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Zweiter Band. I - Z.
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Leinen — Lesungen.

Paedag. III 106 (Xopcc pLoumxf), r t xeypYjxainoXuxpdxr)c) unter den Symbolen genannt,welche den Christen für ihre Ringe alsgeeignet bezeichnet werden. Das Sinn-bild erklärt sich wol nur durch die Be-ziehung auf Orpheus, dessen DarstellungClemens ebenfalls erwähnt (s. d. Art.), undalso auf Christus; von einer verdecktenSymbolisirung des Kreuzes, wie Aringhiwill (II 296), kann, wie Munter (Sinnb.u. Kunstvorst. I 84) richtig gesehen hat,nicht die Rede sein.

Ein von Bottari I 122. 126 abgebildeter,bei D’ Agincourt (III 118), Lupi (Ep. S. Se-ver. p. 26) und Garrucci (Tav. CCXCVI 4 ,dazu V 6) reproducirter römischer Sar-kophag zeigt in der Ecke links eine aufder Leier spielende junge Frau in Um-gebung ihrer Freundinnen und Kinder,rechts einen sitzenden Mann nebst dreiGenossen, welcher ein Volumen in derHand hält. Munter a. a. 0. denkt an einenhäuslichen Gottesdienst, wie den von Ter-tull. (Ad uxor. II 9) erwähnten: ,sonantinter duos (coniuges) psalmi et hyrnni, etmutuo provocant, quis melius Deo suocantet“. Die Schriftrolle in der Hand desMannes erinnert ihn an die von Gmus beiEuseb. V 28 berichtete frühzeitige Auf-zeichnung der christlichen Hymnen. Derchristliche Ursprung des Sarkophags istdurch das in der Mitte desselben ange-brachte Relief mit dem guten Hirten zwei-fellos. Aber die Darstellung wird wol nureine dem täglichen häuslichen Leben ent-nommene Scene wiedergeben sollen. Beider sitzenden Gestalt an eine Muse zudenken, liegt kein Grund vor (vgl. Wiese-ler Annal. Instit. 1861, 125. 129; Garruccia. a. 0.).

Es sind nur sehr wenige Ringe mit derDarstellung der L. bekannt, wie sie den An-gaben Clemens’ des Al. entsprochen hätte.Eine solche bietet ausser Perret IV pl. XVI 60 ,C. J. L. VIII n° 10485 *, ein Hämatite ausMalgae: L. mit zwei Schlangen und derInschrift: VIVAS IN DEO. kraus.

LEINEN, Verwendung desselben, sieheKleidung, liturgische.

AEITOTPriA, s. Liturgie.

LENOCINIUM. Kupplerei und gewerbs-mässiger Betrieb der Unzucht war in derZeit der christlichen Kaiser nicht blossvon der weltlichen Justiz streng bestraft(Cod. Pandect. lib. XLVIII. tit. 5 ad leg.lul. De adult, leg. 8; Cod. Theodos. lib.III. tit. 16 De repud. leg. 1; Cod. Iustin.lib. XI. tit. 40 De spectat. et scenicis etlenonib. leg. 6, dazu Socrat. V 18), son-dern auch kirchliclierseits durch die här-teste Strafe: die definitive, auch vor dem

Tode nicht aufzuhebende Ausschliessung,geahndet: Conc.Illib. c. 12. 70; vgl. dazu.Tertull. De idolol. c. 11; Bingham VII445 f.

LENTULUS, Brief des, s. d. Art. Jesus-Christus II 16.

AEONTAPION heisst bei neueren grie-chischen Schriftstellern der im Atrium auf-gestellte Brunnen (cpidcArj) wegen der häu-figen um denselben geordneten Löwen, aus-deren Rachen das Wasser ausgespieenwird. Vgl. Du Cange i. v.

LESUNGEN. Der christliche Gottes-dienst gliederte sich von Anfang an in zweiHaupttheile: die Feier des eucharistischenOpfers und das gemeinsame Stundengebet.Soweit die Zeugnisse des Alterthums hin-aufreichen, begegnen wir der Gewohnheit,dabei aus der hl. Schrift vorzulesen. Die-selbe entstand ohne Zweifel nach demVorbild des Judenthums, wo an den Sab-baten bestimmte Abschnitte aus Gesetz,und Propheten, die sog. Haphtharen undParaschen, verlesen wurden (Act. 13, 15;.15, 21; II Kor. 13, 14 f.). Die Kirche un-terschied sich aber in dieser Hinsicht vonder Synagoge dadurch, dass sie die Schrif-ten des N. T. denen des A. T. völliggleichstellte und beide ohne Unterschiedzur Vorlesung benutzte. Diese Einrich-tung, welche bereits Iustin. Mart. Apol. I,c. 67 als eine allgemein verbreitete er-wähnt, ist jedenfalls auf die Apostel zu-rückzuführen. So berichtet Hieronym. Devir. ill. c. 8 im Einklang mit Euseb. Hist,eccl. II, c. 15 über das Marcusevangelium:

,Petrus . . . probavit atque ecclesiae le-gendum sua auctoritate tradidit. 1 Wienun in der Synagoge jo ein Lesestückaus dem Gesetz und den Propheten ent-nommen wurde, so finden wir beim christ-lichen Gottesdienste je eines aus demEvangelium und dem Apostolus. Die Ein-theilung des N. T. in diese beiden Hälften,die wol auf dem liturgischen Gebraucheberuht, begegnet uns schon Ignat. Ep. adPhilad. c. 5; Ep. ad Diognet. c. 11; lu-stin. M. 1. c. Die Constit. apost. II c. 57schreiben beim Gottesdienst vier L. vor:zwei aus dem A. T., die dritte aus demApostolus, die vierte aus dem Evangelium(vgl. VIII, c. 5). Daraufhin deutet auchEp. ad Diognet. 1. c.: ata tpoßoc vop-oo qc&-xai, xat -pocprjtüiv yapic -ytvcoJXExai, xai Eoaj-l'eXtiov matt? 7i5poxat xat aTtoaxoXiov yapuXdaasxai. In den meisten alten Liturgieenfinden wir drei Lesungen: eine aus demA. T., die beiden andern aus dem N- T.So in der gallicanischen und ambrosiani-schen Liturgie ( Mone Latein, und griech.Messen p. 4 ff - .), desgleichen in der spani-schen und africanischen (cbend. p. 91