Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Lucernae — Luminare.

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Und Grimonard de S. Laurent, der es inseinem Guide de l’art ehret. III, pl. 1 ab-bildet, ist nicht abgeneigt, aus innerenGründen die Autorschaft dem hl. Lucaszuzuschreiben. — Ausser diesem Madon-nenbilde werden dem Evangelisten nochsieben andere zugeschrieben. Doch aufden ersten Blick leuchtet die Unrichtig-keit dieser Behauptung ein, denn derCharakter der einzelnen Bilder ist ausser-ordentlich verschieden. Von Lucas ge-aalte Madonnenbilder zu besitzen rühmtsich noch die Kirche S. Maria in Araceli('Grimouard 1. c. pl. 2), S. Maria dellaconsolazione (beim gleichnamigen Hospiz,gegründet durch Gregor VI 1045; Qrim.Pk 3). Da über die andern angeblichenLucasbilder noch gestritten wird und diealteren Autoren (Melchiori, ÄringJii, Bom-belli) bald dieses, bald jenes Bild demLucas zuschreiben, so will ich einfach aufGrimouard 1. c. III 15—20 u. pl. 4, n. 1.

3. 4 verweisen. — Ueber das dem hl.Lucas zugeschriebene Bild des Erlöserss - oben II 16 f.

^Vie ausgebreitet im 13. Jahrh. die Sage^ a r, Lucas sei ein Maler gewesen, erhelltdaraus, dass seit dieser Zeit die Maler-in nun gen des christlichen Abendlandes® lc h den hl. Lucas als Schutzheiligen wälil-Un (Fiorillo Gesch. der zeichn. Künste I^43. 332. 451). münz.

LUCERNAE, s. Leuchter.

LUCIFUGA NATIO, s. Spottnamen.

LUGIENTES oder Flentes, s. Busse.

luminare. Dahinwandernd mit seinemchwachen Kerzenlichte durch das DunkelKatakomben sieht man von Zeit zuin den Gängen, mehr noch in denrabkammern von oben her das Licht desa ges einfallen. Schornsteinförmige Oeff-n gen, unten weit, nach oben hin sich'’^'gGnd, meist viereckig, zuweilen auch

mcuji vicrüüÄ-ig, zuweilen auuu^nd, oder von unregelmässiger Form,Y®igen aus den Strassen und Kammern inäer zweiten Etage durch die der erstenwodurch bis an die Oberfläche der Erdea jid führen so Licht und Luft in die Tiefemunter. Man nannte diese Lichtgaden■mtninaria, wie sich aus mehreren In-schriften und aus den Acten dev Märtyrerer giebt. So kauft ein Eusebius sich vonCl6 m Possor OCAPATVS im CoemeteriumfurxJll’ ^ßbastianus ein Grab AD CATA-l-VMBAS AD LVMINAREM (Perret I,Kill 7 ); die Marmortafel im Cubicu-® duplex, welches sich Severus in denagen des Papstes Marcellinus im Coe-rerium Callisti kaufte, erwähnt auches LVMINARE; von der Märtyrin Can-

dida wird in den Acten der hl. Petrusund Marcellinus berichtet, sie sei per lu-minare cryptae hinabgeworfen und gestei-nigt worden. Durch solche Lichtgadenwurde das betreffende Gemach ein Cubi-culum darum. Wiederholt ist das L. soconstruirt, dass es zwei und selbst mehrerenahe beisammen liegende Grabkammernerhellt. Dies ist z. B. der Fall bei denfünf in einander laufenden Gemächern inS. Callisto, von denen vier einen gemein-samen Lichtstollen haben; bei der Grab-kapelle des Papstes Eusebius ebendaselbst1 erleuchtet das L. ausser der Kapelle denGang, der zu derselben hinführt, sowieeine Strasse des darüber liegenden erstenStockwerkes der Katakombe. Aehnlichesfand Stevenson in dem suburbicarischenCoemeterium des Zoticus (p. 28). War derSchacht nicht bloss zur Beleuchtung eineseinzigen Gemaches bestimmt, so hiess erL. maius, wie sich aus einer Inschrift beiMarchi 165 schliessen lässt (COMPARAVIVISOMVM IN LVMLNARE MAIORE).Kam man bei der Anlage des Schachtesin eine Lage von Pozzolanerde und höherhinauf in das Erdreich der Gärten undWiesen, die über der Katakombe lagen,so musste die Sicherheit der Wände durchMauerwerk hergestellt werden; damit durchsie nicht Regen und Schlamm hinunter-flossen, ragte die obere Mauereinfassungnoch etwas über den Boden hinaus. Sokonnte man hinabschauend in einen Brun-nen zu sehen glauben, wie es z. B. beimCoemeterium des Uikomedes der Fall ist,wo man nur durch hinuntergeworfenesbrennendes Papier die Erweiterung desunteren Theiles zu einem Gemach erken-nen kann.

Die meisten Luminarien sind in der Zeitdes Friedens angelegt worden, theils umdie Grabkapellen berühmter Märtyrer wür-diger zu erhellen, theils um bei der Mengeder Besuchenden einen entsprechendenLuftwechsel herzustellen. Doch muss esauch schon in der vorconstantinischen Zeiteine nicht geringe Anzahl solcher Licht-schachte gegeben haben, angelegt vor-züglich in der langen Epoche des Friedensvor der diokletianischen Verfolgung. Dasbeweisen uns die oben angeführten Angabenüber das Martyrium der hl. Candida undj die Inschrift des Severus; die hl. Eme-! rentiana wurde ebenfalls getödtet, indem! der Pöbel die am Grabe der hl. Agnesi betende Jungfrau durch das L. von obenher steinigte. Auch das Grabgemach derbeiden Märtyrer Chrysanthus und Daria,die unter Numerian den Tod erlitten,scheint ein L. gehabt zu haben (vgl. Greg.Ttiron. De glor. mart. I 28); dasselbe giltvon dem Grabe der Märtyrer von Sc-