Band 
Erster Band. A - H.
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Grab.

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Solche mehrere Abtheilungen umfassendeGräber finden sich vielfach in den Kata-komben ; sie hiessen nach der Zahl derAbtheilungen locus (Grabnische) bisomus(in christlichen Inschriften nie disomus),trisomus, quadrisomus. Ebenso war es ge-stattet, bei den Begräbnissplätzen unterfreiem Himmel die Gräber so tief zu ma-chen, dass mehrere Leichen, aher durchZwischenräume getrennt, übereinander da-rin beigesetzt werden konnten; in dem vonS. Callisto zu Rom war durchschnittlichRaum für acht in dieser Weise übereinan-der zu begrabende Leichen. Das G. wurdehier mit einem von den Wasserleitungenentstammenden Bezeichnung forma genannt.So in der Inschrift: ARAIBONIVS EECITSIBI ET SYIS LOCVM HOMIBVS NVIII INTRO FORMAS ( Boldetti 650; deRosst R. S. III 410). Auf dem Kirclihofunter freiem Himmel zu Ostia erlaubte dieNatur des Bodens nur Vertiefungen fürzwei Abtheilungen, die dort loca genanntwurden (EX LOCA DVA CONCESSA SI-VE PATER SIVE MATER SVPERPONA-TVR, de Rosst 1. c. 414). Diese Einrich-tung erklärt auch die Ausdrücke: LOCAQVAE IPSE CLVSIT (auf einer Inschriftim christl. Museum des Lateran), LOCVSPLENVS (in einer Inschrift aus Ostia ),CORPORA TRIA VACANT (in einer In-schrift zu S. Bernardo an den diocletiani-schen Thermen). Wo aus Inschriften derCoemeterien unter freiem Himmel die Aus-drücke LOCVS BISOMVS, TRISOMVS,QVADRISOMVS sich finden, so sind dieseauch wol von übereinander, nicht vonnebeneinander befindlichen Abtheilungen zuverstehen. Zwar finden sich auch bei die-sen, zunächst der Oberfläche, mehrfacheGräber der letztem Art, diese heissen dannaber locus biscandens, vescandens, tercan-dens, entweder wegen der glänzenden Mar-mortafeln, welche die einzelnen Abtheilun-gen trennten, oder, was de Rosst 1. c. 417für wahrscheinlicher hält, weil sie in Ab-theilungen geschieden waren (bis, ter undscandens = dividens, Isidor. Orig. XVIII 3).— Die Platte, womit das christliche G. ge-schlossen wurde, hiess Tabula, mochte sievertical, wie in der Regel in den unter-irdischen Coemeterien, oder horizontal, wiebei den Gräbern unter freiem Himmel,und bei den in dem Fussboden der Kata-komben, oder über diesem erhöht ange-brachten sein. Bei der über den Fussbodenerhöhten wurden sie auch mensa genannt.Ueber letzterer waren in der frühesten Zeitzuweilen viereckige Nischen angebracht,deren Name unbekannt ist, später bogen-förmige, die in den Inschriften des 3. und4. Jahrh. schon ARCISOLIVM, ARCOSO-LIVM, genannt werden (solium bezeichnet

im heidnischen und christlichen Sprach-gebrauch einen Sarkophag). Nach einerInschrift hei de Rossi 1. c. 420 ist anzu-nehmen, dass solche Arcosolia auch aufden Coemeterien unter freiem Himmel überden Formae errichtet wurden, ebenso inden Vorhallen der darauf erbauten Basi-liken und Cellae. Die Tabula war in denSeitenwänden der Katakomben dünn, zurVerminderung des Druckes auf den ausge-höhlten Tuf, nach der Oeffnung geschnittenund also an der Kopfseite breiter als amFussende, und dick mit Mörtel eingefügt.In den Begräbnissplätzen unter freiem Him-mel war sie rechtwinklig und dicker undwenig mit Mörtel befestigt, ähnlich bei denGräbern im Fussboden der Katakomben.Bei einzelnen Begräbnissplätzen unter freiemHimmel waren so weite Vertiefungen ge-graben, dass bei diesen die Gräber in Seiten-nischen angebracht wurden, und alsdannwar der Verschluss wie in den unterirdischenCoemeterien. Bei den Begräbnissplätzen un-ter freiem Himmel bildete der Verschlussder untern Abtheilung den Boden der fol-genden Grabstelle. Dieser Verschluss wurdeentweder durch eine Steinplatte hergestellt,oder durch Ziegel, die zuweilen dachförmigzusammengestellt waren; in diesem Fallewurde eine Ausfüllung mit verschiedenenSteinen nötliig, um die horizontale Flächefür die folgende Leiche herzustellen. DieSeitenwände dieser Gräber wurden durchMauerwerk hergestellt, welches nur seltendurch Marmor oder Granitplatten sich aus-gefüllt findet; eine klare Anschauung derEinrichtung gewährt de Rossi R. S. III,tav. XXXIX, wo der Kirchhof unter freiemHimmel von S. Callisto abgehildet ist.

Auch bei dieser Begräbnissart wurdenvielfach Inschriften angebracht, manchmalauf dem Steine, auf welchem die Leichelag. Beispiele davon haben sich sowol inItalien, als in Deutschland, Gallien undSpanien gefunden (Le Blaut Inscr. I 991,II 6, 20, 158; de Rossi R. S. I 95, 96).Zuweilen war das G. durch ein Monumentüber der Erde bezeichnet, auch schon inden Zeiten der Verfolgung, wenn auch dieInschriften erst später angebracht sein mö-gen. Eusebius (II. e. II 23) und Hierony-mus (De eccl. script. 2) erwähnen den Denk-stein über dem Grabe des hl. .Jacobus, zweiafricanische des 4. Jahrh. beschreibt deRossi Bull. 1875, 168, einen aus A r icenzaGiov. da Schio Le ant. iscriz. di Vicenza 91 u. 92. Auf der Oberfläche der mitBäumen und Blumen geschmückten Coeme-terien unter freiem Himmel waren Leichenin Sarkophagen (s. d. A. Sarkophage) bei-gesetzt, bald in einfachen, bald in reichmit Sculpturen geschmückten, die in derRegel, wie auch die tiefer liegenden Grä-