376
Martyrium.
Fig. 212. Uncu8.
Kinnlade ( Euseb. V 24) und das Einschla-gen der Zähne mit Steinen (Euseb. VI 41;VIII 3) und die bis zum Tode fortgesetzteSteinigung (Euseb. V 2). Vgl. dazu Bosio21. 26; Aringhi I 152; II 668. 689; Bol-detti 315 f.; de Rossi R. S. III 621.
9) Das Zerfleischen durch eiserneKrallen (ungulae, Euseb. VI41; VIII 7),Zangen verschiedenerArten, die auch zumAbreissen der Brüsteder Martyrinnen (Euseb.De mart. Palaest. 7)dienten, eiserne Käm-me , Scherben (Euseb.VIII 9), Haken (unci),die auch zum Auf-hängen der Märtyrerdienten, sowie um siezur Hinrichtung zuschleppen.
10) Das Brennenmit glühenden Metall-blechen , Lampen undFackeln (Euseb. VIII12. 13).
11) Das oft langsame Verbrennen inOefen, auf Scheiterhaufen (Euseb. VI 41),in einem glühenden ehernen Stier, aufglühenden Sesseln (Euseb. V 2), Bettenoder Rosten (Euseb. VIII 6), auf brennen-den Kohlen, in glühenden Pfannen (sar-tagines) oder Kesseln (ollae, lebetes), diemit siedendem Oel (Hieron. In Matth. 20),Pech oder Blei, oder frischem Kalk (Eus.VI 41) gefüllt wurden, in welche man diehl. Märtyrer, manchmal mit dem Hauptezuerst, oder nachdem man den Körpermit Gewalt zusammengerollt hatte, hinein-warf; man durchbohrte auch ihre Schläfemit glühenden Nägeln [vgl. dazu Ambros.Exhort. virg. II 9: nos legimus martyrisclavos et multos quidem, ut plura fuerintvulnera quam membra. Einen Schädel jmit durchbohrtem Kopf sammt dem Nagel:sah Olivieri Mein, di s. Terenzio 101; ähn-lich Boldetti 289. 290. 319. 320. Andere:beobachteten in der Katakombe der hl.Katharina zu Cliiusi Cavedoni und Bar-tolini; dazu de Rossi R. S. III 622. K.],setzte ihnen glühende Helme auf und be-kleidete sie mit einer glühenden Tunicaoder wickelte sie in mit Oel getränkteTücher (tunica molesta), die man dannanzündete (Euseb. De mart. Palaest. 4). iAuch zwang man sie, mit blossen Füssenüber glühende Kohlen zu gehen, gossihnen siedendes Blei, Oel, Wachs, Harzä. s. w. in Mund und Ohren, legte ihnenglühende Kohlen mit Weihrauch auf dieHände, damit, wenn sie dieselben fallenHessen, es scheine, als ob sie den Götzen-bildern Weihrauch gestreut hätten.
12) Das Enthaupten mit demSchwert oder Beil und das Erschiessenmit Pfeilen, Durchbohren mit Lanzen(Euseb. VIII 12).
13) Das Peinigen und Tödten mitStacheln (iliaque infestis perfodiunt sti-mulis, Prudent. Peristeph. XI de s. Hippol.108), oder, wie bei dem hl. Cassian, mitden Schreibgriffeln seiner Schüler, mitBohrern.
14) Das Zerschneiden in Stücke,Aufschneiden des Leibes und Heraus-reissen der Eingeweide, oder Hinein-streuen von Schweinefutter in den ge-öffneten Leib, damit die Schweine dieEingeweide mit verzehrten (Gregor. Naz.Contra Iulian. I, n. 87; Migne I 616), dasAusreissen der Zunge, Abhauen der Händeund Füsse, der Nase, der Ohren u. s. w.(Euseb. VIII 11. 12; De mart. Palaest. 2).
15) Das Brandmarken auf die Stirne.
16) Das Herabstürzen in die Tiefe(Euseb. II 25).
17) Das Schleppen über felsigen oderdornigen Boden (Euseb. IV 41) durch wildePferde.
18) Das Tödten durch wilde Thiere,Stiere (Euseb. V 2; VIII 7); auch liessman die hl. Märtyrer von Pferden zer-treten, in Thierhäute genäht von Hundenzerreissen, reichlich mit Oel gesalbt vonMäusen zernagen (Theodoret. II. e. V 38).
19) Das Lebendigbegraben, Er-tränken im Meer und in Flüssen oderBrunnen (Euseb. VIII 12; De mart. Pal.4. 5. 6).
20) Die beschämende Beraubung derKleider, um die Martyrinnen dem Volkenackt zu zeigen, sie so in der Stadt um-herzuführen (Euseb. De mart. Palaest. 9)und Tage lang den Augen Aller preis-zugeben.
21) Das Schleppen der christlichen Jung-frauen in die Höhlen des Lasters, umihnen von den Wüstlingen Gewalt anthunzu lassen (Eus. H. e. VIII 14). Basilius(De vera virg.) berichtet, dass Christus,der göttliche Bräutigam der Jungfrauen,um dessentwillen sie die Qualen des Mar-tyriums erduldeten, die schamlosen Ab-sichten der Gottlosen manchmal vereitelteund seine Bräute vor der Schändungwunderbar bewahrte. So die hl. Agnes,Daria, Euphrasia, Antonina, Theodora,Lucia, Mariana u. s. w.
22) Das Peinigen der Märtyrer durchKälte, indem man sie zur Winterszeitnackt auf das Eis zu liegen zwang (Mart.Rom. 9. Martii; Basil. Horn, de s. XLmart. n. 4; Combefis I, hom. 20).
23) Das Einseliliessen in die über-hitzten Caldaria der Bäder.
24) Die Zwangsarbeit bei den öffent-