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Glasgefässe.
stimmt waren. Von einer in gleicher Weiseverzierten (innern) Seitenwand eines Glas-gefässes kam nur ein einziges Fragmentganz erhalten zum Vorschein; es wurdezuerst von Boldeüi 191, dann von GarrucciVetri tav. XXXIX 7 a, b abgebildet. Wirgeben in Fig. 216 die Abbildung nach Gar-rucci und fügen die von ihm eb. 8 6 vomFusse eines solchen Gefasses gegebene Dar-stellung bei (Fig. 217). Regelmässig ist
Fig. 217. Boden eines Goldglases (nach Garrucci).
die Darstellung nur in Gold gravirt; ineinigen wenigen Exemplaren sind auch Far-ben , namentlich roth, grün, himmelblauund weiss angewendet, und zwar zwischenden beiden Glaslagen, nicht von aussenspäter angebracht; in einigen Fällen ist dieDarstellung in das untere Glas gravirt undmit Email in verschiedenen Farben ausge-füllt (Wiseman Vorträge auf einer Reise inIrland!, Köln , Bachem, 1859, 303: GarrucciVetri p. VII). Bei den convexen kleinenBechern ist das unten angebrachte Unter-fangglas meist farbig, blau, grün, violettoder roth ( Garrucci 1. c.). Rothe, holl- unddunkelblaue Farben finden sich neben demGolde auch in der bei S. Ursula in Köln gefundenen grossen Glaspatene (Jahrb. derAlterthumsfr. im Rheinl. XLII, Taf. V).Dieselbe hat auch die Eigenthiimliclikeit,dass sie von keiner zweiten Glastafel über-fangen ist. Die Hypothese des Prof. Aus’mWeerth, die obere Glastafel sei abgefallen,ist durchaus unhaltbar. Denn erstens istdas Ueberfangglas bei diesen Kunstwerkennicht bloss an den Rändern befestigt, son-dern haftet, wie sowol die Fragmente alterGoldgläser als die neueren Goldmosaikstückezeigen, an allen Theilen an; sodann wurdejene Glaspatene, zwar zerbrochen, aber ineiner festverschlossenen Steinkiste gefunden,war also gegen eine derartige Zerstörunggeschützt, welche ohnehin die Darstellun-gen nicht so unverletzt gelassen habenwürde. Ob auf dem nunmehr verschollenenKästchen von Goldgläsern, welches 1847zu Neuss gefunden wurde (Abb. in Jahrb.der Alterthumsfr. im Rheinl. LXIII 99 ff.)die Darstellungen auch mit Glas überfangenwaren, ist nicht sicher; das Schweigen desgenauen Fundberichtes lässt das Gegentheilvermuthen. Gohlbilder ohne Glasüberfangzeigt auch das Vas diatretum der Samm-lung Disch, jetzt in der Sammlung Basi-lewsky. Die im Gegensatz zu de Rossi undFriedrich von Prof. Aus’m Weerth an derEchtheit dieses Glases geäusserten Zweifelscheinen uns durch die von ihm (Jahrb.LIX 69, Note 2) geltend gemachten Gründenicht bewiesen. Die Grösse dieser Gold-1
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gläser ist sehr verschieden; während diekleinsten nur 2—3 cm Durchmesser haben,hat die vorerwähnte bei S. Ursula zu Köln gefundene Glaspatene einen solchen vonbeinahe 20 cm.
[Seiht (Studien zur Kunst- und Cultur -gesch. I: Hans Sebald Beham, Deutsche Trinkgläser des 6. u. 7. Jahrb., Frankf. a. M.1882, 62) identificirt, im Anschlüsse anCarl Friedrich (Die Technik der Goldgläser,in der Zeitschr. des Kunstgewerbevereinsin München 1879, 11—12), die von Athe-naeus (300 n. Chr.) in s. Deipnosopliist.(V 15) erwähnten oaXtva ötd^poaa öuo desPtolemäus Philadelphus (284—246 v. Chr.)mit unseren Goldgläsern, während Gar-rucci Vetri VII wol mit Recht der Ansichtist, der Ausdruck könne auch von vergol-deten Gläsern ohne Ueberfangglas verstan-den werden. Seiht ist weiter der Ansicht,es habe die Technik der Goldgläser biszum Zusammensturz des römischen Reichsbestanden und sei dann von Heraclius im10. Jahrh. wieder aufgefunden worden,während er die von Theophilus Sched. div.art. I 13 beschriebenen Gläser als Producteeiner andern Technik ansieht (gegen Aus’mWeerth Jahrb. LXIII 114). Heraclius be-hauptet, die seiner Zeit offenbar abhandengekommene Kunst wieder gefunden zu ha-ben. Die Stelle ist interessant genug, umhier in Uebersetzung mitgotheilt zu werden :„Herrliche Schalen von Glas, als köstlich vorAllem gepriesen,
Welche mit Gold sie verzierten, bereitetenkünstlich die Römer.
Dieses erstrebt’ ich nunmehr mit unablässigemEifer,
Tag und Nacht auf das Ziel mein geistigesAuge gerichtet,
Wie ich die treffliche Kunst mir anzueignenvermöchte,
Die hellleuchtenden Glanz den gläsernen Scha-len verleihet.
Ich vollbracht’ es zuletzt, mein Thcuerster,was ich dir künde.
Blättchen geschlagenen Golds fand zwischengedoppeltem Glase
Ich sorgfältig geschlossen, und als mit erfind-riscliem Geiste
Oefters ich dieses beschaute, so fühlt’ ich michimmer erregter;
Von hell glänzendem Glase verschafft’ ich miretliche Schalen,
Die ich vermittelst des Pinsels bestrich mitdem Harze des Gummi.
Da nun dieses geschehen, begann ich die glä-sernen Schalen
Mit Blattgold zu belegen, und als dies trockengeworden,
Grub ich Vögel und Menschen hinein, auchLöwen desgleichen,
Wie es mir grade gefiel, und ich zog jetztüber die Schalen
Glas, das dünn an dem Eener geschickt ichgeblasen zum Schutze: