Band 
Erster Band. A - H.
Seite
519
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Fisch.

Fig. 170. 'Wandgemälde aus S. Domitilla.

sere Fig. 142 S. 437). Der F., der, wasin der Abbildung nicht wiedergegeben ist,lebendig daherschwimmend erscheint, trägtauf seinem Rücken einen von Weiden ge-flochtenen Korb; auf demselben liegen Brodevon der Form, wie sie bei den Orientalen,besonders bei den Juden, als Erstlingsgabezum Opfer dargebracht wurden; in demKorbe erblickt man durch die Zwischen-räume ein Glasgefäss mit rothom Wein.

Aus der ersten Hälfte des 3. Jahrh. stam-men die Bilder der sog. Sacramentskapellenin S. Callisto (s. S. 441). In der ersten er-blickt man einen dreifüssigen Tisch mit einemF. und Broden, welche durch zwei sich durch-kreuzende Ringe in vier Theile eingetheiltsind; an der einen Seite des Tisches stehendrei, an der andern vier mit Brod gefüllteKörbe. Von den Gemälden der zweiten Cellagehört hierher der Fischer (s. d. A. Fisch-fang) , der mit der Angel den F. aus demWasser zieht, und der Dreifusstisch mitdem F. und dem kreuzförmig getheiltenBrode, zur Seite links ein Mann in Asceten-tracht mit dem Pallium, der seine Händesegnend dem Tische zuwendet, rechts eineOrante, in antiker Weise die Arme zumGebete erhebend. Ein ferneres Bild zeigtsieben Männer, die an einem mit zwei Fi-schen besetzten Tische sitzen, vor dem sie-ben Körbe mit Brod stehen; ein drittes eineganz ähnliche Darstellung, nur stehen aufdem Tische drei Fische und drei Brode,und vor demselben acht Körbe mit Brod.Eine ähnliche Darstellung findet sich indiesen Räumen ein drittesmal, in welcherde Rossi die Spuren von zwölf Körben er-kennen zu können glaubte. Ausserdem sinddie Gemälde von Gastmählern ohne bib-lische Beziehung, mit wechselnder Personen-

zahl (s. d. A. Gastmahl) hier zu erwähnen,insoweit bei denselben ein F. oder ein F.mit Brod aufgetragen erscheint, z. B. zweiWandgemälde in dem Coemeterium S. Pie-tro e Marcellino.

Was die Form des symbolischen Ichthysangeht, so erscheint er manchmal in Gestalteines Delphins (s. unsere Fig. 37 S. 55),meistens in der gewöhnlichen Fischgestalt.Welches ist die ältere Form? Die Lösungdieser Frage ist von Wichtigkeit, um fest-zustellen, ob auf die Auswahl dieses Sym-bols die Menschenfreundlichkeit, welche dasAlterthum dem Delphin ((piAavOpumoxaTojnennt ihn Athenaeus XIII 30) beilegt, von p „ jEinfluss war. Den Alten war der Delphinein Sinnbild der Hülfe und Rettung derSchiffbrüchigen aus stürmischen Meeren undauf den Grabsteinen Symbol der Wande-rung der Seelen nach den Inseln der Seli-gen. So bezeichnet Pitra (Spicil. Solesm.

III 519) ihn mit Recht als ein natürlichesSymbol des Erlösers der Welt. Auch fin-den sich für den Delphin, der sich um denAnker oder den Dreizack windet,. die direc-ten Vorbilder auf heidnischen Monumenten,wie anderseits die Inschriften, wo in demWorte Ichthys das durch den letzten Buch-staben angedeutete Wort SflTHP ausge-schrieben erscheint, den Beweis liefern, dassman bei diesem Anagramm in dem mensch-gewordenen Sohne Gottes besonders seineEigenschaft als Erlöser betonen wollte; soliest man in einer jüngst zu Modena ge-fundenen Inschrift: lA0TCPTr ; p (de Rossi R.

IX

S. II 333) und auf einer Gemme: CQTIIP

er

(Cavedoni Tav. XI 35; de Rossi Bull. 1870,tav. IV 10); hierhin gehört auch der oben