Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Johannes Evangelista.

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dieses Heiligen gestellt ( Ciampini De sacr.aedif. 60). Von den christlichen Homiletenaber scheint erst Beda Venerabilis (Homil.hyemal. de Sanctis, opp. tom. VII, ed. Basil.432 sqq.) eine dem Evangelisten Johannesspeziell gewidmete Festrede verfasst zu ha-ben. Zahlreicher sind die Kundgebungender Verehrung in bildlichen Durstellungen.[Natürlich hat Johannes seinen Platz unterden Zwölfen, wo diese, auf Sarkophagen,Elfenbeinen oder Mosaiken neben dem Herrnstehend oder sitzend erscheinen; einmal ister hier (in Arles, Le Blaut Sarcoph. d’Ar-les 8 pl. IV) durch die Schrift auf seinemVolumen gekennzeichnet; er erscheint da,wie übrigens mehrere der Apostel, bart-los. K.]. Wir übergehen hier füglich dieältesten, sämmtlichen vier Evangelistengleichmässig zugetheilten Symbole, wie dievier Schriftrollen und die vier Quellen, dieaus einem Hügel entspringen, auf welchemder Heiland oder ein Kreuz oder auch einLamm steht ( Munter Sinnbilder etc. der al-ten Christen, 1. H. 44). Schon von derZeit des hl. Irenaus an wollte man lieberdie vier Wundergestalten bei Ezech. 1, 10und Apoc. 4, 7 in symbolischer Weise aufdie vier Evangelien, resp. Evangelisten an-wenden (S. Irenaus Adv. haeres. III 11).Die Vertheilung der mystischen Gestaltenbei August. De consens. evangel. I 60 gibtdem Matthäus den Löwen, dem Marcus denMenschen, dem Lukas den Stier, demJohannes den Adler; Hieron. Comment. inEzech. 1 und Prooem. Commentar. in Matth,theilt dem Matthäus den Menschen, demMarcus den Löwen zu, die Symbole beiLukas und Johannes belassend. Diese letz-tere Eintheilung wurde und blieb die herr-schende. So findet sich auch in den alt-christlichen Bildern des Evangelisten Jo-

hannes meistens das Symbol des Adlers,weil Johannes wie im Adlerfluge sein Evan-gelium mit den er-habenen Worten be-ginnt : ,im Anfangwar das Wort 1 etc.

In der von Cölestin I(t 432) erbautenKirche der hl. Sa-bina vertreten jenevier Geschöpfe ge-radezu die vierEvan-geliston (CiampiniVet. mon. 191). DerBeruf des ApostelsJohannes als Evan-gelist und Verkün-der der christlichenLohre wird auf meh-reren Bildern durchein ihm beigegebe-nos

MiW

B u c h ange-

Reftl-Encyklopüdie. II.

F5g. 43. Goldglas {Garrucci Tav. XXIV

deutet. Martigny 2 384 f. führt hiefüreinige Beispiele auf. So zeigen Mosaikendes 6. Jahrh. den Evangelisten Johan-nes jung,' wie immer, mit einem Haupt-haar nach Art der Nasiräer, das Hauptselbst mit dem Nimbus umgeben; er ist,wie sonst die Apostel, bekleidet mit derlangen Tunica und dem Pallium und hältsein Evangelium gegen seine Brust. Aufeinem Mosaik von S. Vitalis von Ravennaaus dem J. 547 ist Johannes sitzend dar-gestellt und hält in seinen Händen seinEvangelienbuch geöffnet; vor ihm steht einkleiner Tisch, auf dem man einen Griffelund ein Tintenfass bemerkt; über seinemHaupte ist der symbolische Adler ange-bracht. In dem Miniaturgemälde eines grie-chischen Manuscriptes von hohem Alter istJohannes gleichfalls sitzend und einem Dia-kon sein Evangelium dictirend vorgestellt.Lambece Biblioth. Caes. Vind. t. II, pars 1571). Ein Mosaik von S. Maria Nuova ausdem 9. Jahrh. stellt den Evangelisten auf-rechtstehend, mit einem Buche in der Handdar, und zwar mit drei anderen Apostelnund der seligsten Jungfrau (in Nischen).Diese hält das Jesuskind auf ihren Knieen{Ciampini Vet. monim. t. II tab. 53). Bei-nahe in der nämlichen Stellung bildet sichJohannes mit einer grünen Tunica und ei-nem gelben Mantel bekleidet, auf einem rohen,aber immer merkwürdigen Gemälde in derCrypta S. Urbani in Caffarella zu Rom ausdem 9. Jahrh. Johannes steht hier zwi-schen Maria und Urbanus. In Gesellschaftmit anderen Personen treffen wir den Apo-stel und Evangelisten auf vielen alten Bil-dern der Kreuzigung Christi. Maria undJohannes am Fusse des Kreuzes legen zumZeichen der Trauer ihr Gesicht auf ihreHände; über dem Haupte des Johannessind bisweilen Inschriften angebracht, z. B.DISCIPVLE (sic) EC CE (mater tua) oderwie auf einer elfen-beinernen, sehraltenPlatte , worauf Jo-hannes zur SeiteChristi mit derUeberschrift abge-bildet ist: AP • EC-CE • M • TVA (apo-stole, ecce matertua; s. Martigny 1.c.). Eine andereDarstellung desApostels und Evan-gelisten Johannesfinden wir auf zweialten Goldgläsern,auf denen derselbein Gesellschaft deshl. Petrus und inForm eines Brust-