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Erster Band. A - H.
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Gründonnerstag.

abendländische Kirche überging, wo er baldallbekannt und allgemein beliebt wurde 1 .Dürfte man eine Vermuthung wagen, somöchte gesagt werden: die römische Litur-gie wird, wie die übrigen schriftlichen Denk-male dieser Kirche aus der ältesten Zeit,ursprünglich wol griechisch gewesen sein.Bei der Uebersetzung derselben liess mandas Kyrie, weil gemeinverständlich, in derangewöhnten Form stehen.

Das Trishagion, bereits in der Litur-gie der Apost. Constitutionen (VIII 12) inanderer Form (£710 c o üsck, cfyo» vr/upbs,ötyos dhava-os, ilirp ov rjp.ac) in den Äctendes Concils von Chalcedon (451, act. 1),enthalten, später durch häretische und ortho-doxe Zusätze erweitert (Bingham L. XIV,c. 2, § III, VI 37), findet sich bereits imgelasianischen Sacramentar in der noch heuteüblichen Form vor dem Kanon (MuratoriI 695). Die Form des Chalcedonense istjetzt noch in der Liturgie des Charfreitagsgebräuchlich, wo sie von zwei Chören ab-wechselnd in griechischer und lateinischerSprache gesungen wird. Wie bei der obenerwähnten Celebration anderer liturgischerTheile in zwei Sprachen dürfte enge Ver-bindung der griechischen und lateinischenKirche der historische, grössere Feier-lichkeit der ästhetische, der Hinweisauf die zwei grossen Völkerfamilien, auswelchen die Eine Kirche Christi besteht,der symbolische Grund dieser Obser-vanz sein. schill.

GRÜNDONNERSTAG ist der Donnerstagin der Charwoche , der Gedächtnisstag derEinsetzung des eucharistischen Opfers undMahles und des Verraths des Erlösers durchJudas , welche beide Beziehungen in derOration der, Messe dieses Tages erwähntwerden und*Thema einer Ilomilie des hl.Joh. Chrysostomus (Opp. ed. Montf. II 384)waren. Wegen der erstem, wichtigsten Be-ziehung wurde er auch Xatalis calicis ( Eli-gius vonNoyon Hom. X; P. Armei [Polomei]Silvii Latercula aus dem J. 448 bei Mar-zold u. Schneller Liturg. sacr. IV 354, not.),Dies panis, Coena Domini feria V in coenaDomini , wegen der Fusswaschung Dies man-dati und pedilavii, in manchen Gegendenwegen des an Arme vertheilten WeissbrodesDies panis albi genannt ( Dened. XIV Defest. Dom. n. CXXI). Ueber die Bedeu-tung der um 1200 zuerst vorkommendendeutschen Bezeichnung Gründonnerstag vgl.Fluck Liturgie II 659; K.-Lex. von Wetz eru. Welte II 456. Weil die in der Oster-nacht zu taufenden Competentes an diesemTage das Glaubensbekenntniss öffentlich ab-legten ( Conc. Laodic. c. 46), trug er auchden Namen Dies competentium. Als Er-innerung an die nach dem Essen des Oster-

lammes erfolgte Einsetzung des hl. Sacra-mentes fand in einigen lateinischen Kirchenam G. die hl. Messe und die Communionder Gläubigen nach der gegen Abend ge-haltenen Mahlzeit statt (Conc. Carthcig. III397, c. 23). Für diejenigen, welche andiesem Tage nicht bis zu dieser Abend-mahlzeit nüchtern bleiben konnten, weilsie glaubten, baden zu müssen, wurde, we-nigstens in Africa, auch am Morgen einehl. Messe mit Austheilung der hl. Commu-nion gehalten ( Aug . Ep. 118 ad Ianuar.c. 8). Mit Rücksicht auf die Tauffeier derOsternacht wurde schon frühe die feierlicheOelweihe, wenigstens die des Chrisams, amG. vorgenommen; Anzeichen hiervon fin-den sich bereits im 3. Jahrh. (Probst Sa-cramente 136), bestimmte Zeugnisse ausdem 5. Jahrh. (Leo M. Ep. 166 ad Leon.August.). Auch die feierliche Reconcilia-tion der öffentlichen Büsser fand zu Rom ,wo in dem feierlichen päpstlichen Segendieses Tages noch eine Erinnerung hierangeblieben, und in den meisten anderen Kir-chen an diesem Tage statt. De poeniten-tibus . . . quinta feria ante Pascha eis re-mittendum Romanae ecclesiae consuetudodemonstrat ( Innoc. I Ep. ad Dec. c. 7). Dassin den gallischen Kirchen derselbe Tag fürdiesen Act bestimmt war, ersehen wir ausder dem hl. Eligius von Noyon zugeschrie-benen Ilomilie Ad reconciliandos poenitentesin Coena Domini. Wegen dieser verschie-denen heiligen Handlungen fanden früherin vielen Kirchen am G. drei hl. Messenstatt, die erste gleich nach der Aufnahmeder Büsser, die zweite in Verbindung mitder Oelweihe, die dritte zur Gedächtnis-feier der Einsetzung der hl. Eucharistie,bei welcher dann auch die in der abend-ländischen und morgenländischen Kirchenoch bestehende allgemeine Communion derGläubigen stattfand (Menardus Not. 263 adGregor. Sacrament.; Morinus App. ad opu3de poenit. 64; Thomassinus T. VI 62, not. 1;Martene De ant. ecel. discipl. III 272). Dienach der hl. Messe stattfindende Uebertra-gung der für die missa praesanctificatorumbestimmten hl. Hostie in eine Nebenkapelledeutet bereits der hl. Isidor von Sevilla (De eccl. offic. lib. I, c. 28) als eine Erin-nerung, dass unser göttlicher Erlöser nachder Einsetzung des hl. Altarssacramentestraurig an den Oelberg ging, um sein Lei-den zu beginnen. Die Entkleidung undAbwaschung der Altäre, welche durch dasAbbeten des 21. Psalmes sich als Hinwei-sung auf die Erniedrigung und die Leidendes Erlösers charakterisirt, wird von dem-selben hl. Isidor (a. a. 0.) speziell auf diedemüthige Fusswaschung desselben gedeutet.— Ueber die Fusswaschung am G. s. d. A.Fusswaschung. iieuser.