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Erster Band. A - H.
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Gebet, liturgisches, und Gebetsformularien.

dieser Hinsicht in der alten griechisch-orien-talischen Kirche eine von der lateinischenKirche abweichende Praxis. Nach den apo-stolischen Constitutionen und anderen grie-chischen Quellen mussten sich nach derHomilie die Nichtchristen (aitwxoi) und dieKatechumenen ersten Grades (die axpocop^voi)entfernen auf den Ruf des Diakons: p.r ( tuxüiv dxpou)(xlvcov, irr} xic xüiv eouaxujv; nacheiner weitern Aufforderung an das Volk,für die Katechumenen zu beten, spricht derDiakon ein ergreifendes, herzliches Gebetfür die Wiedergeburt der Katechumenen( Const. Apost. VIII, c. 6; Chrysost. Hom. 2in II Cor.), das Volk und vor ihm einKnabenchor (iratdid) ruft auf die einzelnenBitten : xupie ilirpov; am Ende spricht derBischof eine kürzere Oration (hzixkrpit) undertheilt den Segen, worauf die Katechume-nen entlassen werden. In gleicher Weisekommen alsdann die Energumenen unddie Pönitenten an die Reihe. Erst nachderen Entfernung beginnt die Gläubigen-messe und damit das allgemeine Gebet imeigentlichen Sinne. Nachdem der Diakonsein p./} Tic xuiv p.rj Sovapiviov ~poeXi}exa>(Niemand von denen, welchen es nicht ge-stattet ist, entferne sich) gerufen, forderter zur Kniebeugung auf (xXi'voup^v yovo, fle-ctamus genua ) und recitirt hierauf von demAmbon herab die einzelnen Bitten der Pros-phonese; bei jeder Bitte antwortete dieGemeinde: kyrie eleison, so dass das ganzeGebet litaneienartig vorgetragen wurde. Undam Schlüsse sprach der Bischof, die BittenAller zusammenfassend, eine Epiklese. Weildie verschiedenen Fürbitten Empfehlungeneinzelner Stände und Anliegen an Gott wa-ren, nannte man das allgemeine Gebet auchirapaOeastc, commendationes (Conc. Milev.c. 12 und Basil. M. Ep. 241), einmal xrj-puTpaxa £xxXr)3iasTixd, d. i. (vom Diakon)verkündete Kirchengebete, preces indictae.Fragen wir nach dem Inhalte oder fürwen und für was in diesen Rogationen ge-betet wurde, so hatte Paulus 1. c. dieGrundlinien gezeichnet: 07 r£p xav xiov dv-dp<uii<uv, urap fteiXetuv xat iravxiov xtüv hÜTtEpoyji ovtojv. Dieses Gebetsobject wurdeallmälig in seine Theile zerlegt und in man-chen Liturgieen zu langen Rogationen aus-gesponnen. Im Allgemeinen aber wurdegebetet für den Frieden der Welt (Paulushatte dies als Zweckbestimmung gesetzt:damit wir ein stilles und friedliches Lebenführen, I Tim. 2, 3), für die Früchte derErde, für die kirchlichen Ordnungen •—Bischöfe, Priester, Diakonen, Lectoren,Sänger —, für die Regenten, Jungfrauen,Wittwen und Waisen, Reisenden, Gefange-nen, auch für die Ungläubigen (der Apostelsagte: damit Alle gerettet werden; undAugustin. Ep. 107 ad Vital, musste das Ge-

bet für die Ungläubigen, das Vitalis an-gegriffen hatte, in Schutz nehmen), zuletztfür die anwesende Gemeinde. Tert. Apol.39: oramus etiam pro imperatoribus, proministris eorum et potestatibus, pro statusaeculi, pro rerum quiete, pro mora finis(Hinauschiebung des Endes); etwas erwei-tert ist dieses Gebet bei Cyrill. Hieros. Cat.myst. V, c. 8: obsecramus Deum pro com-muni ecclesiarum pace, pro recta mundicompositione, pro imperatoribus, militibuset sociis, pro infirmis et iis qui afflictioni-bus premuntur, et pro omnibus universim,qui opibus indigent precamur nos omnes ethanc victimam offerimus. Während Chry-sostomus Hom. 78 in loh. nur ,die Nicht-getauften, die Kranken, die Früchte derErde, Land und Meer‘ in seinem allgemei-nen Gebete erwähnt, bietet er eine aus-führlichere Formel aus der antiochenischenLiturgie De obscur. prophet. serm. II. Einlanges, litaneienartiges allgemeines Gebetsteht bereits in den Const. Apost. VII, c. 9.In der lateinischen Kirche erinnern zweiAngaben über den Inhalt unseres Gebetes,die eine in der Decretale Coelestins Ep. 21(Coustant ) und die andere bei August. Ep.207 ad Vital, an die jetzt noch üblichenOratorien in der Praesanctificaten-Messe desCharfreitags. Nach ersterm beten die ,san-ctarum plebium praesules apud divinam cle-mentiam humani generis causam agentes ...tota secum ecclesia congemiscente 1 . . . fürdie infideles, Iudaei, haeretici, schismatici,lapsi et catechumeni. Grössere Formulares. bei Bingham VI 236; Daniel Cod. liturg.IV 56, 102 (liturg. s. Iacobi); die ambro-sianische Liturgie bei Selvaggio Ant. Christ.II, I, c. 1.

Aus den Synapten gingen im Abendlandedie Litaniae hervor, während innerhalb derMessliturgie dieselben sich verkürzten undtheils in dem noch erhaltenen allgemeinenGebet ,für alle Anliegen der Christenheit 1 ,das auf die Predigt folgt, theils in denDiptychen und in dem stillen Memento descelebrirenden Priesters eine Stelle fand;nur in den Oratorien des Charfreitags er-hielten sich die älteren Formulare.

b) Gebet für den Fürsten . Im Vor-ausgehenden ist dieses Gebetes bereits ge-dacht und gezeigt, dass dasselbe auf einedirecte Mahnung des Apostels Paulus zurück-geht und eine Stelle in der Liturgie hatte.Hier haben wir dies noch näher zu begründen.Schon die Juden beteten für die heidnischenLandesfürsten (Bar. 1, 10; I Esdr. 6, 10;vgl. los. Flav. De bell. lud. II, c. 11), undChrysost. und Oecumen. in I Tim. 2, 1 er-klären ausdrücklich, dass auch die Christenvon jeher für die Fürsten , selbst wenn sieHeiden waren, beteten. Von den aposto-lischen Vätern an geben die Apologeten