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Erster Band. A - H.
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Firmung.

zensäften der kostbarsten Art dem Oele bei-gemischt. Ob das aber bereits von jehergeschah, wird vielfach bezweifelt. Dochlassen allerdings manche Stellen, nament-lich beim Areopagita , es als wahrscheinlichbehaupten. Dieses Chrisma wurde vomBischof in feierlichster Weise geweiht(•Const. apost. YII 42; Dionys. Hier. IV,6, 2). Gerade im Orient wird diese Weihedurch den Patriarchen oder den Metropo-liten mit der grössten Umständlichkeit vor-genommen, ja sogar dem Metropoliten mit-unter entzogen und ausschliesslich dem Pa-triarchen Vorbehalten. Dies und der Um-stand, dass manche Orientalen geneigt er-scheinen, dieser Weihe die eigentliche Kraftund Wirksamkeit der F. beizulegen, musswol als ein Beweis dafür angesehen werden,dass ehemals auch im Orient den Bischöfenallein die Macht zu firmen beigelegt wurde.Uebrigens legte auch das Abendland grossesGewicht auf diese Weihe ( Cypr. Ep. 70).Sicher hat Basilius (De Spir. Io. 27, 66)Recht, wenn er dieselbe auf apostolischeAnordnung zurückführt (Chardon Hist, dessacr. 1. 1, s. 2, ch. 2; Renaudot PerpetuiteV 171, 599).

8) Die Gebets- oder Weiheformeln (formasacramenti), unter deren Aussprechung dieF. vollzogen wurde, sind je nach den ver-schiedenen Kirchen so mannigfaltig, zumTheil auch so umfänglich, dass eine Wie-dergabe derselben hier nicht möglich ist.Eine Zusammenstellung derselben nach Mo-rin und Martine findet sich bei Chardon(a. a. 0. ch. 1). Die küi-zeste unter allenist die griechische, bereits auf dem erstenConcil von Constantinopel (c. 7) erwähnteFormel: acppayii Scupecec Tivsup.arof a'prju.Uebrigens ist es unzweifelhaft irrig, wennmanche Archäologen aus dem Schweigender älteren (für die Oeffentlichkeit bestimm-ten) Quellen den Schluss ziehen, es sei inden ersten sieben Jahrhunderten die F.ohne alle Worte gespendet worden. DieDisciplina arcani verbot strengstens, diewichtigsten sacramentalen Worte kundzu-geben. Aelinliches findet sich auch bezüg-lich der Taufe (vgl. d. A. Taufe n. 12; s.Innocent. Ep. ad Decent. c. 3: verba verodicere non possum etc.).

9) Die Wirkungen der F. traten inden ältesten Zeiten, insbesondere in derapostolischen Kirche (Apg. 2, 4; 19, G),oftmals in der auffälligsten Weise, durchplötzliche Verleihung wunderbarer Sprachen-gabe und ähnliche Gnadenwirkungen zuTage. Indess wurden solche niemals alsdie eigentlichen Wirkungen derselben, son-dern bloss als zufällige und gelegentlicheZugaben zu den inneren Gnaden betrachtet,welche sie verlieh {Äug. in I loan. tr. 6,10; De bapt. 111 16, 21). Der Erfolg der

F. wird stets als Mittheilung des hl. Geistesbezeichnet. Zwar empfing auch der Ge-taufte den hl. Geist zur Vergebung derSünden und zu wahrer innerer Heiligung.Aber in der F. wurde auch dem Getauftendie Gnade des hl. Geistes in höherm Masseund zu einem andern Zwecke verliehen(De rebapt. 3; Cornel. Rom. bei Euseh. H.e. VI 43; Hippolyt. De Susanna; Hilar. inMatth . 19, 3; 10, 2; Gennad. Eccl. dogm.41; Cyrill. Hieros. XVI 26; Theodoret. inIlebr. 6). Erst empfingen die Christen denhl. Geist in der Taufe und nun abermalsden nämlichen Geist in grösserer Fülle, umstark zu werden gegen alle Anfälle desSatans (Praedest. III 20, 26), stark undunerschütterlich in der Beharrlichkeit, imunermüdlichen Wachsthum im Guten undmuthig im Bekenntnisse des Glaubens (Cy-rill. Hieros. XXI 4; Äug. Tract. in loan.33, 3; Prosper Sentent. 344, al. 342; Eu-cherius De pentec.), ja noch mehr, in sol-chem Masse, dass sie von nun an dem Satanüberlegen und unnahbar sein sollten gleichKönigen; ja sogar im Stande, auch Ande-ren, gleich Priestern, selber hinwiederumKraft und Gnade zum Guten beizubringen(Const. apost. VII 44, 45; Leo Serm. 3 inannivers.; Joh. Diac. Ad Senar. 7). DieseMittheilung des hl. Geistes wurde als eineso tiefgehende, gleich einem Siegel in dieSeele unauslöschlich eingeprägte gedacht,dass wer sie einmal empfangen hatte, eben-so wie durch die Taufe mit einem unver-tilgbaren Merkmale ausgerüstet galt, wess-halb die F. nie wiederholt werden durfte(Greg. M. XIV, Ep. 17; Conc. Tolet. VIII, 7).

10) Was also oben bereits (n. 3) sichergab, das stellt sich hier noch deutlicherheraus: dass die alte Kirche die F. derTaufe (wie dem Abendmahle) als eine die-ser gleichgeltende, wenn auch zur Seligkeitnicht ebenso notliwendigo religiöse Weihegegenüberstellte, d. h. in ihr ebenso gutwie in der Taufe (und Eucharistie) ein Sa-crament erkannte. Unverkennbar hat schonOrigenes diese Auffassung (Weiss Altcliristl.Pädagogik 135, 137), wenn er auch dasVerhältniss zwischen Taufe und F. nichtrichtig fasst. Auch in den apostolischenConstitutionen (eh. 137—140) ist dieses Ver-hältniss beider Sacramente zu einander ver-schiedentlich genauer zu bestimmen ver-sucht. Abermals geht Tertullian (De bapt. 7)hierauf ein (seine Ansichten, obwol unrich-tig erklärt, fleissig zusammengestellt vonZentgrav De ritib. bapt. bei Volbeding The-saur. Comm. II, I 85—96), und Cyprian (Ep. 74) versucht ebenso eine Bestimmungdes Unterschiedes zwischen der Taufe alsGeburt und der F. als Kräftigung, Wachs-thum und Vollendung (vgl. Ep. 73: consum-mentur). Immer fassen die alten Quellen