Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Katakomben.

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mit grösserer Solennität und zahlreichererAssistenz statt. Daher unterschied manzwischen missa ad corpus und missa pu-blica; die erstere fand in unserem Fallein der dreiehörigen Cella, die zweite inder grösseren Basilika statt. Das bespro-chene Beispiel muss als vornehmstes classi-sches Muster bezeichnet werden, das dieerwähnten Gewohnheiten sehr gut be-leuchtet. Ich habe darum den Baurissdieser Gebäude an der Via Tiburtinazeichnen lassen, vgl. unsere Fig. 55, Bd.■1 118. Ich muss mich auf diese wenigenAndeutungen beschränken. AVer hierüberpiehr Aufklärung wünscht, den verweiseich auf meine Dissertation: Scoperta dellabasilira dl S. Sinforosa al IX rniglio della1 ia Tdmrt. Roma 1878.

Die vierte Erwähnung des Martyr. II ie-i’on. bezieht sieh auf einen sonst unbe-kannten Yincentius, der ganz nahe bei derotadt Tibur angegeben wird. Der Cod.fern, hat am 23. Juli: ROMAE VIA TI-bartina miliar io XVlll Vincenti. Bei Ti-'•nr ist ein rundes Gebäude, zum Tlieil111 die Erde eingelassen, welches den fal-schen Kamen Tempel des Hustens (tempiodella Tosse) trägt. Das Gebäude ist christ-lich und aus den ersten Jahren nach er-langtem Frieden; die Entfernung ent-spricht ungefähr der 19. Miglie, doch wage•ch nicht, über eine Beziehung desselbenzum Märtyrer Yincentius eine Vcrmuthungauszuspreehen.

Ueber Tivoli hinaus an der via A aleriahei A r icovaro kam eine interessante christ-liche Inschrift zum A'orschein, die von^ aleria .Maxima ihrer Tochter IKl'UEDIIS SVIS MASSE AIANDELANESEgesetzt wurde. Diese Aaleria war einGlied der berühmten Familie der ATilcrii,Welche grosse Besitzungen in dieser Ge-gend hatte und sogar der Strasse und derv °n ihr durchzogenen Landschaft den Ka-men gah. Wir wissen, dass das Christen-Ihum in einigen Zweigen dieser hochade-ligen gens Eingang fand (s. de liossi Bull.1878, l,v> etc.). Die Beziehungen der-selben zu A T aleria Maxima können nichtGegenstand dieser kurzen Darstellung sein.

VIII. Via Nomentana.

Diese Strasse war während des Kaiser-liches sehr bevölkert. Es befanden sich11,1 derselben die Städte Ficulea, Nomcn-tum, Hretus und andere viei und pagi,‘leren Dasein uns bekannt ist. Daherrührt auch der grosse Kcichthum an christ-lichen B(>gräbnissstiitten und Monumenten.Sieben Miglien von Rom entfernt ist dasberühmte Goemeterium und die Basilika•les hl. Alexander. Die Acten dieses .Mär-tyrers melden uns, dass er der erste I’apst

dieses Namens war und mit Eventius undTheodulus unter Hadrian gemartert undvon Severina an der genannten Stelle be-erdigt wurde. Der Cod. Bern, erwähntdiesen Märtyrer in folgender AVeise: IlOAIEY IA N OMENTANA miliario YII. NataleScorum Iuvenalict Heventi Alexandri Theo-doli. luvenalis ist der berühmte Bischofvon Narni und gehört nicht an dieseStelle. Die anderen Namen entsprechenden Angaben der Acten. Boldetti behaup-tet, dass er das Coemeterium gesehen habeund dass zu seiner Zeit Nachgrabungenstattfanden (Oss. 769). AVenn dieses nichtetwa ein anderer unbekannter Begräbniss-platz war, so war somit ein Theil dessel-ben schon seit jener Zeit sichtbar. Aberdie wichtigsten Entdeckungen wurden imJahre 1854 gemacht. Die Grabstätten dervorhin genannten Heiligen wurden damalswieder aufgefunden. Sie waren ursprüng-lich unterirdisch und wurden nach erlang-tem Frieden in eine grosse Basilika ein-geschlossen, die bis auf das Niveau desITypogeums hinunter ausgegrahen wurde.In der Mitte der Basilika ist ein Altar mitGitterwerk, auf welchem oben eine In-schrift eingehauen war, von der nur nochein Theil existirt. Es ist eine A'otiv-

inschrift zu Ehren der Alartyrer.

ET ALEXANDRO. Der zu ergänzendeName ist somit der des Eventius, denn dieActen melden, dass er zugleich mit Ale-xander bestattet wurde, während Theodu-lus nach denselben in altero loco begrabenwurde. Dieser andere Ort scheint ein inunmittelbarer A T erbindung mit der Basilikaliegendes Cubiculum rechts vom Altar zusein. Der bei der Errichtung der Kirchenicht zerstörte Theil des Coemeteriumsläuft unterirdisch rings um dieselbe. Erwar fast unversehrt und reich an Epita-phien auf Alarmortafeln, wie auch anGraffiti und Gemälden auf Kalk. Zahl-reiche Inschriften bot die Basilika selbst,unter welchen sich mehrere auf die Mar-tvrer dieses Ortes beziehen. Ich würdeden mir gestatteten Raum weit überschrei-ten, wenn ich diesen Gegenstand einläss-lich besprechen wollte, ich beschränkemich daher auf folgende Bemerkung.Einige Schwierigkeiten lassen einen Zwei-fel zu über den Titel ,Papst*, den mandem hl. Alexander gegeben hat. Es hatDuchesne daher (Livre Pont. 150, 151) inneuester Zeit die Ansicht ausgesprochen,dass unser Alartyrer nicht jener Alexanderist, der unter Hadrian Papst war. DieFrage ist sehr wichtig, doch genügt esmir, sie angedeutet zu haben; seinerzeitwerde ich sie vollständig mit Hülfe dergeschichtlichen und topographischen An-gaben und der Alonumente behandeln.