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Fusswaschung.
Gegenden gefundenen, edirten und unedir-ten Fibeln in Gestalt von Fusssohlen. Einesolche Fibel, in der Nähe von Mainz gefunden,bewahrt das dortige Museum. Eine weiteredaselbst bewahrte ist der erwähnten gleich.Altchristliche Fibeln in Fusssohlenform be-sitzen in Deutschland noch die Museen zuWiesbaden (gefunden bei Castel), zuDarmstadt (gefunden bei Mommenheim ),zu Basel (gef. bei Augst), zu Zürich (gef.bei Pest in der Donau ). Aehnliche Bedeu-tung hat der (seltenere) Fuss. Eine Lampeaus Thon in Gestalt eines Fusses (s. Taf. III 2meiner Bemerkungen), gefunden bei Castel,besitzt das Wiesbadener Museum. Ygl. MünzArchäol. Bemerk. 62 u. Taf. III 1 u. 2 . Einebronzene, mit aerugo nobilis überzogen,oben mit Henkel versehene Lampe in Fuss-sohlenform, gefunden bei Windisch, istunedirt im Museum zu Basel .
Folgt der Christ Christo nach, so voll-endet er glücklich seine Erdenpilgerschaft.Daher ist die F. auf Epitaphien Sym-bol des seligen Scheidens aus die-ser Zeitlichkeit. II Kor. 5, 8: wirhaben Lust, aus dem Leibe zu wandernund daheim zu sein bei dem Herrn. Vgl.Lupi Sev. epit. 68. Diese Deutung wird(gegen Schnitze Arch. Forsch. 277) bestä-tigt durch die neben dem Symbol vorkom-mende Inschrift IN DEO ( Boldetti Osserv.419). Symbol und Wort heissen also: derVerstorbene ist abgeschieden in Gott . Siewird weiter bestätigt durch die Fusssohlenauf heidnischen Monumenten, die als dva-brj|j.aTa oder Votivsteine nach glücklich zu-rückgelegter Reise gesetzt wurden und die-sen Zweck auch in den Worten PRO ITVET REDITV FELICI besagen. Diese Worteerläuternd sind manchmal zwei Fusssohlenvorwärts, zwei andere rückwärts gewendet.Lupi 68 (s. unsere Abb. Fig. 193). Vgl.
Fig. 193, Von einer Inschrift bei Lupi 68.
Gruter Inscr. ant. n. DCCCXX u. MCXXIX;Fabretti Inscr. ant. 472 (LICINIA • PIH-LETE || PRO • SALVTE• SVA • ET • SVOR || D -S • P). Auch Füsse inProfil kommen vor (s.Lupi 70 und unsere Abb.Fig. 194). Selbst ganzeFüsse hat man in lieid-
Fi*. 194 . Von einer nischen Gräbern, wie inOrabscbrift b. l u p i 7o. denen auf dem sog. Tod-
tenfelde bei Oberflacht am Lupfen im würt -tembergischen Amte Tuttlingen , je einerauf jeder Seite der Leiche, gefunden. Vgl.Die Heidengräber am Lupfen von Dürrichund Menzel. [Ein anderes Exemplar, grossausgeführt, besitzt das Museo Kircheriano in Rom ; es stammt aus S. Ermete (vgl.Perret pl. 52, 37; Lupi 70; V. SchnitzeArch. Forsch. 277, n. 53). K.]
Auf Siegelringen oder, wenn das Siegelselbst fusssohlenartig gestaltet ist, zeigt dieF. das Besitzrecht an nach dem Grund-sätze: quidquid pes tuus calcaverit, tuumerit. Daher wollen Manche das Wort pos-sessio ableiten von pedis positio. Auch beiden alten Hebräern (vgl. Ruth 4, 7; V Mos.25, 7) war eine Rechtscession nicht gültig,wenn nicht der Cedirende dem andern sei-nen Schuh übergab. Mit dem fusssohlen-artigen Siegel wurde eine Sache als Eigen-thum bezeichnet. Daher steht der Namedes Besitzers des Siegels meistens im Ge-nitiv, z. B. auf einem zu Wiesbaden ge-fundenen und daselbst bewahrten Bronze-siegel, das auf der Vorderseite (eine ganzdeutliche F. mit fünf Zehen) die Legende
FL PAVLINI
£
bietet.
Vgl. Nassau.
Annalen VII , Taf. II 1 u. 2 . Zwei ähnlicheSiegel, das eine mit der Inschrift PAVLI,das andere mit VITALIS, fand Perret inden Katakomben, IV, pl. XXIII 21 und pl.II 3 . | Andere Beispiele bei Boldetti 506(FORTVNIVS, Perret IV, pl.XI 4 ); AringhiII 698 (IVSTVS, d’Agincmirt Sc. pl. VIII 2S );Perret a. a. 0. n. 5 (SPES IN DEO). Vgl.Munter Sinnb. I 54; Bellermann Die alt-christl. Begräbnissst. 33; Pelliccia III 225und Cavedoni Ragguogl. 40, welche in denumgekehrten Fusssohlen den Ausdruck desSchmerzes über den Verlust der Liebensehen, wogegen mit Recht Smith Dict. I682. K.] münz.
FUSSWASCHUNG. 1) Die F. beim letz-ten Abendmahle findet sich in den Zeitender Verfolgun-gen gar nicht,in der Zeit desFriedens nurselten, nämlichauf einem rö-mischen (Bot-tari T. XXIV)und auf einemgallischen Sar-kophage vonArles ( MillinVoyages pl.
LXIV 1 ; LeBlaut Sarcoph. 1#5 Von einem Sarkopbag ioü Arles 18, pl. Arles .