Kreuz.
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K. als das Monogramm Christi bereits invorchristlicher Zeit bezw. in ausserchrist-liehen Kreisen als religiöses Symbol nach-zuweisen, und namentlich hat Mortillet(p. 174) den Satz vertheidigt: es sei dasK. schon im höchsten Alterthum das hei-lige Symbol einer die Idololatrie zurück-weisenden religiösen Secte gewesen.
Die Prüfung des zum Erweise diesesund ähnlicher Behauptungen beigebrach-ten Materials im Einzelnen vorzunehmen,würde einen Band fordern. Die eingehend-sten , seit zwanzig Jahren fortgesetztenUntersuchungen dieses Gegenstandes ha-ben mich nicht von der Stichhaltigkeitjener These zu überzeugen vermocht; viel-mehr hat sich mir überall als Ergebnissder Untersuchung aufgedrängt, dass 1) inden meisten der beigebrachten Fälle, na-mentlich auch den aus mexicanischen Bau-ten (vgl. das K. zu Uxmal bei GuühabaudDenkm., h. v. Lohde, IX 14, 9; von Pa-lenke in Dupaix Antiq. Mexicaines III,Taf. XXXVI. Wuttke Abb. z. Gesell, d.Schrift Taf. XXIV—CXVIII. Gesch. derSchrift 1231) und antiken Bildwerken (soz. B. ausser den von den Genannten beige-brachten Beispielen Kreuze und Sterne aufder Pelopsvase von Ruro; Bitschi Opusc. I795, Taf. III; gleichseitige Kreuze aufdem Kleid von Spielenden in Pompeji,Zähn III 22; gleichseitiges K. auf einemdem 1. Jalirh. angehörenden Thongefässmit der Inschrift CVRTI • RVFI, vonBruzza und de Bossi Bull. 1880, 102 alsOrnament erklärt) hergeholten, wir esgan z einfach mit einer geometrischenF i g u r zu thun haben, -welche so nahe-liegend ist, dass die primitivsten Versucheeiner jeden Ornamentation nothwendiger-weise auf sie verfallen mussten. 2) Ineinigen Fällen ist das X als griechischerBuchstabe aufzufassen und, besonders inVerbindung mit dem P, als Sigla von mitXpuaov oder ähnlich beginnenden Worten,Geldworthangaben u. dgl. zu betrachten:80 namentlich auf einer Anzahl von Mün-z en, wo man irrthiimlieherweise ein Mono-gramm Christi vor Christus sehen wollte,Wie auf dem angeblichen baktrischen Laba-
rum-K. (Zöckler S. 21); so auch
D
-als
graphi se ] les Monetarzeichen auf den Mün-P'. n Herodes’ d. Gr. (Madden Hist, of Jew-ÜV • i , nflff0 P- «3—87). 3) Als Symbolei den Buddhisten Vorder- und Ilinter-muiens das sogen. Swastika-K. (croix
Pattee, Pfötchenkreuz)
^ e gyptern das sogen.{ctux ansata , missverst
Real-Encyklopädie. II.
bei den
11 o n k e 1 k r e u zändlicli auch Nil-
N XL
Schlüssel genannt), , bei asiatischen
o
Völkern auch das und die Figur des
Sonnenrads, 8 e ^ rauc ^*- Alle
diese Dinge hängen mit astronomischenund astrologischen Vorstellungen zusam-men und haben absolut nichts mit demchristlichen K. und Monogramm zu thun.Insbesondere muss das hervorgehoben wer-den in Bezug auf das Sonnenrad, welchesin seiner Anwendung auf constantinischenMünzen gerade in neuerer Zeit als Ueber-gang zu dem K. dargestellt worden ist.Die völlige Haltlosigkeit der betreffenden,neuerdings von Duruy (La politique reli-gieuse de Constantin, Rev. archeol. 1882,Fevr. 9G—110; mars 155—176) ohne Grundbesonders beachteten Aufstellungen Rapps(a. a. 0.) ist kürzlich auch von Brieger(Constantins Religionspolit., Ztsch. f. K.-G.1881, IV 195) zugestanden worden. DieAnnahme, ein von einem ausserchrist-lichen, heidnischen Cult geführtes sym-bolisches Zeichen sei zu Anfang des vier-ten Jahrhunderts von den Christen alseigenstes und bleibendes Symbol ihresGlaubens adoptirt worden, ist durch keinhistorisches Zeugniss belegt: sie wider-spricht aber allem, was wir über die Stel-lung der christlichen zu der heidnischenGesellschaft wissen, so sehr, dass sie ge-radezu als ungeheuerlich bezeichnet wer-den muss. Niemand, der die Position derbeiden grossen Religionsparteien im Zeit-alter Diocletians aus den Quellen studirthat, wird sich zu ihr bekennen können,und wir haben in ihr lediglich die Aus-geburt jener Phantasie zu sehen, welchedas Christenthum für die ,reife Fruchtdes gebildeten Heidenthums 4 erklärt. .
II. Entwicklung des K.-Symbolsauf Epitaphien (Inschriften) undK u n s t d a r s t e 11 u n g e n.
Nachdem der Gegenstand seit dem sech-zehnten Jahrh. (s. unten die Litt.) in zahl-reichen Schriften verhandelt worden, er-fuhr derselbe zum ersten Male eine me-thodische Untersuchung durch de Bossiin seiner berühmten Abhandlung De titulisChristianis Carthaginiensibus (bei PitraSpie. Solesm. IV 505, bezw. 517 ff., 1868),deren Resultate nachstehende sind.
De Bossi geht von dem K.-Zeichen,dem Signum Christi (signum Christi invitam aeternam, Sacram. Gelas. bei Tom-masi Opp. VI 76. 96), aus, welches seitden ältesten Zeiten des Christenthums das
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