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Erster Band. A - H.
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Fasten.

tigmj (beim Art. Dolium) ist der Ansicht,dass zuweilen das dolium symbolisch ange-wendet wurde wegen der Lautähnlichkeitmit dem Worte dolens, und beruft sich da-für auf die folgende, von Mamachi (Orig, etantiq. ehr. III 91, ed. Matranga III 70, tab.XVII) angeführte Inschrift: IVLIO FILIOPATER DOLIENS (s. Fig. 161). [Man hat

ivuo FILIO PATER "DOI-1 ENI

Fig. 161. Grabschrift mit Dolia.

dafür weiter Marangoni Act. s. Victorin.115 (mATER TERTIA ET PATER clo-LIEwTES), ßoldetti'Mö (PATER DOLENS),eb. 373 (PARENTES DOLENTES), LabusMon. di s. Ambr. (FILIVS DOLENS), Fa-bretti 572 45 angezogen. Vgl. noch MunterSinnbilder I 47; Muratori IV 1928. K.]Vielleicht ist wegen dieser Lautverwandt-schaft auf dem Grabsteine eines Praepositus(MEDIAS DE MONETA OFFICINA . . .TINORVM PRIMA) im Lateranmuseum ne-ben . . . TINORVM ein F. abgebildet (Mus.Later. Scompart. XXXIII). x. scagliosi.

FASTEN (verwandt mit anajxo?, nichtsgegessen habend, nüchtern, wie ieiuniummit aoivos, ohne Wein, nüchtern, und ähn-lich vTjCttsuo) von vir) und eafh'co, esse nicht,faste, abstammt) beruht auf dem mehr oderweniger klar zum Bewusstsein kommendenAViderstreite zwischen Geist und Fleisch.Das F. ist daher dem AVesen des Menschenganz entsprechend und findet sich schonbei den heidnischen Völkern, bei Aegyptern( Heroclot ), Griechen ( Clern. Alex, und Ar-nob.) und Römern (Ovid und Livius ). Umso weniger dürfen wir uns wundern, wenndas F. in dem Religionswesen der Judeneine hervorragende Stelle einnimmt. Fürdas N. Test, bahnte Johannes der Täufer die Uebung des Fastens, als in engem Zu-sammenhänge mit der von ihm gepredigten(is-dvoia stehend, an. Daran schlossen sichLehre und Beispiel Christi und der Apostel.Für das apostolische Zeitalter ein bestimmtformulirtes Fastengebot verlangen, liiessedie AVirkung des ersten Glaubens- undSitteneifers, der keiner Befehle, sondern nureiner Anregung bedurfte, völlig ignoriren;ausserdem wäre auf Apg. 15, 29, wo dieEnthaltung von gewissen Speisen geboten

wird, hinzuweisen. In die Fussstapfen derApostel trat die nachapostolische Kirche,indem sie neben dem freiwilligen und ge-heimen F. allgemeine und öffentliche F.mit Gesetzeskraft anordnete. AVenn dieKirchenväter von feierlichen Fasttagen (Mi-nuc. Fel. in Oct.), von gesetzlichen F. (Ter-tull. De ieiun.), von vorgeschriebenen F.(Euseb. Vit. Const. III 18), von F., gehei-ligt durch ununterbrochenes Gesetz undapostolischen Ursprungs ( Epiphan. C. haer.Aerian. 75, § 6) reden, so sind das ebensoviele Beweise, dass schon in der frühestenZeit der Kirche F. mit Gesetzeskraft be-standen. Auch die ältesten Concilien (Ni-caen. c. 5; Laodic. c. 50; Gangr. c. 18 u.19), sowie Gau. apost. 68 erwähnen desFastens als eines altehrwürdigen und ver-pflichtenden Gebrauches. Grundsatz deralten Kirche war es, dass an Fasttagen nureinmal gegessen wurde und zwar an denstrengen Fasttagen (ieiunia) erst am Abendnach Sonnenuntergang, an den wenigerstrengen (semiieunia, stationes) um drei UhrNachmittags {Const. apost. V 19; Epiphan.Expos, fid. § 22 und Tertull. De ieiun. c.1, 2, 3, 10, 11 u. 14). A r on Augustin. Demor. eccl. cath. c. 33 wird das F. bis zumspäten Abend das gebräuchlichste genannt.AVie gewissenhaft die Tageszeit des Fastensunter den alten Christen beobachtet wurde,beweist das Beispiel des Märtyrers Fruc-tuosus, der, zum Tode verurteilt, den dar-gebotenen Labetrunk zurückwies mit denAVorten:

ieiunamus, . . . recuso potum.

Nondum nona diem resignat hora.

So bei Prudent. Peristeph. VI, v. 54 u. 55.Schon im 5. Jahrh. jedoch gab es Manche,welche an den strengeren Fasttagen nurbis um drei Uhr Nachmittags fasteten ( So-erat. Hist. eccl. V 22). Im 8. und 9. Jahrh.war allerdings die ältere Disciplin noch dieRegel, aber nicht mehr so allgemein, alsin den ersten Jahrhunderten. Mit demieiunium war seit ältester Zeit die absti-nentia von gewissen Speisen bez. Getränkenverbunden, nicht als ob dieselben, wie Au-gustin. Contr. Faust, c. 5 bemerkt, unreineDinge wären, sondern um die Seele beimGebete in eine demüthigore Stimmung zuversetzen. Nach Tertull. De ieiun. c. 13bestand das Mahl der Christen in schlech-ter Kost und besonders in gedörrten Spei-sen ; sie assen nichts als trockenes Brod etc.mit Salz und tranken AVasser. Ein solchesF. bloss mit Speisen von getrockneten Früch-ten hiess Xerophagie (;spöj, trocken,cpaye.w, essen) und war schon durch dasGone. Laodic. c. 50 für die ganze Quadra-gese vorgeschrieben. Die Const. apost. A18 verordnen für die letzte AVoche derQuadragesima die Enthaltung von AVein und