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Glasgefässe.
untern Theil umgebende Netz blau, die In-schrift BIBE VIVAS MVLTIS ANNIS grün( Winckelmann II 29, Taf. I; Adda, Ricerchesulle arti e sull’ industria Romana vasavitrea diatreta, Milano 1870).
2) Das 1785 aus Daruvar in Slavonien,wo es gefunden, in das k. k. Antikenkabinetin Wien gelangte; die oben angebrachteInschrift zeigt noch das Wort FAVENTIB,welches nach Arneth (Die antiken Cameendes k. k. Münz- und Antiken-Cabinets 41,Taf. XXII 3 ) faventibus amicis, nach deRossi (Bull. 1873, 146) faventibus diis zuergänzen ist. Der Becher besteht ebensowie die Verzierung aus weissem opalartigemGlase.
3) Der Strassburger 1825 gefundene,1870 bei der Belagerung zu Grunde ge-gangene Becher aus weissem Glase mitpurpurnem Netze und der grünen Inschrift:salve maXTMiane AVG Vste (Jahrb. d. Alter-thumsfr. im Eheinl. LIX 67, Taf. II 1 ).
4) Ein angeblich ganz gleiches Glas mitder Inschrift: DIVVS MAXIMIANVS AV-GVSTYS wurde 1873 zu Arles gefunden(Bull, monum. vol. 39, 1873, p. 822).
5—6) Die in zwei Steinsärgen zu Iläup-ten der Gerippe 1844 in der Banesisstrassezu Köln gefundenen: Glas, Netz und In-schrift sind weiss, aber in der Erde opal-artig irisirt; das kleinere, mit der Inschrift:I11E ZMCAIC KAAÖC. befindet sich jetzt imMuseum zu Berlin ; das grössere, mit derInschrift: BIBE MVLTIS ANNIS, im Anti-quarium zu München (abgeb. in Jahrb. d.Alterthumsfr. im Ilheinl. V, Taf. XI, XII).
7) Das zu Ilohensulzen gefundene Glas,von allen das grösste, mit einem Durch-messer von wenigstens 21 und einer Höhevon 15 cm. Es ist ohne Inschrift; Netzund Glas waren weiss, sind aber opalartig jirisirt. Die Bruchstücke befinden sich jetzttheils im Provinzialmuseum zu Bonn (Jahrb.LIX, Taf. II 2 ), theils im Museum zu Mainz .
8) Das 1845 bei Szegszard in einem heid-nischen Steinsarge gefundene, jetzt im Na-tionalmuseum zu Pesth , unterscheidet sichvon den vorgenannten dadurch, dass esa) nicht eiförmig schliesst, sondern auf dreiunter dem Boden angebrachten Schneckenund Delphinen ruht, also selbständig stehenkann, während jene dazu eines Gestellesbedurften; b) dass das Netzwerk fehlt unddie durchbrochene Verzierung auf die In-schrift beschränkt ist. Diese lautet: AEIB. . . OIMENI IIIE ZI1C ... IC. Der ersteHerausgeber, A. v. Kitbimß (SzegszarderAlterthümer, Pesth 1856), ergänzte: Xsißsxtp lioipsvi Tis Ct ( 3ou;, und gab dem Gefässeeine eucharistische Bestimmung; GarrucciVetri XI, not. 3 vermuthet, statt ti» seip-oi, C. Friedrich in seiner Abhandlung ,Diedurchbrochenen Gläser 1 in der ,Wartburg 1 ,
■ es sei <o zu ergänzen und tOIMENI als Eigen-: namen zu fassen. Vielleicht noch glücklicheri ist die andere Conjectur Garrucci’s 1. c.,, es sei zu lesen: 1 lo'jxsvt tis Crjjatc äsi ßtov,Poimenis, trinke, lebe, sei stets glücklich.Jedenfalls fällt mit diesen anderen mög-lichen Ergänzungen jener Inschrift jederBeweis für den christlichen Charakter desGefässes.
9) Zu dieser Klasse von Gefässen gehörtenach der Yermuthung de Rossi’s (R. S. III328): un gründe bichiere di vetro fregiatodi queste parole BIBE DIV VIVAS for-mate di vetro di color cerulco, welche nachCotta Museo Veronese 242 in einem Grabezu Novara 1680 gefunden wurde.
10) Urlichs (Jahrb. V 381) erwähnt einVas diatretum in der Sammlung des HerrnMaler, welches jetzt verschollen, ebenso wiedie bei Winckelmann (XII, S. LXXXIXder Donauesch. Ausg.) erwähnten, bei IsolaFarnese , dem alten Veji, ausgegrabenenFragmente.
11) Ein Becher mit architektonischer Ver-zierung befindet sich im Besitz von CarloCagnoia in Mailand . I)’Adda (Eicerche 25,26), welcher auch eine Abbildung desselbengiebt, hält ihn für jünger, als die obenangeführten, und für ein Werk des 5. Jahrli.oder noch späterer Zeit.
12) Ein Glaseimer im Schatze von S.Marco, der untere Theil mit Netzwerk um-geben, der obere Theil mit einer einge-schliffenen Pantherjagd verziert (Jahrb. LlX74). jyAdda (1. c.) hält ihn für ein Werkdes 6. oder 7. Jahrli. l)e Rossi (R. S. III330) neigt zu der Ansicht, diese beidenletzteren Gefässe seien vielleicht nicht sospät anzusetzen, wie d’Adda glaubt, jeden-falls aber der Zeit des Niedergangs dieser
| Kunstweise zuzutheilen.
13) Ein 3,5 cm hohes gehenkeltes Bocher-glas der Sammlung Diseh, jetzt in derSammlung Basilewsky, bis zu zwei Drittelmit Netzwerk umfangen, welches ohne ver-bindende Stifte am obern und untern Endefestgeschmolzen ist, im Uebrigen sieh vondem Becher ab hebt. Netz und Bocher sindweiss, letzterer zeigt zwischen Blumenstau-den geflügelte Genien in Goldgravirung ohneGlasiiberfäng. Vgl. de Rossi Bull. 1873,144; Friedrich in der,Wartburg 1 IV. Jalirg.Nr. 1).
Ob diese Gefässe eigentliche Vasa dia-treta im strengen Sinne des Wortes sind,ist controvers. Audm Weerth (Jahrb. LIX71, Note 1) sagt zwar: ,die Meinung, essei das durchbrochene Netz auf die Gefässegelöthet, steht so vereinzelt da und wider-spricht so sehr der bestimmten Beobachtungvom Zusammenhang der Netze mit denGlaswänden, dass eine weitere Erörterungdarüber überflüssig sein dürfte. 1 Schätz