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Zweiter Band. I - Z.
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Aoyy-rj — Lucas und Lucasbilder.

I 123. Der L. ist endlich Attribut vielerHeiligen. Vgl. Munter I 87. münz.

AOrXH, s. Lanze.

LOOS (sortitio sacra). Die Wahl desApostels Matthias geschah durchs L. (Act.1, 15—26), und ausnahmsweise kommenauch in der Kirchengeschichte Wahlenkirchlicher Vorsteher durch das L. vor(s. Dndwell Diss. Cyprian. I, § 17; Bing-ham II 81—82; mit Bezugnahme auf Conc.Barcin. a. 540, al. 599, c. 3. Coli. Concil.V 1606) oder werden zweifelhafte Fälledurch das L. entschieden {Äug. Ep. 180ad Honor.; De doctr. Christ. I 28). Imgewöhnlichen Leben dagegen bediente mansich nach bei den antiken Völkern her-gebrachter Sitte häufig noch des Looses,um eine Frage zu entscheiden oder dieZukunft zu befragen. Wie die Heidendazu mit Vorliebe Virgil aufschlugen (Sor-tes Virgilianae; Spartian. Vit. Hadrian. 9;Lamprid. Vit. Alex. Sever. c. 14), so dieChristen die hl. Schrift ( Sortes Sanctorum,Evangeliorum). Das Verfahren beschreibtGreg. Turon. Hist. Franc. IV 16; es wirdin fränkischen Synoden ( Aurelian. I. c. 30;Agath. c. 42) frühzeitig verboten, auchAugustin schon hatte die Sitte missbilligt(Ep. 119 ad Ianuar. c. 20). Später spieltedas L. noch immer seine Rolle in denOrdalien (s. d. Art.). Vgl. Angusti Ildb.

_ III 421 f .; Bingham II 82. kraus.

A0TTPA, s. Bäder I 107.

LUCAS und LUCASBILDER. Lucas, derVerfasser des dritten kanonischen Evan-geliums und der Apostelgeschichte (itpm-ro; und ösurepo? Xoyo;) t war geborenerHeide (Kol. 4, 11 u. 14) aus Antiochia inSyrien ( Euseb. Hist. eccl. III, c. 4). SeinName ist abgekürzt aus Lucanus oderLucianus. Er zählt sich ausdrücklich zudenjenigen, welche die Begebenheiten derhl. Geschichte nicht aus eigener An-schauung kennen. Darum kann er auchkeiner der 72 Jünger gewesen sein (Ori-genes). Da er aber eine genaue Kenntnissdes Judenthums und seiner religiösen Ge-bräuche bekundet, so mögen die Rechthaben, welche ihn als jüdischen Proselytenannehmen. Seinem bürgerlichen Berufenach war er Arzt, wie aus Kol. 4, 14(dsraCstai ujx5{ Aouxac 6 iarpoc) erhellt.Auch will man in seinen Schriften Stellen 1finden, die durch genaue technische Be-zeichnung einzelner Krankheiten ärztlichesStudium verrathon. Seit seiner Bekehrungzum Christenthum war er ein treuer Schü-ler und Begleiter des hl. Paulus. NachBaronius Ad ann. 61, welcher Gregor vonNazianz, Paulinus von Nola, Nicephorus

u. A. als Gewährsmänner nennt, soll erbei Patrae in Achaia den Martertod er-litten haben. Die Kirche verehrt ihn alsMärtyrer.

Dass der zu Antiochia geborene, in hel-i lenistischerBildungherangewachseneLucas! auch im Malen sich ausgebildet habe,ist an und für sich aus inneren Gründenj nicht unwahrscheinlich. Ganz anders je-! doch müssen wir urteilen, wenn wir dieäussere Begründung der Behauptung, ,der| hl. Lucas sei auch Maler gewesen“, er-wägen. Denn die Sage, Lucas habe Bilderdes Herrn und der hl. Jungfrau gemalt,tritt erst im 6. Jahrh. auf (GlückseligChristus-Archäol. 101). Der hl. Augustinscheint noch nichts von jener Sage zuwissen, denn er schreibt De Trinit. VIII,

c. 2: ,neque novimus faciem virginis Ma-riae.“ Der erste, der ein Muttergottesbildals vom hl. Lucas gemalt erwähnt, ist

| Theodor der Anagnoste oder Lector imi 6. Jahrh. Er sagt (Collectan. I, c. 7):

| ,es befand sich zu Constantinopel ein altesI Bild der Gottesmutter (f>eop.Tyrpot), welchesEudoxia zu Jerusalem ei’warb und an [ihreTochter, die Kaiserin] Pulcheria [Gemah-lin Thoodosius’ II] übersandte. DasselbeI Bild hatte der Apostel Lucas gemalt1 (6 aitoa-raXo? Aouxac xafhjioprjaev).“ DiesesBild, das einen byzantinischen, strengj hieratischen Typus hat, stellt die lil. Jung-frau als Matrone in einem Alter von etwa40—50 Jahren dar. Im J. 1204 wurde esdurch den Dogen Enrico Dandalo nachVenedig überbracht. Es führt den Na-men Odegitria oder Itria. — Ein anderes,dem hl. Lucas zugeschriebenes Marienbildbefindet sich in der Kirche Maria Magg-zu Rom, wo es (in der Capella Paolina),in einen mit kostbaren Steinen ausge-legten Rahmen gefasst, gewöhnlich ver-schlossen gehalten wird. Bei dem hohenAlter des Bildes sind die Farben so ver-dunkelt, dass das Antlitz der hl. Jungfrauwie des Kindes ganz schwarz erscheint.Erwähnt wird es zuerst unter Gregor

d. Gr., der es zur Zeit der Pest (585) ausM. Maggiore nach S. Pietro in Processiontrug; desgleichen wird es erwähnt 111einem Berichte der drei Patriarchen desOrients an Kaiser Theophilus (f 84-J-Abbe Mitochou (Recherches 175) hat seiLeo IV (847) bis herauf ins 18. Jahrh-die ständige Tradition über das Mutter-gottesbild in M. Maggiore zusammonge-stellt. Doch daran zweifelt Niemand, dasseit dem 9. Jahrh. das besprochene 1ständig dasselbe ist. Damit ist der hl.cas als Maler aber noch nicht bewies •Dieses Bild zeichnet sich durch el1 *Reiz edler Einfachheit und Würde a >der den byzantinischen Bildern a g