Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Kampf.

toballia circa eius collum circumdata pectitdecenter et leviter caput eius u. s. f. (Du-rand. Ration, div. oft', pol. 151 ’). DieserGebrauch ist für das MA. seit dem 7. oder8. Jahrh. durch zahlreiche Belege, durchAufführung der Kämme in den kirchlichenSchatzverzeichnissen festgestellt; noch imPontificale Clemens’ VIII (1592—1605) wirddesselben gedacht. Dagegen vermisst manBeweise dafür, dass er bereits im christ-lichen Alterthum, vor dem 7. Jahrh., be-standen habe. Die bis jetzt gefundenenaltchristlichen Kämme berechtigen nichtzu der Annahme, dass sie liturgischenZwecken gedient haben. Dahin sind ausserden von Boldetti a. a. 0. abgebildeten bei-den Kämmen die zwei sehr interessantenKämme zu zählen, welche de Iiossi Bull.1880, tav. VI a - b und eh. 1881, tav. V 2 , 2 apuhlicirte und von denen der ersterc, inChiusi gefunden, sehr wohlerhalten für dasvaticanische Museum erworben wurde, derletztere aus Carthago stammt. Jener zeigteinen Kranz zwischen zwei Lämmern aufder einen, eine Kathedra ebenso zwischenzwei Lämmern auf der andern Beite; deRossi a. a. 0. 85 setzt ihn ins 4.—5. Jahrh.,den carthagischen, welcher auf der einenSeite das Kreuz zwischen zwei Palmen,auf der andern kreisförmige Ornamente auf-weist, ins 5.—6. Jahrh. Der von BretagneMem. de la Soc. Lorraine, IP scr. II 170(Nancy 1800) aufgeführte K. des BischofsLibarius, welcher 8. Oct. 301 zu Grand inder Diöcese Toul als Märtyrer starb, hateine kreuzförmige und geringelte Ornamen-tation, wie sie auf römischen und fränki-schen Knochenarbeiten oft vorkommt; seinAlter lässt sich danach nicht bestimmenund die Tradition nicht verificiren. Bre- jtagne bespricht a. a. 0. ausserdem die sog. |Kämme des hl. Lupus,B. von Sens (t 025,.vgl. unsere Martigngentlehnte, sehr man-!gelhafte WiedergabeFig. 59), des hl. Wil-helm, B. von Brieuc :(f 1234), des hl. Hu-bertus, erster B. vonLüttich (f 727) u. s. f.Zahlreiche andereBeispiele von solchen 'Kämmen, welche dasVolk dann häufigzu Marienkämmenmachte, giebt M 'est-irood Fictile Ivories;etc. p. 314, 394, 433, j

Kamm

des hu* Lupus (Sons). 434, 479, 401, 405,424, 447, 400, 429,444, 302, 409, 422, 433 (drei), 401, 440; vgl.dazu Maskell n. a. O. 09 f.; Lahns S. Am-

brog. 49; Millin Midi de la France I 97,pl. I, n. 3; Aus’m Weerth Bonn. Jahrb.XLVI 148). Einen ornamentirten sog. Ma-rienkamm behaupteten bei Trier die AbteiS. Maximin (vgl. das Verzeichniss: ,in hoclibello continentur Reliquiae Monast. s. Ma-ximini 1512‘) und die Stiftskirche zu Falzeizu besitzen. Einer mündlichen Ueberliefe-rung nach ist ersterer der nämliche, wel-cher jetzt in Pisport an der Mosel aufbe-wahrt wird.

Dass die profanen Darstellungen mancherauch in den Kirchenschätzen bewahrtenKämme (über die beliebte Abbildung derVenus auf solchen Toiletten-Gegenständens. Boldetti 503 und die da aufgenommeneFabel) auf einen ursprünglichen privatenGebrauch derselben hinweisen, ist kaumnothwendig zu bemerken.

Boldetti 319, tav. I hat weiter einen eiser-nen K. von 1 Palm Länge abgebildet, derin den Tagen Clemens’ X in der Kata-kombe des Oalepodius angeblich in einemMartyrergrabe gefunden wurde und den erfür ein Marterinstrument hält. Indess wardas Grab nur durch die Blutampulle alsein solches constatirt, und es kann wolNiemand daran zweifeln, dass auch hiernur ein Handwerkszeug der Fossoren vor-lag. Dasselbe gilt wol von der Abbildungvon Kämmen, welche sich einigemal beiBosio findet. kraus.

KAMPF und Sinnbilder des Kam-pfes. Unter den symbolischo7i Darstellun-gen, welche man auf den Gräbern der er-sten Christen, besonders in den römischenKatakomben, sieht, nehmen die Bilder,welche sich auf den K., den Wettkampf,beziehen, eine hervorragende Stelle ein.Ohne Zweifel weisen dieselben auf den vomVerstorbenen bestandenen geistigen K. undauf die nach den Widerwärtigkeiten diesesLebens empfangene Belohnung im Himmel.Solche Symbole des geistigen Wettkampfessind besonders dio Palmen und Kränze (eo-ronae), welche sich häufig auf den Grab-steinen eingehauen oder als Graffiti in denCcment eingeritzt vorfinden. Dieselbenwurden von früheren Archäologen für Kenn-zeichen des Martyriums gehalten, — eineMeinung, dio durchaus unhaltbar ist. Wennwir sie auch zuweilen auf Martyrorgriibornfinden, so wurden sie doch noch häufigerfür einfache Gläubige angewandt, um denhimmlischen Siegespreis zu bezeichnen, derihnen für ihren glücklichen K. gegen diemenschlichen Leidenschaften ortlieilt wurde.Ein solcher unblutiger K. erfordert ja oftnicht geringem Muth, als das blutige Mar-tyrium. Indem wir jedoch auf dio ArtikolKranz und Palme verweisen, beschränkenwir uns, an dieser Stelle einige Sinnbilder