Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Kalk — Kamm.

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Neben diesen Festen, die an bestimmteMonatstage gebunden sind, läuft das Sy-stem der beweglichen Feste, als dessenAngelpunkt Ostern erscheint (s. Ostern).Natürlich konnten die Ostertage nicht indie Monatstafeln eingetragen werden, an-derseits aber war es doch bei der Schwie-rigkeit des Yerkehrs und der Kostbarkeit ider Handschriften wünschenswerth, die Ka-lendarien auch in dieser Beziehung be-nützen zu können, und so kommen früh-zeitig die Ostertafeln als Beilagen zu denKalendern in Gebrauch. Die Zahl der imYoraus berechneten Jahre (welche dannallmälig mit immer mehr und mehr chro-nologischen Merkmalen, so Numerus aureus,Ostergrenze, Epacte, Sonntagsbuchstabe,Indiction u. s. f., versehen werden) ist ent-weder eine willkürlich gewählte, wie dieZahl 100 im römischen Staatskalender, odersie richtet sich nach dem im Gebrauchestehenden Ostercyclus, also entweder nachdem römischen 84jährigen, oder dem ale-xandrinisch - dionysischen 19jährigen; beiletztem ist zu bemerken, dass meist auf95 Jahre die Ostertage angegeben werdenund dass erst Beda Venerabilis die That-sache, dass nach 532 (19 X 28) Jahren dieOstertage in der gleichen Reihenfolge aufdieselben Monatstage fallen, für das Kalen-derwesen verwerthet hat. — Was schliess-lich die Erörterungen zur Benützung desKalenders anbelangt, so sind diese ■— so-weit man aus der Dürftigkeit des überlie-ferten Materials schliessen kann — sehrmager gewesen; vielleicht haben sie ihrenUrsprung genommen von den Bemerkungen,welche den verschiedenen Ostertafeln, diezur Zeit der Streitigkeiten nicht immer ver-bunden mit Kalendern ausgegeben wurden,a ngehängt waren, Bemerkungen, welche sichspäter zu der reichhaltigen Litteratur dos,Computus‘ erweiterten. kai.tenjirun.n'f.r.

kalk. Namentlich in S. Agnese wurdevon P. Marehi (Archit. 19) die Beobach-tung gemacht, dass viele Leichen, bez.Skelette, von einer Kalkschichte von etwa1 Zoll Dicke umgeben waren. Die Be-schaffenheit dieses Kalkes zeigte durch diein ihm erhaltenen Eindrücke, dass die Leichezunächst auf dem Körper eine Umhüllungtrug, um welche der K, gegossen war; umdiesen zusammenzuhalten, diente dann einzweites Tuch. Angesichts der Thatsache,dass die alten Christen sehr vielfach ihreTodten oinbalsamirten ( Tertull. Apol.I 42: si Arabiae queruutur, sciant Sabaeiplures et cariores suos merces Christianissepeliendis profligari quam diis fumandis;vgl. Prudent. Cathem. X), fragt sich Marehi,wie man dazu gekommen, diese Kalkum-hüllung anzuwenden, welche doch gerade

geeignet gewesen, die Fleischtheile möglichstrasch zu verzehren; und er glaubt, es seidies bei den Leichen derjenigen geschehen,welche man nicht sofort in der Nacht nachdem Ableben in die Coemeterien habe ver-bringen können, ohne, mitten in der Ver-folgung, die Sicherheit der Lebenden zugefährden. Martujny 2 170 meint, bei demGewichte, welches die alten Christen dermöglichst langen Erhaltung der Leichenbeigelegt, sei nicht anzunehmen, dass derK. hier zur Beschleunigung der Verwesungsei angewendet worden; er nimmt also an,man habe durch diese Kalkhülse die Aus-dünstung der verwesenden Cadaver hin-dern wollen. Aber es konnte den altenChristen die die Fleischtheile rasch ver-zehrende Wirkung des Kalkes unmöglichunbekannt sein. Man darf daher wol an-nehmen, dass sie denselben mit Absichtanwandten, um etwa die Reste von an an-steckenden Krankheiten gestorbenen Per-sonen möglichst rasch zu zerstören und dieGalerien der betr. Katakombe von gefähr-lichen Miasmen frei zu halten. kraus.

KAMM. Elfenbeinkämme, ganz oder bruch-j stückweise, sind in altehristlichen und mit-telalterlichen Gräbern oft gefunden worden.Die Mehrzahl freilich gehört der letztemKategorie an, wie der schon von Caesariuslleisterbac. Dial. VIII 85 erwähnte, in Kölni in einem vermeintlichen Martyringrabe ge-! fundene. Am Rheine wie in England (vgl.W. Maskell Ivories etc. 68) sind solche Fundeaus römischer und anglo-sächsischer Zeitnicht selten. Dass die alten Christen undChristinnen sich dieser unentbehrlichen Toi-lettenstücke bedient haben, bedarf keinesBelegs. Der K. muss aber ein in Ehrengehaltenes Utensil gewesen sein, denn manfindet Kämme zuweilen nicht nur in denKatakomben unter den den Todten beige-< gebenen Gegenständen (Boldetli 503 : K. mitI Inschrift EVSEBIANNI [Annius Eusebius] ;ib. tav. XXII 24 - 25 ), oder in dem noch er-haltenen Abdruck im Kalkbewurf der Grä-ber ( Boldetti a. a. 0.; Raoul Rochette TroisMem. etc. [XIII] 212 f.; de Rossi Bull. 1881,78 f.; Marangoni Delle cose gentil. 454; deRossi R. S. III 588), sondern sie wurdenauch, reich geschmückt, als Geschenk ver-sandt. So schickte P. Bonifatius V der Kö-nigin Etelreda pectinem eboreuni inauratum{Beda II. e. Angl. II11; vgl. andere Beispielebei de Rossi Bull. 1881, 78, not. 4; NardiLettera sul uso degli specchi e pettini d’ ador-namento presso le antiche Cristiane, Pesaro1825; Guasco Delle ornatrice, Nap. 1775).— Aber der K. hat auch eine liturgischeVerwendung. Bevor der Bischof zumAltar trat, ward ihm ein Tuch um dieSchulter gelegt und er gekämmt: diaconus