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Johannisfeuer.
bildes dargestellt ist, mit Beifügung derbeiden Namen: SIMON (Petrus) IOHAN-NES (s. Garrucci Yetri ornati di figure etc.t. XXIY, 4 u. 5; unsere Figur '43). Auchdas Martyrium des hl. J. E. ante por-tam Latinam wurde auf einem Mosaik desSäulenganges von S. Johann von Laterandargestellt; aber das Bild ist sehr be-schädigt, und man unterscheidet nur nochdie nach Sitte der Römer der Todesstrafevorangegangene Geisselung und die Scenedes Abschneidens der Haare ( Ciampini Desaer. aedif. tab. II 8). Der Zeit nachvon der Aufgabe unseres Werkes wol ent-fernt, aber immerhin interessant ist dasSymbol des Kelches, welches in späterZeit, nach Einigen sogar erst seit dem 13.Jahrh., dem Evangelisten Johannes beige-geben wurde. Dieser Kelch wurde bald,aber ohne jeglichen positiven Grund, als einAbendmahlskeleh, bald mit Bezug auf diebekannte Erzählung, dass dem Johannesein Becher mit vergiftetem Wein gereichtund von ihm ohne Schaden für seine Ge-sundheit geleert worden sei (August. Soli-loqu. c. 22; Isicl. llisp. De patr. N. Test,c. 74), als ein Giftbecher erklärt. Die na-türlichste Erklärung des symbolischen Ge-brauches des Kelches für Johannes scheintbei der Zweifelhaftigkeit der eben citirtenGründe in den Worten Jesu bei Matth.20, 23: ,meinen Kelch zwar werdet ihr trin-ken 1 etc. zu liegen. krüll.
IOHANXISFEUER, S o n n c n w e n d fe u e r.Diese Feuer, wozu die männliche Jugendbisweilen das Brennmaterial in feierlichemUmzuge gewissermassen als Opfergabe inEmpfang nahm, wurden um die Sommer-sonnenwende, genauer am Feste Johannes’des Täufers (24. Juni) in Städten und Dör-fern, bisweilen auch auf Anhöhen nachSonnenuntergang angezündet, unter allge-meiner Theilnahme, besonders aber derJugend, umtanzt und übersprungen, um da-durch Gesundheit für das ganze Jahr zuerlangen. J. Grimm D. M. 582 fl', hat ihreVerbreitung durch fast ganz Europa aufundenkliche Zeiten zurück nachgowiesenund F. Lielrecht Otia imperial. 168 undiyO/)'er.s German. VII1273, haben ihn ergänzt.Pacumdi De cultu s. loh. B., Rom. 1755,dissert. 8 c. 12 versuchte den Beweis, ,dassdie I. nichts mit weit älteren heidnischenFeuern zu schaffen haben, und aus demGeist des christlichen Gottesdienstes her-vorgegangen seien 1 . Um 1162 schrieb .Joh.Beleih im Rationale divin. offic. 1. 7 c. 14:feruntur quoque (in festo loh. B.) brandacseu faces ardentes, et fiunt ignes, qui sig-nifieant sanctum lohannem, qui fuit lumenet lucerna ardens praecedens et praecursorverae lucis . . .; rota in quibusdam locis
volvitur, ad significandum, quod sicut solad altiora sui circuli pervenit, nec altiuspotest progredi, sed tune sol descendit incirculo, sic et fama lohannis, qui putabaturChristus, descendit, secundum quod ipsetestimonium perhibet dicens: me oportetminui, illum autem crescere, ein Gedanke,den schon August. Senn. 12 in nat. dom.(Maurinerausgabe) ausgesprochen hat. Nochspäter vennuthete man, die J. möchten eineErinnerung daran sein, dass die Gebeinedes hl. Johannes Baptista, unter IulianusApost. zu Sebaste (Samaria.) in Palaestinaverbrannt und die Asche zerstreut wordensei ( Theod. II. e. 1. III, c. 6; Greg. M.Epp. 1. XI ep. 44 ad Theoctistam). Alleinnie vermochte die Kirche diese Feier ganzunter ihre Leitung zu bringen, nirgendsfindet sich eine kirchlich angeordnete Feuer-weihe, wie dies an Ostern der Fall ist, undmochten auch einzelne Pfarrer sich herbei-lassen, das Feuer zu segnen (wie zu Gerns-heim bei Mainz, Grimm a. a. 0. 584),so blieb doch der Charakter dieses Brau-ches ein ganz weltlicher und an etlichenOrten kam noch die Johannesminne, einenachbarliche Versöhnungsfeier und dasBaden hinzu. Doch siehe über die man-cherlei Bräuche und Volksmeinungen :Grimm Das. 581—591: Wolf Beitr. zurdeutschen Mytliol. II 381—396; Birlingeraus Schw. II 117 f. und Volksthüml. II97 ff.; W. Menzel in Pfeiffers Germ. II228 ff'.; Schtvarz Der heut. Volksgl. 2. A.,109 ff.; Simrock D. M. 2. A., 267 ff. Anmanchen Orten, wie in Solothurn und Lu-zern , wo die Rathsmitglieder zweimal desJahres wechselten, geschah es am FesteS. Joh. d. T. und S. Stephans. — Derheidnische Ursprung des Sonnenwendfeuersist jetzt erwiesen (siehe die angeführtenSchriften) und wol gehörte auch das aneinigen Orten übliche S. Voitsfeuer indiese Gruppe. Bezüglich des Johannisfeuerscrtheilte der hl. Eligius (f c. 659) die Er-mahnung: nullus (Christianus) in festivi-tate S. Joh. vel quibuslibet sanctorumsolemnitatibus solstitia aut vallationes velsaltationes aut caraulas (choraulas) aut can-tica diabolica oxerccat. Vita S. Eligii vonAudoen. ap. Migne Patrol. Lat. LXXXVJ I528. Wie das J., so waren wahrscheinlichauch das Weihnachts-, Oster- und Martins-feuer ursprünglich Nothfcuer, Nodfyr,d. h. nach Löschung aller lloerdfeuer durchgowaltsame Reibung gelocktes, genöthig-tes neues Feuer, von der Wurzel hniotan.Gegen diese, als heidnischen Aberglaubenkämpfte schon der hl. Bonifatius an (vgl.lief eie Cone.-Geseh. HI 466 f. u. 474). Dochüber diesen so weit verbreiteten, seit indo-germanischer Urzeit nachgowiosene und my-thologisch so ausgiebigen Brauch, aus dem