606
Glasfenster.
worden; ,sine usu ab initio relictum 1 wurdees nachher in eine Wohlthätigkeitsanstaltverwandelt (Bull. 1869, 84).
Wenn wir trotz des Abscheues der Chri-sten gegen die Gladiatorenspiele dennochauf den Monumenten wiederholt Darstel-lungen von Gladiatoren finden, so erklärtsich das aus der (unter Art. Kränze dar-gelegten) allegorischen Auffassung des Le-bens unter dem Bilde des Kampfes in derArena. de waal.
[Ueber die wichtigsten Darstellungen,welche hierher gehören, s. d. A. Kampf.Hier sei nur noch bemerkt, dass V. Schultee(in Zeitschr. f. K.-R. III 661) vollständigim Irrthum ist, wenn er in dem 1879 auf-gedeckten Gemälde von S. Sebastiano dieDarstellung eines hier beigesetzten christ-lichen Gladiators sieht und demnach meint,es habe solche gegeben, ohne dass diesel-ben, gemäss Const, Apost. VIII 102, vonder kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossenwurden. K.j
(xLASFEN’STER. Die Verwendung desGlases zum Verschluss der Fenster war denAlten keineswegs unbekannt. Zwar warman früher der Ansicht, dieselben hättensich zum Verschluss ihrer Fenster nur derLäden oder Jalousieen, wie jetzt noch viel-fach im Süden (vgl. Jahn Ad Pers. IIT, 1,p. 144), oder des Fensterglimmers bez. dün-ner Steinplatten bedient (lapis specularis,Plin. Nat. hist. XXXVI, § 160—162, 183;
IX, § 113; III, § 30; XXXVII, § 203),welche die Griechen xo Siatpavsc nannten(Galen, vol. XIII, § 663, ed. Kuhn) und vonwelchem sie das Glas (I) uaXoj Zc'/cr.upivr J ) ge-nau unterschieden. Eine Reihe von Aeusse-rungen alter Schriftsteller über Fenster,Specularia, an Häusern, Bädern, Treibhäu-sern ( Senec. Ep. LXXXX 25, LXXXVI 11;
X, a. IV, 13, 7; Plin. Ep. II 17, 21; Si/m-posii Aenigma 67 bei Wernsdorf P. L. M.VI 542; Paulin. S. R. III, 6, 56; Dig.XXXIII 7, 12, § 16, 25; Plin. Xat. hist.XIX, § 64: Martial. VIII 14; Columella
XI, 3, 52; Lada,nt. Opif. Dei VIII 11)sind dann auf solche Specularien bezogenworden, weil dieselben jedenfalls viel bil-liger als Glasfenster waren und ausserdemdie Sonnenstrahlen dämpften ( Philon. lud.Leg. ad Caium 45, II 599, Mangey = VI164, ed. Tauchnitz). Vgl. dazu Quatremerede Quincy Mem. sur la maniere dont etaienteclaires les temples des Grecs et des Ro-mains, in Hist, et mem. de l’Institut, CI.d’hist. 1818, III 272; Marquardt Privat-alterth. TI 343. Indessen hatte schon Winckel-mann (Anm. über die Baukunst der AltenT, § 63) aus den in Herculaneum gefunde-nen .platten Stücken Glas‘ geschlossen, dassdie Römer schon in der frühem Kaiserzeit
G. besessen haben müssen (vgl. Werke II251, 343). Später wurden auch in Pom-peji , z. B. in den Bädern, der Casa delFauno, dem Hause des Actaeon (s. die Be-lege bei Marquardt II 343), G. und inVelloia sogar mattgesehliffene Fenstergläser(de Lama Iscrizioni anticlie della scalaFarnese 29) gefunden. Mazois II 52 siehtin dem von Winckelmann Mon. ined. 266,tav. 204 herausgegebenen antiken Bild mitder Inschrift: BAL neum FAVSTINES denFensterverschluss der Säulenhallen deutlichangegeben. Der letztere Umstand wäre fürdie Geschichte der Verglasung unserer Ba-siliken nicht unerheblich. Zunächst sind beiunseren altchristlichen Bauten zum Ver-schluss der Luft- und Lichtöffnungen, welchemeist zahlreich und klein waren, die Stein-(Marmor-) oder Holzgitter (Transennae, s.d. A.) in Anwendung gekommen, geradewie in nichtchristlichen Bauten, z. B. in denCaracalla-Tliermen. Solche Transennae sindin den Katakomben mehrfach gefunden wor-den; die Basilika S. Lorenzo fuori le murabesitzt noch jetzt Exemplare dieses Ver-schlusses von grosser Einfachheit (Abbildung! bei Bensens Eiern, d’arch. ehret. I 178);andere bietet S. Martino ai monti in Rom (eb. 179). Noch im J. 1200 wurden dieFenster von S. Miniato bei Florenz mitweissen Marmorplatten geschlossen; sehrmerkwürdig ist auch der Fensterverschlussder Basilika von Torcello bei Venedig , woeine Marmorplatte sich auf marmornen An-geln bewegt (Abb. bei Bensens a. a. O. II179).
Neben diesen Fenestrae gypseae kamenaber, sicher seit dem 4. Jahrh., auch eigent-liche G. vor. Als Zeugen dafür wird manLadant. De opif. Dei c. 8 (verius et mani-festius est mentem esse quae per oculosea quae suut opposita, transpiciat quasi perfenestras perlucente vitro, aut speculari la-pide obductas), wo trotz aller Einrede dochoffenbar G. erwähnt sind, weiter Hieron.Comm. in Ezecli. 41, 16 (fenestrae, nonspeculari lapide nee vitro, sed lignis inter-rasilibus clausae), Prudentius (Peristoph.XII 53—54 (tum camuros hyalo insignivarie cucurrit arcus, |j sic prata vernis Hori-bus renident, von S. Paolo f. 1. m.) anführenkönnen. In die fränkische Zeit fallen dieZeugnisse des Sidonius Apollinaris Epp, II10, wo das durch die Fenster der LyonerKirche fallende Licht dem gelben Metallverglichen wird (intus lux micat atque brac-teatum || sol sic sollicitatur ad lacunar || fulvout eoncolor erret in metallo. |j Distinctumvario nitor marmor, || poreurrit cameram so-lum, fenestras: || ac sub versicoloribus figu-ris || vernans herbida crusta sapphiratos ||Hectit per prasinum vitrum lapillos; cfr.Sirmond. Opp. var. I 506); Greg. Turon.