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Zweiter Band. I - Z.
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Katechetischer Unterricht-

es aber auffallend, dass wir solcher Kate-chesen, wenigstens sicher als solcher nach-weisbar, so viel wie keine Ueherreste zuhaben scheinen, somit auch über die Artihrer Einrichtung nichts wissen. NachAmbrosius (Myst. 1) waren sie ,de morali-bus‘, d. h. moralisch-allegorisirende Schrift-auslegung, wie seine Bücher über Ab-schnitte aus der Genesis. Wenn man heiCyrill von Jerusalem (IY, 1 ) die ävoqvtoa-jxaxa gegenüber dem Competenten-Unter-richte (-ctpovxa SiSajxaXeta) auf solch be-sondere Katechesen beziehen darf, mussteman ebenfalls an Unterricht im Anschlussan, sei es fortlaufende, sei es nach Be-lieben gewählte biblische Lesungen denken.Ueber die Gegenstände, die bei dieserKatechisation behandelt wurden, gibt unswol des Eusebius von Caesarea Explan, inps. 134 (Mai Nova PP. bibl. IV, I 79) Auf-schluss. Ein Muster einer solchen Kate-chese dürfen wir vielleicht in des sogen.Eusebius Gallicanus ,IIomilia de eo quodidola coli non debent et de resurrectione“(B. Lugd. VI 672 sq.) suchen.

5) Mit dem Eintritte in die zweite Ka-techumenatsklasse (s. Katechumenen 9, 10)begann der wichtigste Theil des kateche-tischen Unterrichtes, die zum Zwecke derunmittelbaren und letzten Vorbereitungzur Taufe ertheilte C o m p e t e n t e n k a t c-diese. Nun wurde Alles, was ihnenbisher je nach Anlass und Bedürfniss ge-sondert war vorgetragen worden, auf ein-mal und in vollem Zusammenhänge tlieilswiederholt, tlieils ausführlicher erklärt,tiefer begründet, gegen Schwierigkeitenund Zweifel vertheidigt (Cyr. Procat. 11).Darum betrachtete man diese Katecheseals eine höchst mühevolle Arbeit, diegrosse Umsicht erheische, bei der für denEinzelnen wie für die Kirche sehr vielauf dem Spiele stehe (Chn/s. 1 Kor. liorn. 3,2. 3; völlig irrig Guericke Scliola Alex. I101). Der grossen Sorgfalt, mit welchergerade dieser Theil der kirchlichen Lehr-und Erziehungsaufgabe erfüllt wurde, mussauch die Erhaltung und Erweiterung derKirche trotz der heftigen Verfolgungenvornehmlich zugeschricben werden (Lunge -mack Hist, catechetica I 110). Was dieEinrichtung dieses Unterrichtes betrifft,die gelegentliche (aber doch, wie es scheint,nur ausnahmsweise) Verbindung der ukro-nmatischen Methode mit der heuristischen(Job. Richard Karrp/oupivoc historicc descri-ptus § 19; Zachariae De methodo catoch.vet. Christ, p. 9), die Verpflichtung zumMemoriren einzelner Stücke (Zachariae 12 ;Ringham IV 30 ff.), die Benützung vonSchrift und natürlichen Beweismitteln(Toukle Praef. d. 2, c. 6 ; d. 3, c. 13, n.101 —104; und das Letztere bes. Rujin in

Symb. expos. 11; Ambr. in Luc. 1. 6 , 107;Greg. Nyss. X 07 . xax. prolog.; Chrysost. inPrinc. act. hom. 1, 3; in Ps. 44, 8 ; 1 Kor.hoin. 3, 3), so bat das für die Encyclo-piidie weniger Interesse. Doch muss nochhervorgehoben werden, dass es bei diesemUnterrichte auf Widerlegung der herr-schenden Irrlehren und auf die Befähigungder Täuflinge, auch ihrerseits gegen dieHäretiker und sonstigen Feinde des Glau-bens siegreich aufzutroton, besonders ab-gesehen war (Cyrill, l’rocat. 10 ).

6 ) Das grösste und vollendetste Mustereiner vollständigen Keiho von Taufkatc-chesen bilden die 18 (mit der Einlcitungs-rede 19) grossen Katechesen dos hl. Cyrillvon Jerusalem, die er noch als Presbyterim Auftrag seines Bischofs Maximus inder grossen Faste 347 oder 348 an dieCompetenten (cpumCopevot) hielt. Sie hal-ten sich nach den einleitenden Kedon überdie zur Taufe nothwondige Gesinnung (I),die zur Sündenvergebung nötliige Busse

(II) , die Würde des Sacramentes der Taufe

(III) , nach einer übersichtlichen Darstel-lung der katholischen Glaubens- und Sitten-lehre (IV) und der Lehre über die Tugendund die Uebung des Glaubens (V) an dieeinzelnen der Reihe nach folgenden Lehr-sätze des Symbolum (VI—XVIII). Diesensollte zum Sclilusso eine 20. Belehrungunmittelbar vor der Taufe über derenCäremonien folgen (XVIII 32, 33), vonder wir nicht wissen, ob sio gar nicht ge-halten wurde oder bloss für uns verlorenging. Wie aber Cyrill liier verfuhr, sowurde es in Jerusalem immer gehalten:volle 40 Tage lang dauerte der katecho-tischo Unterricht, und stets wurde beiMitthoilung des Symbols zum Voraus einübersichtlicher Lohrvortrag über dio Ge-sammtlieit der Glaubenslobron gehalten.Das berichtet Johannes von Jerusalem alsstehende Sitte, wie wir aus einem heftigenAngriffe dos hl. Hieronymus auf ihn er-fahren (Hier. Lib. ad Pnmmaeh. adv. Jo.Hier. c. 4 al. ep. 61; Mart. Ep. 38; vgl.Caspari Quollen zur Gesell, d. TaufsymbolsI 168—177).

7) So ausführlich wie hier wurde dieseKatechese wahrscheinlich nirgends abge-halten. Doch ist es irrig, zu glauben, siehabe anderswo bloss aus einer Rede überdns Symbol bestanden (so Chardon Hist,des sacr. 1. 1, s. 1, p. 1 , eh. 6 ). Die Kirchewird doch nicht lässiger gewesen sein alsdie Häretiker, und diese timten gewissdas Ihre, um ihre Anhänger tief in ihrenIrrlehren zu befestigen. Zumal im Orientewäre es ganz unbegreiflich, wenn dieserUnterricht so sehr sollte vernachlässigtworden sein, da doch sonst die Pflege desWortes dort in so hoher Bliithe stand.