Band 
Erster Band. A - H.
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Geist.

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s. unsere Figur 209), auf der Kathedrasitzend, wie auf einer Darstellung der Eti-masia über einem auf der Kathedra liegen-

Fig. 209. Graffito (nach Bosio).

den Buche (de Rossi Bull. 1872, 129) undauf einem Mosaik in S. Prisco ( Garrucci1. c. tav. 257).

Der hl. G. heiligt nach der Lehre derVäter die Materie der Sacramente, verleihtdiesen wichtigsten Kanälen der Gnade Got-tes Kraft und Wirksamkeit. So schreibtTertullian (De bapt. 4): supervenit Spi-ritus et aquis superest sanctificans eas desemetipso et ita sanctificatae vim sanctifi-candi contribuunt. Aelmlich spricht sichCyrill von Jerusalem (Catech. XXI) überdas Oel des Chrisma aus. Der gleiche Ge-danke findet sich auch in den alten Litur-gieen ausgesprochen; ein Gebet bei derWeihe des Oeles am Gründonnerstag imSacram. Gelas. ( Muratori Liturg. Rom. vet.II col. 558) enthält die'Worte: ,ut in hancpinguedinem olei . . . Spiritus immiscere vir-tutem . . . digneris 1 etc. Aehnlich lautet einGebet bei der Weihe des Taufwassers amgleichen Orte (II, 1, 509). Das Sacram. Greg,enthält dieselben Ausdrücke (1. c. II, 2, 55,03). Desshalb sehen wir den hl. G. auch aufeinigen Darstellungen der Taufe einfacherGläubigen unter dem gewöhnlichen Symbolherniedersteigen, um den Xeophyten zuheiligen, wie z. B. auf dem römischen Glasevon Alba, auf dem Grabstein von Aquileja ,wo das Wasser aus einem die Taube um-gebenden Sternen-Niinbus herabkommt; end-lich auf dem in derselben Stadt aufgefun-denen Löffel, auf welchem die Taube selbstdas Wasser über den Täufling giesst (vgl.de Rossi Bull. 1870, 7 ff.).

Auch auf den so zahlreichen Bildern vonXoe mit der Arche, auf denen die Taubegegen Xoe hinfliegt, muss in dieser einSymbol des hl. Geistes anerkannt werden..Denn die hl. Väter sehen in der Sintfluthein Vorbild der Taufe, und zwar einigeeinen directen Hinweis auf die Taufe Christi;s o schreibt Ambrosius (Ep. 42 ad Sor.):

Real-EncyklopKdie.

,Synagoga non intellexit illam columbamquae ramum oleae detulit post diluvium;illa enim columba postea descendit cumChristus baptizaretur", und schon hundertJahre früher hatte Cyprian (Ep. 74 adPomp.) geschrieben: ,columba Spiritus sanctiexpulso alite deterrimo ita ad Xoe quasiad Christum in lordane devolat‘ etc. An-dere sehen in der Sintfluth ein Vorbildder Taufe überhaupt und in der Taube dasVorbild des hl. Geistes. Xach Tertullian (De bapt. 8) fliegt dem aus dem Tauf-wasser steigenden Gläubigen die Taube deshl. Geistes zu, wie dem Xoe in der Arche,und der anonyme Verfasser des W r erkesDe prom. et praedict. Dei schreibt: qui novitpost diluvium ramum oleae columbam adarcam portasse; daher beschreibt Ambrosius(Inni, ed. Biraghi 144) das in seiner Biblio-thek befindliche Gemälde Xoe’s mit folgen-den Worten: arca Xoe nostri typus est etSpiritus || qui pacem populis ramis praetenditolivae. Mit diesem stimmen viele andereVäter und die alten Liturgieen überein (vgl.Muratori Liturg. Rom. vet. II, 1, 558). Da-rum hatten die zu liturgischem Gebrauchedienenden Gefässe zuweilen die Gestalt einerTaube und die Tauf- und Chrisamgefässedieser Art deuten zweifellos gewiss auf denhl. G. hin, als auf denjenigen, welcher dendie hl. Sacramente empfangenden Gläubigenseine Gnade eingiesst. Zu dieser Klasse ge-hört jenes berühmte Oelfläschchen zu Rheims,das bei der Taufe Chlodwigs gebraucht wurde(de Rossi Bull. 1876, 11 ; Martigny Art.Esprit, Colombe euchar.).

Auf dem Mosaikbilde in der liberianischenBasilika aus der Zeit Sixtus’ III überschattetder hl. G. in der Darstellung der Verkün-digung in der Gestalt der Taube die seligsteJungfrau (Ciampini Tav. 49); in gleicherGestalt erschien er bei der Wahl des hl.Papstes Fabian (Euseb. II. e. VI 29). Undweil der hl. G., der die Märtyrer mit seinerGnade stärkte, auch ihre Siegeskrone war,sehen wir ihn auf einem Bilde im Coeme-terium der hl. Priscilla gegen die drei Jüng-linge im Feuerofen hinfliegen (Bosio R. S.551), und schildert ihn Prudentius, wie erden Märtyrer von Calahorra an die Stelledos Martyriums hinbringt, welche späterin ein Baptisterium verwandelt wurde. Erschreibt nämlich (Perist. VIII 11): Spiritusaethereo solitus descendere lapsu || ut de-derat palmam sic fribuit veniam. Als loh-nender Vergelter kommt er auch vor inden Acten der hl. Regina (Boll. 7. Sept.)und anderer Heiligen, und auf einem Steinein S. Callisto sieht man ihn gegen die Seeledes Verstorbenen hinfliegen (de Rossi R. S.III 289). Eigenthiimlich ist die Darstellungdes hl. Geistes auf dem berühmten Sarko-phag von S. Paolo, nun im Lateranmuseum.

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