Firmament — Firmung.
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II, 2, 519 und lief eie Beiträge I 189 dar-aus, dass im 5. Jahrh. die Kinder noch vorden Kirchen ausgesetzt wurden, auf denvölligen Mangel an Versorgungshäusern fürF. schliessen, so ist dieser Schluss unstich-haltig. Die Kirche mit ihrem Vorliofe warAsyl, wo die Kettung des expositus amgesichertsten schien und man trug desshalbKinder dorthin, als es schon Brephotrophiengab. So wurden in Mailand an den Kirch-thüren Kinder ausgesetzt, obgleich das Xe-nodoehium des Ilathaeus schon bestand undsogar eine Drehlade hatte. Letzteres In-stitut war in seiner Art das grossartigstedes christlichen Alterthums, gegründet 787speziell zur Erziehung und Ausbildung vonalumni. Die Inschrift (sancte, memento,Deus, quia condidit iste Dathaeus hancaulam miseris auxilio pueris) las noch Mu-ratori auf dem Fussboden des Asyls (Antiq.Ital. med. aev. III 537 f.). Diese Anstaltenblieben, wie sie von der Kirche ins Lebengerufen waren, so auch im vollsten Sinnekirchliche Anstalten; sie standen unter bi-schöflicher Leitung und Verwaltung unddie Auslagen wurden aus dem Kirchcnfondebestritten, da ohnehin ursprünglich dieseHäuser nur Annexe der Kirchen, Klösteroder der bischöflichen Wohnung waren. Vgl.Conc. Aurel. I, can. IG, besonders Chalced.(451) can. 8, was lustinian bestätigte inLeg. 46 init.; vgl. Aurel. II, can. 15; Ca-bill. can. 7. Die Kirchenvorstände hiessen-üpoE3-<ÜTss, äjsvwvs?, praefecti, rectores u. ä.,bisweilen matricularius, da matricula auchFindelhaus bedeutet. Ducange i. v.; Wan-delbert Vit. s. Goar. c. 20. Erwähnt seinoch, dass schon die Kaiser Nerva undTraian ähnliche Stiftungen zur Kinderali-mentation (pueri alimentarii) gemacht hat-ten ( Becker-Marquardt Köm. Privatalterth.III 2). Aber diese Stiftungen erstrecktensich nur auf Italien , streng genommen nurauf die Hauptstadt; das ganze übrige Ita-lien wurde nur vorübergehend von derkaiserlichen Mildthätigkeit bedacht unddiese kam bloss den freigcbornen armenKindern zu gute (Desjardins Disput, hist,de tabul. aliment., Par. 1854). Ganz an-ders musste die Kettung der Kinder sichgestalten, als der Fundamentalsatz allerPädagogik: ,wer ein Kind in meinem Ka-men aufnimmt, nimmt mich auf', zur Gel-tung gelangte.
Litteratur: Allard Los esclaves clire-tiens, Par. 1876, 353 (les alumni chretiens);Becker Behandlung verlassener Kinder imAlterthum, Frankf. 1871; Schlick in denAbhandl. der schles. Gesellsch. f. vatcrländ.Cultur, philos.-histor. Abtli. 1862, II 4;Remacle Des hospices d’cnfants depuis leurorigine jusqu’ä nos jours, Par. 1838, und be-sonders Martin-Doisy Dictionnairo d’econo-
mie charitable t. II u. IV (in Migne Ency-clopedie theologique VI). krieg:.
FIRMAMENT, s. Himmel.
FIRMUNG. I. 1) Sofort nach der Spen-dung der Taufe (wenigstens regelmässig)wurde an den Neophyten eine in der kirch-lichen Praxis noch heute erhaltene religiöseHandlung vorgenommen, welche in der spä-teren Kirchensprache confirmatio genanntwird. So bereits bei Theodor von Canter-bury c. 4. Den Ausdruck confirrnare lindenwir übrigens schon bei Ambrosius (Myst. 7),Leo (Ad Nicet. 7), auf dem dritten Concilvon Arles 455 (c. 2) und dem von Barce-lona 599. Ehemals liiess dieser Act: manusimpositio (Ter. Res. carn. 8 de rebapt. 3;Aug. Ioan. tract. 118, 5), -/sipofksia (Const.apost. II 32), chrisma oder unctio (Cypr.Ep. 70; Optat. VII 4), chrisma salutis (LeoDe nat. Dei s. 4), chrismatis unctio (loh.Diac. Ad Senar. 6, 14; C. haer. praedest.III 26), '/pGp.a irroopaviov (Conc. Laod. 48),sacramentum chrismatis (Aug. C. lit. Petil.
11, c. 104, 239; Fulgent. Rusp. [?] s. 45,Par. 1684, append. 64), signaculum domi-nicum (Cypr. Ep. 73), signaculum spiritale(Ambros. Myst. 7, 42 [dass der Ausdrucksignaculum herübergenommen ist von demsignaculum der militia saecularis, der Tes-sera oder Marke, mit der die vereidetenTruppen bedacht wurden, vgl. Martyr. s.Maximiliani 295 bei de Rossi Bull. 1869,24. K.J, perfectio (Sacr. III 2), p-upov(Conc. Const'intinop. I, 7; Chrgsost. I Cor.
12, 7) und im Griechischen fast stets <jfpaj(<;.Für die Handlung selber kommen sonstnoch vor die Ausdrücke: perficere (Cour.El'tb. 38, 77), consignare (Jnnoc. / Ep. adDecent. 1, 3; Oderici Vet. inscript. 268),consequi (s. unten Monum.), cicppcqi^siv (He-racleon. Eclogae bei Clem. Alex. ed. Potter995; Combefis Auct. noviss. 202; Cornel.Rom. bei Euseb. H. e. VI 43), |xopi'ietv(Iren. I 21, 3), ‘/P l£lv (Const. apost. III 16;Conc. Laodic. 48), dXetcpsiv (Clirys. Act. ap.I 5). Vgl. d. Art. Xppcqi? n. 3.
2) Den Spender dieser Handlung be-treffend, müssen wir einen Unterschied zwi-schen Taufe und F. anerkennen. Jene ge-hörte ja zu den religiösen Acten, die aller-dings zunächst dem Bischöfe zu vollziehenoblag, die er aber regelmässig durchseine Stellvertreter vollziehen liess (s. d. A.Taufe n. 3). Diese dagegen musste er im-mer selber und in eigener Person spen-den. Desshalb hielt er sich oft währendder Taufspendung nicht im Baptisterium,sondern in einem mit diesem oder derKirche zusammenhängenden besondere. Lo-cale auf, Consignatorium (s. Ducange ), auchChrismarium (Selvaggio 1. 3, c. 8, § 3) ge-