis 1 pronuntiamus, in diebus veroQuadragesimae et in quattuor temporibuset in reliquis ieiuniorum diebus ,Dominusvobiscum 1 tantummodo dicimus 1 ( Marlene 1.c. t. I, 1. I, c. 4, art. 3). — Die Antwortauf den Gruss D. Y. lautet: ,et cum spiritutuo 1 und steht an Alter des Gebrauchs derSalutationsformel nicht nach. Unverkennbarwurde auch bei dieser Antwort Rücksichtgenommen auf biblische Stellen, wie z. 13.Gal. 6, 18; Phil. 4, 23; II Tim. 4, 22;Philem. 25. Die Bedeutung von Gruss undAntwort wurzelt in der Wahrheit, dass ebennur Gott uns und unsere Handlungen zusich in die rechte Form und Beziehung er-heben, mit höherer göttlicher Lebendigkeiterfüllen kann und darum Volk und Priesterbeim Gebete der göttlichen Assistenz Christi bedürfen. Ygl. Chrysost. Hom. 18 in IICor. Das Weitere s. unter dem Art. Paxvobiscum. krüll.
DOMUS, 1) = ecclesia, s. oben unterDom.
2) = Sepulcntm. Auf Inschriften FECI ■NOBrS • DOMVM • AETerNALE, de RosstBull. 1875, 15; DOMVS MEA SEPVL-CHRVM, Hübner Inscr. Brit. ehr. n. 134.Eine Reihe anderer Steine mit DOMVSAETERNA s. Fabretti 113—114; WilmannsExempl. n. 290, 550, 551, 557. Vgl. Äug.in Pg. 48, 16 (Opp. V 575 c: . . . putaruntsc beatos futuros, si haberent memoriammarmoratam, quasi aeternam domum ) u. s. f.Vgl. über die antike Anschauung, welche
das Grab als ,Haus des Todten 1 ansieht,d. A. Haus, und Kraus R. S. 438 f.
3) Domus Bei == die Kirche, die christ-liche Religion; Lucif. Cal. pro Athan . I 22 :persecutores domus Dei ... al.: domus et-enim Dei est ecclesia, in qua est inliabitansDominus. Im selben Sinne nennt Tertull.Adv. Valent, c. 3 die Kirche das Haus deshl. Geistes (der Taube) : sed nostrae columbaedomus simplex etc. Bei Euseb. H. e. VII 8begegnen wir otxo? auvaijsuK = Kirche.
DONARIA, s. Weihegeschenke.
DORNENKRÖNUNG, s. Jesus Christus ,Passionsbilder.
AQPON, das Geschenk xax’ i^oyrp fürdie Taufe; so bei Greg. Naz. Or. XL 638;Basil. Hom. XIII de bapt. 411c. Die AclaPauli et Theclae haben dafür Smpsav xoöXpwxoü ( Grabe Spie. I 106). Auch für denhl. Geist und die hl. Eucharistie kommtSCipov, für letztere 8<üpa, 8Spa putraxd vor.Vgl. Bingham IV 150.
DORSALIA. Dieses in unserer Periodenoch nicht vorkommende Wort bezeichnetim MA. 1) die an den Wänden hinter denSitzen aufgehängten Vorhänge (DucangeGloss. v. Dorsale), insbesondere die panniin choro pendentes a dorso clericorum ( Du-randus Rat. I 3, n. 23). Das Vorkommensolcher D. ist in unserer Periode nicht directnachgewiesen; allein da der Gebrauch rei-cher Wandteppiche nicht nur in der römi-schen Sitte lag, sondern auch zum Schmuckder christlichen Kirche reiche Teppiche mitBildern Christi und der Heiligen schon früheverwendet wurden (s. d. A. Vorhänge undde Rosst Bull. 1871, 54—60), so kann nichtzweifelhaft sein, dass deren auch an dernach dem Altar ehrwürdigsten Stätte, inder Apsis, hinter dem Throne des Bischofsund den Sitzen des Presbyteriums aufge-hängt wurden. Anzeichen finden wir inden Denkmälern: in einem Sarkophage ausdem Coemeterium des Vaticans ( Aringhi 1223) ist eine Orante dargestellt, hinter wel-cher ein Teppich aufgehängt ist; ebensolassen die Seitenvorhänge auf der Abbil-dung eines Bischofsstuhles, welche Severanounter den Ruinen des Mausoleums der hl.Helena fand (de Rosst Bull. 1872, Tav. IX 2)auf das Vorkommen solcher D. sehliessen.2) Als im spätem MA. diese Vorhängedurch Holztäfelung hinter den Chorstühlenersetzt wurden, erhielt auch diese Rückwandden Namen Dorsale. Die musivische Ab-bildung eines bischöflichen Thrones mitreich verzierter und mit Edelsteinen ge-schmückter Rückwand in der Kapelle deshl. Zeno in der Kirche S. Prassede zu Rom (Ciampini Vet. mon. II, Tav. 14) legt die