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Erster Band. A - H.
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Geist, hl.

bei ist nicht ausgeschlossen, dass man manch-mal, um der Liebe zu den Verstorbenenauch bei diesen Erkennungszeichen Aus-druck zu geben, absichtlich kostbarere G.oder solche, die dem Verstorbenen gehörthatten und ihm besonders lieb gewesenwaren, z. B. bei Kindergräbern deren Spiel-sachen wählte, und anderseits darf die vor-wiegende Wahl weltlicher Dinge nicht alsein Zeichen von Gleichgültigkeit gegen dieVerstorbenen gedeutet werden, da der Zweckihrer Anbringung ein materieller, kein mo-ralischer war. Vgl. hauptsächlich de Rossi

R. S. III 576; Kraus R. S. 2 506; Raoul-

Rochette Tableau des Catacombes, Par. 1837,241 f. ; ders. Memoires sur les antiquitesehret. III; Bellermann Die altchristlichenBegräbnissstätten 49 ff. iieuser.

GEIST, hl. Dem hl. G. wird von derSchrift und den Kirchenvätern die Heili-gung des Menschen per appropriationemzugeschrieben und unter diesem Begriffedes Heiligmachers hat die christliche Kunstihn meistens bildlich dargestellt. Wie derVater bei der Taufe Christi durch dieStimme sich offenbarte und seine Gegen-wart durch eine in der Höhe erscheinendeHand ausgedrückt wird, wie der Sohn un-ter der Gestalt der angenommenen Mensch-heit oder unter dem Sinnbild des Lammesoder Fisches dargestellt wird, so wurde fürden hl. G. die Gestalt der Taube ausge-wählt, wozu seine Erscheinung bei der TaufeChristi Veranlassung gab (Luc. 3, 22; Joh.1, 32; Marc. 1, 10; Matth . 3, 16). In die-ser Weise liess der hl. Paulinus von Koladie heiligste Dreifaltigkeit in der dem hl.Felix geweihten Basilika darstellen, wie er(Ep. XXXII 10) schreibt: pleno coruscatTrinitas mysterio || stat Christus agno. VoxPatris coelo tonat || et per columbam Spiri-tus sanctus Huit. In allen Darstellungender Taufe Christi erscheint die mystischeTaube, welche über den Sohn Gottes her-absteigt. Ohne Zweifel ist die älteste der-selben jene in der Krypta der hl. Lucinaaus dem 2. Jahrh. Neben derselben führenwir noch an die Darstellungen im Bapti-sterium Ursianum in Ravenna (CiampiniVet. mon. III, tab. 60), im BaptisteriumPontianum in Rom (Bosio R. S. 131), in

S. Gennaro in Neapel (Garrucci Art. crist.tav. 94), auf einem Sarkophag von Arles (1. c. tav. 351), auf einem andern von Ma-billon (Annal. Bened. I 622) edirten u. s. w.Auf dem Mosaikbilde im Oratorium Jo-hanns VII im Vatican (s. Müntz in Revuearcheol. 1875, pl. 17) und auf einem syri-schen Codex der laurentianischen Bibliothekzu Florenz (Biscioni Bibi. Med. Laur. VI)sieht man ausser der Taube auch noch dieHand des Vaters, um die bei jenem Er-

eigniss erschollene Stimme auszudrücken.Auf dem Sarkophag des Iunius Bassus (BosioR. S. 45) aber, wie auch auf dem Mosaikin S. Pudenziana (de Rossi Bull. 1867, 59),auf dem von de Rossi (Bull. 1876, 11) be-schriebenen römischen Sarkophag, der mitdem von Garrucci (1. c. tav. 386) edirtenidentisch ist, erscheint das Lamm in denFluss eingetaucht, über dasselbe giesst dieheiligmachende Taube selbst das Wasseraus. Noch klarer ist dieser Gedanke aufeinem Basrelief von Monza ausgedrückt, wodie Taube ein ausgeleertes Wasserkännchenim Schnabel hält (Mozzoni Tav. cron. St.Eccl., sec. VII 81). De Rossi (Bull. 1876,11) ist daher der Ansicht, dass die Taubeim Baptisterium von S. Maria in Cosmedinzu Ravenna (Ciampini 1. c. tab. 23) undauf dem Diptychon von Mailand (BugattiAtti di S. Celso, tav. 2) nicht Lichtstrahlen,wie man fast allgemein annahm, sondernWasser ausgiesst. Zuweilen sieht man dieTaube über dem Lamm, wie z. B. auf einemSarkophag zu Ravenna (Garrucci 1. c. tav.389), zuweilen dagegen über dem Kreuze,wie auf der berühmten Lampe von Porto(de Rossi Bull. 1868, 77), auf einer andernbei Bosio (R. S. 203), auf der von Vettori(Numis. Aen. vett. Christ. 74) edirten, so-wie auf einigen Bechern (de Rossi Bull.1872, 144). Eine sehr schöne Darstellungfindet sich auf einer von Lasteyrie (Mer dela soc. des antiq. de France t. XXII) edirtenLampe, wo das mit dem Kreuze bezeich-nete Lamm auf dem Haupte ein anderesKreuz mit der symbolischen Taube hat.

Nach der Lehre der Kirche hat das de-positum fidei und besonders die hl. Schriftden göttlichen G. zum ersten und eigent-lichen Urheber. In dieser Auffassung er-scheint er in Gestalt der Taube in derMitte eines mit Mosaik bekleideten Gewöl-bes in S. Prisco (bei Capua ) zwischen achtSchriftrollen oder Büchern, deren einigedie Namen der Evangelisten tragen, wäh-rend auf dem untern Streifen Apostel undMärtyrer ihm Kränze darreichen (Garrucci1. c. tav, 254). Schöner noch ist eine Dar-stellung im amiatischen Codex, wo von demSchnabel der Taube in der Mitte einesKreises zwei Bänder ausgehen, welche sechslatercoli halten nach den sechs Klassen derhl. Bücher, als geschichtliche Bücher, pro-phetische Bücher, Evangelien, Episteln,Apostelgeschichte und Apokalypse, indemdie zwei ersten Klassen (A. Test.) sich aufdas eine, die vier anderen (N. Tost.) sichauf das zweite Band stützen (Bandini Bibi.Leop. II, 1, 715). Als Beistand der katho-lischen Kirche bei der authentischen Erklä-rung der Schrift und Tradition erscheintder hl. G. auf einem Graftitto im Coeme-terium Ad duos lauros (Bosio R. S. 327;