Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Katakomben.

Nahe bei Praenestc kann icli einigeausgezeichnete Denkmäler anf'iiliren, vondenen einige ganz unbekannt sind. Ichverzeichne diese Denkwürdigkeiten derpränestinischen Kirche nach dcr t Ordnungdes Kalenders. Zum 1. August verzeichne-ten die Bollaiulisten in dem Cod. Luechen-sis eine Gruppe von Namen, mit einerSecunda an der Spitze, beigesetzt Nomaemill. XXX., aber sie gestanden, dass sienicht wüssten, was dieses für Märtyrerwären und an welcher Strasse sie verehrtwürden (Acta Ss. Tom. 1. Aug. 20—30).Mein bedeutendster Führer, der Cod. Hern.,zeigt mir, dass diese Gruppe an die ViaI’raenestina verlegt und der Name Se-cunda in Secundinus umgeändert werdenmuss. Nun lesen wir im Liber pontif., dassHadrian I (8. Jahrli.) basilicam S. Secun-ilini positam in urbem praenestinam, ubicorpus eius requiescit, in rühm positam anovo renovavit (in Hadriano § LXXXII). Ich ,will mich in keine topographische Erörte-rung über die genaue Lage der Basilikaund über die von dem Codex angegebeneMeilenzahl einlassen, es genügt mir, die'Existenz dieses Denkmals des Märtyrers ;Secundinus und seine Zugehörigkeit zur 1Kirche von Praenestc bewiesen zu haben.

Sehr berühmt ist in der Geschichte dergenannten Stadt der hl. Märtyrer Agapi-tus. Er starb unter Aurelian und wurdeeine Miglie von der Stadt in aqro in sar-cophayo novo beigesetzt (Martyr. Adon.Ed. Giortji 412). Die Entdeckungen derJahre 1803 und 1804, die an einem Ortein der Nähe von Praenestc, ungefähr 25Miglien von Kom, le Quadrelle genannt,gemacht wurden, haben uns eine christ-liche Basilika zurückgegeben, welche nacherlangtem Frieden diesem Heiligen an derStelle seines Begräbnisses errichtet wurde.Die epigraphischen Funde, die in der Ba-silika gemacht wurden, sind von grosserBedeutung für die Geschichte derselbenund für diejenige des Christenthums inder Stadt Praenestc. Der Baum erlaubtmir nicht, auch nur wenige "Worte darüberzu sagen; daher verweise ich den Leserauf die in folgenden Schriften enthaltenenNotizen: S'cotjnamujlio, Basilica delm.Aga-pito; Marucchi, Notiz, stör, sul in. S. Agnp.

Am 26. Aug. zeigen uns der Cod. Bern,und der Codex der Königin von Schwedenübereinstimmend ,riu praenestinu mit.XXI 1‘,den Todestag eines Märtyrers Q u i n t i n u sau, von dessen unbekannter Grabstätteich keine Spur gefunden habe.

VII. Vis Tiburtina.

Tibur war eine reiche und bevölkerteStadt, in welcher der christliche Glaubesehr bald Wurzel fasste. Sehr bekannt

sind, um von Andern zu schweigen, dieMärtyrer Getulius, Amantius und Svm-phorosa mit ihren sieben Söhnen, welcheunter Hadrian litten. Von den letztem, befindet sich die Grabstätte, !) Miglien vonKoni, an der Via Tiburtina. VerschiedeneKirchen wurden in der Stadt und in ihremGebiete von den ersten Jahrhunderten desI Friedens an errichtet, unter denen beson-1 der« die in der werthvollon Charta cornu-'• Ha na angegebene, von Fl. Valila gestiftete,berühmt ist. Auch fehlt cs nicht an Er-wähnungen von Gläubigen dieser Stadt.Im Martyrologium des Hieronymus sindvier Commemorationes von Märtyrern aufder Strasse von Kom nach Tibur ange-geben. Drei derselben beziehen sich aufdie hl. Symphorosa und ihre sieben Söhneund setzen ihr Grab, in Uebercinstim-mung mit den Acten, an den 1). Meilen-stein. Hier war ein Monument, das dieAlten ,ad VII fratres‘ nannten. Bosiosah daselbst die Kuinen einer Kirche (K.S. 401). Vor einigen Jahren liess derEigenthiimer des Grundstücks auf meineBitte hin Ausgrabungen vornehmen. Diedabei gemachten Entdeckungen sind sehrwichtig, obwohl die früheren Verwüstun-gen uns der antiken .Marmorsteine undursprünglichen Inschriften beraubt haben.Die von Bosio bezeichneten Inschriftensind nur ein Theil einer grossartigen Ba-i silika mit drei Schiffen, die ungefähr im5. Juhrh. errichtet wurde. Die Grab-stätte der Märtyrer wurde von mir hin-ter der Basilika entdeckt. Daselbst be-finden sich die Trümmer eines andernkleineren Gebäudes mit drei Chören oderdreifacher Absis, welches dem anderngeradezu den Kücken kehrt und den klei-nen callistinischen Basiliken gleicht. Diebeiden Gebäude berühren sich an den hin-tern Absiden, wo zu ihrer Verbindungein Thorbogen angebracht ist. In derdreichörigen Kammer befindet sich vordem Bogen eine tiefe Grube; ohne Zwei-fel lagen darin die Leichname der ge-nannten Märtyrer von Tibur. Dieses meh-rere Leiber enthaltende Grab diente alsConfessio eines darüber stehenden Al-tares; und um diese Confessio in dergrossem, zur Befriedigung der grossenVerehrung der Gläubigen errichteten Ba-silika sichtbar zu machen, wandte man dieoben erwähnte eigenthiimliche baulicheAnordnung an. Bekannt ist die Gewohn-heit der Christen, Basiliken in unmittel-barer Verbindung mit den Gräbern derMärtyrer zu errichten. Auf diesen Grä-bern, neben denen man über wenig Kaumzu verfügen hatte, wurde das hl. Opfermit weniger äusserer Feierlichkeit darge-bracht. In den Basiliken fand die Feier