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Erster Band. A - H.
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Flavier.

Atheismus und der Befolgung jüdischerSatzungen (Christenthum) angeklagt. Cle-mens starb den Martyrertod, Domitilla wurdeauf die Insel Pandataria, heute Sta. Mariagegenüber Gaeta , verbannt {Bio Cass. Hist,rom . 67, 14). Was aus ihren Söhnen, Ve-spasian und Domitian, die von Quintilian erzogen wurden und vom Kaiser Domitian zur Nachfolge bestimmt waren (Suet. Doipit.15), nach dem Tode des Vaters wurde, ist,ebenso wie das weitere Schicksal der Mut-ter, unbekannt. Von dieser Flavia Domi-tilla reden auch Inschriften, die aus demCoemeterium Domitillae an der Via Ardea-tina stammen, und ebendaselbst war sicherursprünglich ihr Gemahl bestattet. Im 8.oder 9. Jahrh. nämlich wurden dessen Re-liquien in die Basilika des hl. Papstes Cle-mens auf dem Caelius transferirt, weil er-sterer damals für den Oheim des Papstesgehalten wurde, und zugleich mit ihneneine Steinplatte, deren Inschrift besagt,dass ein Grab erworben worden sei, ,Fla-viae Domitillae divi Vespasiani neptis bene-ficio 1 (die übrigen auf diese Domitilla be-züglichen Inschriften bei de Rossi Bull.1865, 21, 23; R. S. I 267; Kraus R. S.75). Dass die beiden Clementes, Consulund Papst, schon frühe confundirt wurdenund nur für eine historische Persönlich-keit zu nehmen seien (Lipsius Chronol. d.röm. Bischöfe 158 ff.), ist unrichtig. Euse-bius und Hieronymus kennen beide. Letz-terer sagt (De vir. illustr.) vom BischofClemens: nominis eius memoriam usquehodie Romae exstructa ecclesia custodit.Unter dieser memoria kann nach dem da-maligen Sprachgebrauche nichts Anderesgemeint sein, als das Haus, in dem erwohnte oder die Gläubigen zu versammelnpflegte, und dieses wurde höchst wahrschein-lich jüngst wieder aufgefunden. Unter derjetzigen Basilica s. Clementis aus dem 12.Jahrh. lag verschüttet und ist nun aufge-deckt eine aus dem 4. Jahrh. und von derApsis letzterer führt eine Treppe abwärtszu Kammern, die gleichsam das Hypogaeumder Basilika bildeten und in Bau und Aus-schmückung auf die Zeit der F. weisen {deRossi Bull. 1870, 149 ff.; vgl. d. A. Cle-mens S. 297). Das Pontificalbuch giebtihm einen Faustinus vom Caelius zum Va-ter. Auch der Roman der clementini-schen Recognitionen bringt den Papst Cle-mens nicht in Verbindung mit der flavi-schen Familie, sondern nennt ihn einenVerwandten des Tiberius und scheint mitden Namen, die er dessen Brüdern undVerwandten giebt, anzuspielen auf die AciliiFausti (Acilius Glabrio wurde ebenfalls vonDomitian als Christ hingerichtet), ist übri-gens als historische Quelle ohne Werth.Auch die spätere apokryphe Litteratur

(Pseudo-Marcellus in den Martyreracten derhl. Domitilla) identificirt nicht beide Cle-mentes, sondern macht nur den Consul zumOheim des Bischofs {de Rossi Bull. 1863,29, 39, 89).

Der Consul Fl. Clemens hatte eine Schwe-ster, Flavia Plautilla, welche der Hinrich-tung des hl. Paulus beigewohnt und denchristlichen Glauben in ihrem Hause zu-rückgelassen haben soll. Ihr Cognomenkann sie nur von ihrer Mutter, der Ge-mahlin des FI. Sabinus, haben, die somiteine Plautia gewesen sein muss. Das setztdie christlichen F. in Verbindung mit Pom-ponia Graecina (s. d. A.), der Gemahlindes A. Plautius, deren Christenthum vonTacitus nach der Ansicht der bewährtestenAusleger bezeugt wird (Ann. 13, 32). Da-für spricht auch, dass T. Fl. Sabinus mitseinem Bruder Vespasian unter A. Plautiusals Legat in Britannien diente {Bio Cass.Hist. rom . 60, 20). Den Namen der Schwe-ster des Clemens, Plautilla, kennen wir nuraus den Martyreracten der hl. Domitillaund der hl. Petrus und Paulus , ihre Exi-stenz aber ist auch durch Profanschrift-steller verbürgt. Bruttius Praesens, einHistoriker (f um 220), von dem wir nurnoch Bruckstücke haben, erzählt nach demBerichte des Eusebius (H. e. III 18; Chron.ad ann. 16 Domit.), dass unter Domitian viele Christen das Martyrium erlitten unddass unter diesen Flavia Domitilla , eineSchwestertochter (l£ döeX<p?jc Ye-fovuioc) desConsuls Clemens, nach der Insel Pontia(Ponza bei Gaeta ) verbannt wurde, weil siesich als Christin bekannte. Diese Flavia! Domitilla, Tochter der hl. Plautilla, wirdI in der Kirche als Jungfrau und MärtyrinI verehrt (12. Mai) und gewöhnlich als jün-gere Domitilla bezeichnet. Im 4. Jahrh.besuchte die hl. Paula die Felsenhöhlen aufj Pontia, wo Domitilla lange Jahre der Ver-bannung verlebt hatte (Hieron. Ep. 108,ed. Vallarsii). Bestattet wurde sie urspriing-! lieh in Terracina, ihre Kämmerer NereusJ und Achilleus aber im Coemeterium Domi-tillae. Letztere, in den genannten Acteneunuchi cubicularii geheissen, waren nach| der jüngst (Nov. 1873) im Original aufge-fundenen damasianisclien Inschrift militesI cohortis praetoriae oder apparitores tyranni,

! sicherlich des Nero (vgl. luven. Sat. X 15),und als solche Zeugen des Heldenmuthesder Christen gewesen; selbst Christen ge-worden, flohen sie und traten in die Diensteder Domitilla. Ihre Reliquien übertrug un-I ter Clemens VIIL Cardinal Baronius mitdenen der hl. Domitilla in seine Titular-kirclie, die eben diesen Heiligen geweihtist. Auf die beiden Domitillon, auf Fla-vius Clemens, Acilius Glabrio und ihre Lei-densgenossen spielt offenbar Tacitus (Agri -