Gebet.
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man Gott für die begangenen Sünden Genug-
verrichtet wird (D. c. T. c. 90). Seiner-seits meint Tertullian , es wäre streng ge-nommen der bedrängten Lage des Mosesangemessener gewesen, wenn er, statt sitzendmit ausgestreckten Armen, vielmehr mitgebogenen Knieen, mit den Händen an dieBrust klopfend und das Angesicht zur Erdegelegt, gebetet hätte (Adv. Marc. III, c. 18).
Dies scheint der Ausdruck der tiefsten Er-niedrigung und des flehentlichsten Gebetes j Samstagen das Knieen strenger verpflichtetgewesen zu sein. Die Geschichte hat uns i zu haben, als sonst. Nach Tertullian hateinige feierliche Momente erhalten, wo das! die durch ein paar Leute eingeführte, mit
der Ueberlieferung in Widerspruch ste-
tliuung leisten wollte, wurde die sonst üblicheKniebeugung nicht bloss durch Händeerhe-bung , sondern auch noch durch anderwei-tige Yerdemüthigungen verschärft, in derHoffnung, durch diese Acte der Busse undZerknirschung desto eher Gnade und Ver-zeihung von Gott zu erlangen. Ausser anden Fast- und Stationstagen scheint auch an
G. unter so demüthigen Aeusserungen statt-fand. Am Tage vor der projectirten Wie-deraufnahme des Arius in die Kirche sperrtesich Bischof Alexander allein in die Irene-kirche und warf sich am Fusse der hl. Mensaauf die Erde nieder (sm aropa ixxeivac), in-
hende Sitte, am Sabbath die Kniee zu scho-nen, in den Gemeinden eine tiefe Spannungveranlasst, woraus folgt, dass man bis da-hin am Sabbath allgemein gekniet hat unddass man auch rücksichtlich der zufälligen
brünstig flehend, dass Gott einen solchen j äusseren Riten mit der Tradition nicht gerneGreuel verhindern wolle ( Soc . H. e. I, c. brach. Gott gebe seine Gnade, wünscht37). Als Kaiser Theodosius zum ersten-j Tertullian , dass die Neuerer entweder vonmale nach der bekannten Scene mit dem ihrer Praxis abstehen, oder jedenfalls, ohne
Andere zu ärgern, ihrer Meinung folgen
hl. Ambrosius wieder in die Kirche trat,betete er ,nicht stehend, noch knieend, son-dern mit zur Erde niedergeworfenem An-tlitz, raufte sich an den Haaren, schlugsich an die Stirne und benetzte den Boden
(1. c. c. 23). — Das Sitzen und Liegen an-langend, so war dasselbe beim G. nur Ein-zelnen aus besonderen Rücksichten gestattet,nämlich den Kranken (der hl. Ambrosius
mit Thränen 1 ( Theod . H. e. Y, c. 7). Schon j hat längere Zeit unmittelbar vor seinemdiese Beispiele beweisen, in welchen Fällen [ Tode ,mit ausgespannten Armen 1 gebetet,derartige Uebungen besonders zur Anwen-1 raulin. Yit. c. 47), den Schiffenden, danndüng kamen. Die Monumente bestätigen : überhaupt denen, die ein Geschäft zu ver-
diese Sitte. Auf vielen altchristlichen Sar-kophagen sieht man zu den Füssen Christiknieende Gestalten; auf einem Sarkophagzu Arles (MillinMidi de laFranceAtl. pl. LXVI,besser bei LeBlant Gaz. ar-clieol., juill.
1875, 73 f. undSarcopli.d’Arles p. 28, pl. XVII;s. unsere Fig.
197) tritt dasweitere Detailhinzu, dass dievor den ErlöserhinstürzendenPersonen sichdas Antlitz zurTrocknungihrer Thriinenverhüllen. Ter-tullian sagt esübrigens mit
klaren Worten: ,an den Fast- und Stations-tagen findet kein G. ohne Kniebeugung u n ddie übrigen gebräuchlichen Verdeinüthigun-gen statt, denn wir beten dann nicht bloss,sondern wir thun Abbitte und leisten Gott un-serm Herrn Genugtuung 1 (De orat. c. 23).Also in den Fällen und an den Tagen, wo
richten hatten, das die für das G. eigensvorgeschriebene Haltung nicht zuliess (cfr.Orig. Lib. de orat. c. 31). Ohne ausrei-chende Ursachewährend des Ge-betes zu sitzen,hielt man mitder Gott gebüh-renden Ehr-furcht für un-verträglich. Esgilt für unan-ständig , sagtTertullian , vorden Augen undin Gegenwartdessen, den manhochachtet undverehrt, sich nie-derzusetzen ; umwieviel mehr istes im höchstenGrade unehrer-bietig (irreligio-sissimum), imAngesichte des lebendigen Gottes, und wennder Gebetsengel noch dasteht, sich zu setzen,es sei denn, man wollte Gott in Form einesVorwurfs zu verstehen geben, dass uns dasG. müde gemacht hat (1. c. c. 16). DerUmstand, dass nach der hl. Schrift jenerEngel, der des Tobias G. vor den Herrn