Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Lampen.

■der Beleuchtung, sind sie uns gegenüber^irm. Denn nicht nur sind sie über dieOel-L. nicht hinausgekommen, sie kanntennicht einmal die Vorrichtung des Glas-zylinders, durch den das Qualmen der L.verhindert, die Flamme concentrirt wird,noch auch die Glasglocken, welche das.grelle Licht dämpfen. Der Luxus, dendie Alten in der Beleuchtung ihrer Salonsentwickelten, ging nicht hinaus über dieAnwendung wolriechender Oele und diekunstreiche Bearbeitung der L.-Halter,.sowie Verwendung kostbaren Materials zurAnfertigung derselben. In dieser Hinsichthatte man L. zum Aufhängen und andere,welche auf eigenen Ständern oder Leuch-tern standen (von solchen freistehendenLichthaltern redet Minuc. Felix [Octav. 9],wo er den Vorwurf der Heiden gegen die•Christen betreffs angeblicher nächtlicherOrgien anführt: post multas epulas, ubi•convivium caluit et incastae libidinis fer-vor ebrietate exarsit, canis qui candelabronexus est, iactu offulae, ultra spatiumlimae, qua vinctus est, ad impetim et sal-tum provocatur; sic everso et exstinctoconscio lumine impudentibus tenebris nexusinfandae cupiditatis involvunt), L. zu zwei(bilychni) und mehr Flammen (polynychni),und statt der ärmlichen L. aus Terra cottasolche aus Bronze, Silber, Gold oder edelnSteinen, wobei der feine Kunstsinn desKleinhandwerks Gefäss und Handhabe mitmythologischem und anderm Bildwerk zu■schmücken wusste.

Da die gottesdienstlichen Versammlun-gen der Christen von Anfang an vielfachbei Nacht gehalten wurden, wie sich nichtnur aus der Apostelgeschichte, sondernauch aus den Schimpfnamen der Christenals luci fuga gens ergiebt, so bedurftensie dabei der L. als Beleuchtungsmittel, jDasselbe galt für den Gottesdienst, den]man in den Katakomben bei den Gräbern jder Märtyrer hielt, und unter Anderm ist \in den Katakomben von S. Callisto, indem Viertel des hl. Soteris noch heute ■in der Decke einer Rundkapelle der Haken:zu sehen, an welchem ehemals die Lampe ge- jhangen hat. Vor Allem bedurfte die Opfer-stätte einer entsprechenden Beleuchtung,•die man dadurch erzielte, dass um denAltar auf Ständern oder Leuchtern L. auf-gestellt wurden, eine Sitte, die sich nochlange in der nachconstantinischen Zeit er-halten hat, indem das Aufstellen von Lich-tern auf den Altären selber erst viel spä-ter in der abendländischen, in der morgen-ländischen Kirche nie in Brauch kam. Dassvor vielen Jahrhunderten auch bei dem amTage gehaltenen Gottesdienste Kerzen alsL. brannten, lässt sich aus manchen Aeus-•sorungen der Schriftsteller schliesson; so

Fig. 110. Brouze-lämpehen aus denKatakomben.

I sagt Paulin von Nola (Nat. VII, S. Fel.):| clara coronantur densis altariff lychnis . . .nocte dieque micant ... et ipse diesi coelesti illustris honore plus micat. Einvon Angelo Mai (Spicileg. Rom. II, p. 12)mitgetheiltes Fragment über das Lebendes hl. Chrysostomus berichtet von einerLampe, die, an einer Kette hangend (s. uns.■ beif. Fig. 110), super altaris concham per-petuo ardebat. Die Be-leuchtung war da alsonicht des Bedürfnisses we-gen, sondern aus symboli-scher Rücksicht angeord-net. Wie weit aber die-ser Gebrauch in die vor-constantinische Zeit hin-aufreicht, ist schwer zu er-mitteln. Zunächst dürftewol hei der Spendung derhl. Taufe, die ja auch als

illuminatio bezeichnetwird, das Licht als sym-bolische Andeutung auf die innere Gnadeund als Hinweis auf Christus, das Licht-/a-c angewendet worden sein. [Diese

symbolische Beziehung, nahe gelegt durchPs. 118, 105, ist durch das Martyriumder hhl. Montanus, Lucius und ihrerGenossen sichergestellt, wo es heisst:Reno qui nobiscum fuerat, somno appre-henso, ostensum est ei produci singulos:quibus prodeuntibus lucernae singulae prae-ferebantur : cuius autem lucerna non prae-cesserat, nec ipse procedebat. Et cumprocessimus nos cum lucernis nostris, ex-pergefactus est. Et ut nobis retulit, lae-tati sumus fidentes nos cum Christo am-bularo: qui est lucerna pedibus nostriset qui est sermo scilicet Dei ( Ruinart Act.Martyr. Amstelod. 1713, p. 231. MorcelHAfr. Christ. II 183. De Bossi Bull. 1880,66 f. und dazu Taf. III). A'.|

Die Akolythen, deren Amt es unter An-derm war, die Lichter anzuzünden, wer-den zwar schon von Papst Cornelius er-wähnt, doch lässt sich daraus kein Be-weis für den Gebrauch der Beleuchtungauch beim Tagesgottesdienste in jener Zeitherleiten. Ebenso wenig aber darf manaus den Worten dps Lactant. (Lib. VI,cp. 2), wo er über die Heiden spöttelt,dass sie lumina deo suo accendunt, quasiin tenebris agenti, den Schluss ziehen, dasszu seiner Zeit die Christen heim Gottes-dienste sich der Lichter nicht bedienthätten.

Entschieden in die früheste Zeit hinaufreicht die Anwendung der L. bei denGräbern, indem man dieselben entwederin kleinen Nischen oder auf eigenen Con-solen bei der Ruhestätte anbrachte, oderbei der Beisetzung selber in den äussern