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Gesang.
fernere Ausbildung der hl. Liturgie undder für dieselbe bestimmten Gesänge. Alserster bekannter Verfasser von geistlichenGesängen erscheint unter den Abendländernder hl. Hilarius, Bischof von Poitiers (f 366).Derselbe hatte nach dem Berichte des hl.Hieronymus, dessen Zeitgenosse er war, fürseine bischöfliche Kirche eine eigene Litur-gie verfasst, in welcher er dem Hymnen-gesange eine bedeutende Stelle angewiesenhabe. Mit Sicherheit vermögen jedoch dieihm zugeschriebenen Stücke kaum mehrnachgewiesen zu werden. Einige, wie auchDaniel (Thesaur. hymnol. I 6), halten ihnfür den Auctor der Pfingsthymne ,Beatanobis gaudia‘.
Vorzüglich aber war es der grosse mai-ländische Bischof Ambrosius, der als be-sonderer Pfleger des lateinischen Kirchen-gesangs auftrat. Was er für die Einfüh-rung der Wechselgesänge gethan, ist ausden Artikeln Antiphon und Antiphonar zuersehen. Sein Biograph, der Diakon Pau-linus, erwähnt auch ausdrücklich dessenBemühungen für die Anordnung und Re-gelung des Hymnengesangs beim Gottes-dienste. Auf seine Theilnahme an der Au-ctorscliaft des sog. ambrosianischen Lobge-sanges scheint dieser grosse Kirchenlehrerin seinem Werke De Spiritu sancto selberhingedeutet zu haben, wenn er schreibt:,man behauptet, dass ich das Volk mittelstvon mir verfasster Hymnen verführe. Ichstelle es nicht in Abrede; ich habe in derThat einen G. aufgesetzt, dessen Gewaltüber Alles geht; denn was ist gewaltiger,als das Bekenntniss des dreieini-gen Gottes? Mittelst dieses Gesangessind solche, die kurz vorher noch Schülerwaren, zu Meistern herangebildet worden. 1Jedenfalls mögen die tief ergreifenden undwunderschönen Klänge des Te Deurn schonbei ihrem ersten Ertönen sich mit so ge-waltiger Wirkung des menschlichen Her-zens bemächtigt haben, dass sie zum Siegeder angefochtenen und verfolgten Recht-gläubigkeit über den Arianismus nicht We-niges beitrugen und sich dann noch ferner-hin im Laufe von 15 vollen Jahrhundertennicht bloss durch den erhabenen Inhaltihres Textes, sondern auch durch ihre in-nigst ansprechende Vermischung von Psal-modie und Antiphonie als ein voneinem gottbegeisterten Meister geschaffenesTonwerk bewährten, das immer noch alsneu und frisch, als würdevoll und erhebend,als gewaltig und grossartig sich erweist,und darum auch jetzt noch immer höchstgeeignet ist, die erhabensten Feste derKirche und die glücklichsten und freudig-sten Begebenheiten des christlichen Volkesals Lob- und Dankgesang an die Gottheitzu verherrlichen.
Dass dieser hl. Kirchenlehrer für diePflege des Kirchengesangs noch in andererWeise wirkte, zeigt jener Zeitpunkt, woman ihn zwingen wollte, die ausser derStadt Mailand gelegene Kirche P o r t i a n aan die Arianer abzutreten und man dieDrohung ausstreute, ihn durch Verbannungoder gar durch bestellte Meuchelmörderaus dem Wege zu schaffen. In dieser be-drängten Lage fand der Heilige Hülfe undTrost an seinem treuen Volke, das ihn inseiner Kathedrale Tage und Mächte hin-durch beschützte und deren Eingänge be-wachte. Da fand er auch während dernächtlichen Stunden die Veranlassung, mitseinem Volke hl. Gesänge nach der Weiseder Orientalen einzuüben, wobei selbt roheKrieger zum Lobe Christi einstimmten, undein hl. Augustin Thränen innigster Rüh-rung vergoss. Bei dieser Begebenheit fin-den sich auch die ersten Anfänge einerkirchlichen Sängerschule, indem derhl. Bischof auch Kinder in jenen Gesangs-weisen unterrichten und sich an der Pro-duction derselben betheiligen liess, so sehrauch die Arianer darüber spotteten.
Die Anzahl der metrischen Kirchenhym-nen, die der Auctorschaft des hl. Ambrosiuszugeschrieben werden, ist eine ziemlich be-deutende. Neueren und älteren Forschun-gen zufolge erscheint er als der Verfasserfolgender Hymnen, welche theilweise zuden früher, theilweise zu den jetzt nochgebräuchlichen gehören: Aeterna Christimunera (de Apostolis); Aeterne rerum con-ditor (de Dominica ); Apostolorum passio(de Apost.); Agnes beatae virginis (de b.Agnete); Apostolorum supparem (de b. Lau-rentio); Consors paterni iuminis (feria III);Christo profusum sanguinem (de Martyri-bus); Deus Creator omnium polique (Sab-bato); Fit porta Christi pervia (de Beata);Hic est dies verus Dei (Pascha); lam Chri-stus astra ascenderat (Ascensio); lam sol re-cedit igneus (Sabbato); lamsurgit hora tertia(ad Tertiam); Illuminans altissimus (Epipli.);Somno refectis artubus (fer. II); Splendorpaternao gloriae (dito); Stephano coronaemartvrum (de s. Steph.); Veni redemptorgentium (de adventuj; Victor, Nabor, Fe-lix pii (de s. Victore).
Solche Erzeugnisse der Andacht und from-men Begeisterung fanden bald eine weiteVerbreitung und vielfältige Nachahmung.Der hl. Augustin führte solche Gesängeauch in der Kirche von Hippo ein, sodass das Volk am S. Loontiusfeste des Jah-res 395 den Gottesdienst der Nachmittags-feier, statt des früher gewohnten missbräuch-lichen Gastmahles, durch Absingung heili-ger Hymnen bis zur Tagesneige in derKirche fortsetzte. An den verschiedenenKathedralen bildeten sich allrnälig dieLitur-