Band 
Zweiter Band. I - Z.
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Martyrium.

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liehen Bauten, Reinigung der Kloaken,Anlage von Wegen (damnati ad opus),in den Bergwerken (damnati ad metalla,metallici), vielfach verbunden mit Brand-marken auf der Stirne, Ausstechen undAusbrennen des rechten Auges, körper-lichen Misshandlungen, Fesselung der Füsseoder Lähmung eines Fusses ( Eus. YIII 12),Entziehung der Nahrung ( Cypr. Ep. 77 adNemes.; Euseb. YIII 24; de Bossi Bull.1868, 17 sqq.).

25) Die Grausamkeit war auch durchden glorreichen Tod der hl. Märtyrer nichterschöpft; um denselben das Begräbnisszu entziehen, hielt man die Christen durchWachen davon ab, warf die Leichnameden Hunden, fleischfressenden Yögeln vor,und sah diese dann manchmal durch dieverschiedenen Theile der Stadt die Resteumherschleppen {Euseb. Y 2; De mart.Palaest. 9), brannte die im Amphitheatervon den wilden Thieren übrig gelassenenGebeine zu Pulver, um sie in den Windzu streuen oder ins Wasser zu werfen(Euseb. V 2), oder versenkte die Leichenund Gebeine selbst in die Flüsse oder indas Meer; liess die Begrabenen zu dergleichen Verunehrung wieder ausgraben(Euseb. V 1; YIII 6. 7. 19), mischte diebei dem Verbrennen übrig gebliebenen Ge-beine der hl. Märtyrer unter Thierknochen,damit sie nicht gefunden würden (Sozom.H. e. V 8).

Die näheren Beweisstellen s. bei Gallo-nius De ss. martyr. cruciat., welcher auchnachweist, wie ähnliche Grausamkeitenvon den Arianern und späteren Häretikerngegen die Katholiken geübt wurden. Diediesem Werke beigefiigten Stiche gebendie Gemälde wieder, in welchen PapstGregor XIII in der Kirche S. Stefano inrotondo die verschiedenen Martyrien durchPomerancia darstellen liess. Dieselben Ab-bildungen finden sich bei Mamachi Orig,et antiq. Christ. III und in dessen SchriftDei costumi dei primit. crist. II 232 sqq.Reiches Material über diese Frage findetsich auch in den Noten des Baronius zudem Martyrologium Romanum.

II. Bildliche Darstellungen. Inden drei ersten Jahrhunderten, als dieentsetzliche Wirklichkeit der Martyrienden Gläubigen vor Augen stand und

Ianiculum cum iam madidum, Fora, Rostra,Suburram

cerneret eluvie sanguinis effiliere

(Prudent. Peristeph. XI 45—46), waren,wie die Litteratur, so auch die bildendenKünste mehr darauf bedacht, die Christenauf die ewige Krone der Märtyrer hin-zuweisen, um ihren Mutli zu stärken undin ihnen die Ueberzeugung zu befestigen,

,quod non sint eondignae passiones huiusmundi futurae gloriae' (Rom. 8, 18). DieDarstellung der hl. Märtyrer in der himm-lischen Herrlichkeit, auch die Oranten inder Gesellschaft der Apostel und andererHeiligen (s. d. Art. Orans) gehören indiesen Ideenkreis (de Rossi Bull. 1866, 48).Dem gleichen Zwecke der Ermuthigungdienten die Darstellungen der von denGerechten des A. T. in den Verfolgungenbewiesenen Standhaftigkeit (s. d. Artt. Abra-ham, Daniel, Jünglinge im Feuerofen etc.),welche zugleich ein Vorbild der Glaubens-stärke und einen Hinweis auf den gött-lichen Beistand boten. Das einzige bisj etz t bekannte Bildder drei erstenJahrhunderte istein ausdrucksvol-les Gemälde ausder zweiten Hälftedes 3. Jahrh. imCoemeterium S.

Callisto (de BossiR. S. II 219, tav.

XXI), und auchdieses stellt nichtso sehr eine Mar-terscene als dasmuthige Bekennt-niss eines Märty-rers vor dem heid-nischen Richterdar.

Mit dem Friedender Kirche trateine andere Rück-sicht in den Vor-dergrund. Es galtjetzt, die Gläubi-gen durch das Bei-spiel der Blutzeu-gen vor Lauigkeitund Feigheit indem Kampfe gegendie Versuchungenzu bewahren und

Fig. 213. Martyrium deshl. Achilleus, aus S. Domitilla.

sie zur Verehrungder hl. Märtyrer und zum Vertrauen aufderen Fürbitte zu ermuntern. Demgemässbegegnen uns seit dem 4. Jahrh. bei denchristlichen Rednern und Dichtern ein-| gehende Schilderungen der Qualen derMärtyrer und ebenso Darstellungen der-1 selben in Gemälden, Sculpturen und Me-i daillen. Aus dem 4. Jahrh. stammt dieDarstellung des Martyriums der hhl. Nereusund Achilleus (s. Fig. 213) in Basreliefi auf zwei Säulen des Ciboriums ihres Altar-j grabes, welche 1875 im Coemeterium deri hl. Petronilla gefunden wurden (de Bossi\ Bull. 1875, 8—10, tav. IV). Aus demsel-' ben Jahrhundert oder dem Anfang des