Glasgefässe.
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einem solchen ,Grabkelch 4 die hl. Wegzeh-rung empfangen; denn den Kranken wurdedie hl. Communion stets nur unter der Ge-stalt des Brodes gebracht, und wir habenkeinen Anhaltspunkt, um anzunehmen, manhabe sich zu dieser Ueberbringung einesKelches und noch dazu eines offenen Kel-ches bedient, und ebensowenig zu der An-nahme, man habe dann diesen Kelch beidem Kranken zurückgelassen und mit ihmbegraben (vgl. Probst Sacramente 243).Einen speziell christlichen Charakter, we-nigstens in der Absicht der Christen, habenauch die mehrfach gefundenen gläsernenFische (s. d. A. Fisch).
Eine Anzahl dieser G. sind durch ihreVerzierung besonders beachtenswerth: indieser Beziehung sind näher zu besprechendie Goldgläser und gemalten G., die ge-schliffenen G., darunter die Vasa diatretaund pseudodiatreta.
I. G o 1 d g 1 ä s e r ( Fondi d’oro). Fast aus-schliesslich an und in christlichen Gräbern,namentlich in den römischen Katakomben,wurde eine grössere Anzahl (bis jetzt gegen350) sog. Goldgläser gefunden, d. h. figür-liche Darstellungen mit oder ohne Inschriften,oder auch Inschriften allein, welche in einauf einem Glase befestigtes Goldplättchengravirt und auch an der andern Seite mitGlas überhangen waren. Die meisten der-selben fanden sich in den Kalk des Ver-schlusses der Katakombengräber eingedrücktund wurden durch dessen Verhärtung unserhalten. Einzelne derselben waren, wieder glatte Rand und der umgebende me-tallene Reif mit Oehr ( Garrucci Vetri 41)zeigen, bestimmt, als Medaillons zu die-nen oder am Halse getragen zu werden;viele waren, wie die Inschriften beweisen,von vornherein zum Schmuck von Trink-gefässen bestimmt; andere, wie z. B. dieder berühmten Patene der Sammlung Disch,jetzt im britischen Museum, finden sich alsSchmuck anderer Gefässe. Ob die beidenletzteren Arten auch ursprünglich meist alsMedaillons angefertigt und daran die Rän-der .angeblasen wurden, wie Prof. Aus’mWeerth (Jalirb. der Alterthumsfr. im Rheinl.LXIII 102) vermuthet, scheint uns sehrzweifelhaft, indem es doch viel einfacherwar, die auf einem Glas angebrachte Gold-darstellung in den noch elastischen Bodenoder Mantel des Gefässes einzudrücken, wiedies Prof. Aus’mWeerth a. a. 0. vonder Patene der Samm-lung Disch zugiebt,als sie zuerst mitGlas zu überfangenund dann die Wändeanzublasen, nach-dem die Ränder
Real-Encyklopüdie.
nochmals glühend gemacht waren. Wollteman annehmen, wie dies von dem genann-ten Gelehrten a. a. 0. 101 zu geschehenscheint, die mit Glas schon überfangenenMedaillons seien in dieser Patene und an-deren dort angeführten Gefässen des Pro-vinzialmuseums zu Bonn eingedrückt wor-den, so würden dieselben an der obernSeite von zwei Glaslagen bedeckt sein, wo-für ein Beweis nicht vorliegt, und wasjedenfalls nur sehr ausnahmsweise vorkommt.Garrucci Vetri, 2. Aufl. (nach welcher hierstets citirt wird) 221, tav. XXXIX 7 b,kennt nur ein Beispiel, und auf diesem istwegen der doppelten Glaslagen das Gold-bild kaum erkennbar. Die Ansicht des-selben Gelehrten (a. a. 0. 102), die Mehr-zahl der Fondi d’oro seien niemals Bödenzerbrochener Gefässe gewesen, sondern re-ligiöse Bilder in Form runder Glasmedail-
Fig. 215. Goldglas (nach Garrucci Tav. XXXIX3).
Ions, wird sich schwerlich erweisen lassen;der dafür a. a. 0. Note 1 angeführte Grund,viele im Vatican zeigten glatte Rundungen,kann als Beweis um so weniger gelten, alsbei Weitem die meisten am Rande brüchigsind, wie die Abbildungen bei GarrucciVetri zeigen. Dass die Ränder, welche ausdem Kalkbewurf hervorstanden, im Laufeder Jahrhunderte und in den Wechselfällender unterirdischen Coemeterien abgestossenwurden und nur die in demselben festge-luiltcnen Böden übrig blieben, begreift sichleicht. Bei vielenExemplaren zeigtauch schon die ei-förmige oder leicht-gesclnvungene Ge-stalt , dass sie vonAnfang zu Bödenvon Trinkbechernoder von Schalen be-39
Fig. 216. Goldglfls (nach Garrucci).