Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Johannistrunk — Jonas.

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man neuerdings sogar die grundlegendenMysterien und Thatsachen des Christen-tliums ableiten wollte (s. II. Schliemann,Trojan. Alterthiimer, Leipz. 1874, 48 ff., 54)vergl. besonders A. Kuhn Die Herabkunftdes Feuers und des Göttertranks, Berlin1859; J. Grimm D. M. 569 ff.; Wolf Beitr.

I 116 f.; II 378 f. i.Ctolf.

JOHANNISTRTJNK. Wie die Griechenund Römer ihre Libationen hatten, so kann-ten auch die Slaven und Germanen einenden Göttern geweihten Trunk. Nicht blossbei festlichen Gelagen, sondern öfters auchhei der täglichen Mahlzeit gedachten dieGermanen des Gottes oder der Götter oderdes Hausgeistes und nannten das Minni(memoria) trinken. (Ueber die Etymologiesiehe J. Grimm Deutsche Mytliol. 3. A. 52.)In gleicher Weise ehrte man Abwesendeoder Verstorbene, indem man bei Versamm-lung oder Mahlzeit auf ihr Andenken trank.Mittlerweile veränderte sich die Bedeutungdes Ausdrucks Minne; statt memoria über-setzte man arnor; so schon Liulprand 6, 7:diaboli in amorem vinunr bibere. Des-gleichen Eckehart Casus S. Galli ( Pertz

II 84.) In Deutschland galt das Minne-trinken besonders den Göttern Wuotan (wiem der vita S. Columbani von Jonas c. 53,hei Mabillon Acta SS. 0. S. B. saec. 2), Thor,Njönl, ] (’rey und Freyja. Diesen unter-stellte man dann in der christlichen ZeitHeilige, besonders S. Martin, Gertrud, Ste-phan und vorzüglich S. Johannes denEvangelisten, der zufolge einer Sage(Passional ed. Hahn 238) einen ihm zuge-dachten Giftkelch durch sein Gebet un-schädlich machte und trank, ausserdem einMorbiid christlicher Liebe war. Beides habenkirchliche Benedictionalien bei der Weihedes Weines angedeutet (Belege bei <7. V.Zingerle Johannissogen und Gertrudenminne,im Sitzungsbericht der Wiener Acad. hist.Phil. CI. XL 177 ff. (1862) und Separatabdr.3 f.). Bei der Spendung dos Trankes aber^wird einfach gesprochen: bibe amorein S.Ioannis in nomine I’atris et Filii et Spiritussancti, Amen. An wenigen Orten, wie'p, * jU/;Cri1 1 "wird schon Tags vorher zuEhren des lil. Stephanus Wein gesegnet undausgetheilt mit den Worten: bibe fortitu-umem g. Stephani in nomine etc. (NäheresS- arzohl nnd Schneller Liturgia sacra,Luzern 1840—43, IV 177, V 26). Die Ab-sicht der Kirche sprechen die Weiheformeln(die übrigens nicht ins Missale romanumautgenommen sind) aus (vgl. Gretser Opp.omn. V 2 , 268; Probst Kircbl. Benedictionen146 f.); das Volk hingegen, besonders inDeutschland, hegte da und dort noch ver-schiedene andere Meinungen, worüber J.Grimm a. a. 0.; Zingerle das. am vollstän-

digsten; Birlinger Volksthüml. aus Schwa-ben II 110 ff. und Aus Schwaben II 121 ff.;Simrock Handb. d. deutsch. Mytliol. 2. A.,524; TF. Menzel Christi. Symbolik I 450 f.;Wolf Beitr. zur deutsch. Mytliol. I 80, 119;II 386. — Die S. Johannisminne wurdeaber nicht bloss am S. Johannisfest im Win-ter, sondern auch am 24. Juni, zur Zeitder Sonnenwende, doch ohne dass der Weinkirchlich gesegnet wurde, getrunken undin Schwaben damit eine Versöhnungsfeierverbunden. Es stand dies mit dem Johannis-feuer in Beziehung. Der Johannissegenhingegen, der bei Trauungen genossen wurde,war geweiht ( Zingerle eb. 7). Endlich trankman noch bei verschiedenen Anlässen einen(wenigstens später) u n g e w e i h t e n Johan-niswein, nämlich vor dem Abschiede, wobeiman oft rückwärts über dem Kopf einigeTropfen ausleerte, zum Schlüsse von Ge-lagen, vor schwierigen und gefahrvollenUnternehmungen; ja auch Sterbenden undzum Tode Verurteilten wurde noch S. Jo-hannisminne gereicht. Nach Zingerle u. A.sind beide S. Johannes an die Stelle Freyrsgetreten, doch galten Fest und Minne ur-sprünglich dem Sonnengotte. Die nachJohannes genannten Kräuter und Thierewaren ehemals Freyr geheiligt. Die lil.Gertrud trat an Gerda’s Stelle, Frevr’s Ge-mahlin. I.ÜT0LF.

JONAS. Die Darstellungen aus der Ge-schichte des Propheten J. finden sich sehrhäufig auf allen Arten altchristlicher Denk-mäler: in den Gemälden der Katakomben(Aringhi R. S. I 533; de Rossi li. S. II,tav. XIV, XX, XXV); auf Sarkophagen{Aringhi R. S. I 335; Millin Midi de laFrance pl. LXVII 1); auf Grabsteinen (Per-ret V 1, pl. LXVII; de Rossi R. S. II,tav. XLV); auf Medaillen ( BuonarruotiVetri, tav. I; Ciampini De sacr. aedif. 226);auf Lampen ( Sante Bartoli Ant. luc. III29, 30; de Rossi Bull. 1870, tav. I; vgl.Piper Mytliol. II 134); auf geschnittenenSteinen ( Perret V 4, pl. XVI): auf Gold-gläsern {Garrucci Vetri, tav. IV; Jahrb. d.Ver. v. Altorthumsfr. d. Rheinl. XLII, Taf.V); auf Glas eingeschliffen {de Rossi Bull.1874, 153; 1877, 77, tav. V); auf Dipty-chen {d’Agincourt Sculpt. pl. XIII 3). Einfrühes Zeugniss für das Vorkommen solcherDarstellungen gewährt auch der Spott desCelsus über dieselben {Orig. C. Cels. AMI,bei Buonarr. Vetri 18).

| Der dargestellten Scenen sind vier, näm-lich : 1) wie J. ins Meer geworfen und vondem Seethier verschlungen, 2) wie er vondemselben wieder ausgespieen wird; 3) wiej er in der mit der grünenden Pflanze be-j deckten Hütte ruht; 4) wie er unter derI verdorrten, blätterlosen Pflanze sitzt oder