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Glasgefässe.
de Rosst Bull. 1875, 138 f. ausführlich han-delte, und welches mit seiner räthselhaftenInschrift: S-M, S-N (salus mea? salusnostra?) eb. tav. X 3 ' 4 abgebildet ist. Petj-resc besass zwei gläserne oder vielmehrkrystallene Tische, die er IX0YC chri/sta-litnis pensilis nennt (Inscr. du cab. de Pey-resc, Bibi, de Troyes, cod. 374, p. 70, beide Rossi a. a. 0. 139); indessen wurde einFisch aus Bergkrystall auch in Pompeji 1869gefunden (eb. 138), so dass der christlicheCharakter dieser Denkmäler ohne Inschriftmehr als zweifelhaft ist. kraus.
GLASGEFÄSSE , christliche. Beim Be-ginne der christlichen Aera war zu Rom das Glas noch so selten und galt als sokostbar, dass die Dichter des augusteischenZeitalters für das Wasser kein poetischeresBild haben, als das Glas (fons splendidiorvitro, ros vitreus, unda vitrea). Von dieserZeit ab wird dasselbe, bis dahin besondersaus Alexandrien eingeführt, gewöhnlicher;es entstanden Fabriken erst in Campanien,dann in Bom, endlich auch in Spanien undGallien (Plin. Nat. hist. XXXYI, § 194), unddas Glas verdrängte die goldenen und silber-nen Becher aus dem Gebrauche (Plin. 1. c.§ 199). Bald gehörten Glassachen (vitreamina,vitrea) zu der gewöhnlichen Hauseinrichtung,und in welchem Umfange dies der Fall ge-wesen, zeigen die trotz des zerbrechlichenMaterials so massenhaften Funde derselbennicht nur in Italien , sondern auch in denProvinzen, namentlich am Bhein. Die Her-stellungsarten waren dieselben, wie auchjetzt; es wurde in flüssigem Zustande inFormen gegossen, als zähe und dehnbareSubstanz geblasen, in Fäden gezogen undgesponnen, in kunstvollster Weise gefärbt,in hartem Zustande geschnitten und ge-schliffen (Becker u. Marquardt Handb. derröm. Alterth. Th. Y, Abtli. II 336 ff.;Semper Der Stil, 2. A. II 178 ff., wo auchdie Belegstellen und die Litteratur ange-führt sind).
In den Rahmen der christlichen Archäo-logie gehören die G. in doppelter Beziehung:einmal weil sehr viele derselben in undbei christlichen Gräbern und in den Ruinenchristlicher Häuser gefunden wurden, so-dann weil manche durch ihre Zweckbestim-mung oder Verzierung einen specifisch christ-lichen Charakter haben. Zu den Fundender erstem Art gehören fast alle Artenvon Glasgefässen, welche damals im Ge-brauche waren, so Geschirre gewöhnlicheroder zierlicherer Art, Flaschen, Kannen,Töpfe, kleine Amphoren, Schüsseln, Teller,Trinkgläser, Lampen, kleine Figuren vonGöttern, Menschen und Thieren, Amulette,Spielsteine (Calculi), Salbenfläschchen (früherals Lacrymatorien bezeichnet), Aschenurnen,
Büchsen (pyxides), Schmucksachen, nament-lich Glasperlen, nachgeahmte Edelsteine;manche dieser Gläser sind mit Email odereingeschliffenen Verzierungen geschmückt.Auch fanden sich Tafeln und Scheiben mitFrüchten, Vögeln, Fischen in Email ver-ziert, von der Art, wie sie die heidnischenRömer zur Bekleidung und Verzierung derZimmerwände gebrauchten (de Rossi R. S.III 601 sqq.).
Die meisten dieser Glassachen sind ausheidnischen Werkstätten hervorgegangen.Die an dem Bewurf der Loculi erhaltenenwurden regelmässig nicht in speziell reli-giöser Absicht, sondern als Erkennungs-zeichen, manchmal auch zur Verzierunghineingedrückt (s. d. A. Gegenstände ausden Katakomben). Die in den Gräbern,meistens zu lläupten der Leiche — welcheStelle auch oft für die aussen in den Kalkeingedrückten gewählt wurde —, zuweilenauch auf der Brust derselben befindlichen,sind in ihrer besondern Zweckbestimmungnicht vollständig klargestellt. Einzelne, wiedie sog. Lacrimatorien, enthielten wol ohneZweifel Balsam und kostbare Wohlgerüche.Was die grösseren, kelchförmigen Gefässeund Schalen enthalten haben und in wel-chem Sinne sie beigesetzt wurden, stehtnicht fest. Jedoch kann es nicht zweifel-haft erscheinen, dass diesem Gebrauche einechristlich-religiöse Idee zu Grunde lag;vielleicht waren diese Gefässe nur ein Hin-weis auf das himmlische Gastmahl, oderein Symbol des Leibes (I Kön. 21, 5;I Thess. 4, 4), oder ein Sinnbild der Aus-erwählung (vasa electionis, Apg. 9, 15),wie dies von den Gelassen in den bild-lichen Darstellungen (s. d. A.) anzunehmenist; wahrscheinlich haben sie meist Weih-wasser enthalten, wenn auch ausdrücklicheZeugnisse für dessen Beisetzen bei denLeichen erst im MA. sich finden, zuweilenBlut des Märtyrers (s. d. A. Märtyrer, Blutderselben). Aus’m Weerth (Jahrb. LXIV124) glaubt drei von ihm daselbst veröffent-lichte G. mit Henkeln, in der Form denCalices ministeriales ähnlich, mit grössereroder geringerer Wahrscheinlichkeit als litur-gische Kelche, ,aus welchen der Verstor-bene das letzte Abendmahl als Wegzehrungempfing 1 , bezeichnen zu können, ,mit Sicher-heit freilich nur eines derselben 1 . Als Gründedieser Meinung werden der Fundort in christ-lichen Gräbern und die Form angeführt.Ersterer Grund kann natürlich nicht mass-gebend sein, der zweite scheint uns eben-falls nicht beweisend, da die Gefässformkeineswegs den liturgischen Kelchen eigen-thiimlich war, sondern sich auch an pr°"fanen Gefässen, christlichen wie heidnischen,findet. Ungegründet scheint uns auch dieVermuthung, der Verstorbene habe aus