Münzen.
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ligen gehaltvollen Artikel über diesen Ge-!genstand in Smiths Dictionary II 1288 f.
YI. M. germanisch-christlicherHerrscher im 6. bis 7. Jalirh. Gleichden byzantinischen fallen streng genom-men auch diese M. ausserhalb des Rah-mens dieser R.-E. Doch seien wenigstensdienothwendigsten Anhaltspunkte gegeben.
a) Die M. der vandalischen Kö-nige von Carthago hat Munter (Antiq.Abh., Kopenh. 1816, 301 f.) behandelt.Im Allgemeinen zeichnen sich diese M.durch grosse Rohheit und durch Abwesen-heit christlicher Embleme aus. Doch giebtMunter a. a. 0. tab. Y 1-2 zwei bereits vonMaffei (Veron. etc. II 235, n. 26) undMuselli (Numismata antiq. II, tab. X 9 ) ver-öffentlichte Kupfer-M. des Genserich;Av.: Ten II SE • AV || GVSTUs, derenRev. die unförmliche Copie eines con-stantinopolitanisclien Golddenars mit dereinen Globus mit Kreuz tragenden Yictoriaund (auf einer) der Ex. cONOB darstellt.Die Echtheit der Stücke scheint indessennicht unzweifelhaft zu sein.
b) Die M. der Ostgothen in Italienhaben kein christliches Emblem, ausserdem Kreuz, welches man auf dem Kleiddes Theodahat auf einigen Kupfer-M.desselben sieht; weiter kommt das Kreuzauf einigen namenlosen Kupfer-M. vor,welche in jener Zeit in Rom geschlagenwurden.
c) Die M. der westgotliisdien Kö-nige in Spanien (vgl. Heiss Mon. desrois Yisigoths d’Espagne) bieten die merk-würdige Erscheinung, dass der arianischeKönig L e u w i g i 1 d das von T i b e r i u s II(574—582) eingeführte, über drei Stufenstehende Kreuz (croix haussee) adoptirte(vgl. auch die M. Chintilla’s, in Narbonnegeprägt, bei Smith and Cheetham II, Mo-ney, pl. VI 43 ) und auch A (0 , was sonstals antiarianisches Symbol gilt, anwandte,während sein orthodoxer Sohn Herme-negild kein christliches Symbol, sonderndie altrömische Victoria mit Ersetzungder Umschrift YICTORIA AVG durch denNamen des Königs oder ein INCLYTVSREX adoptirte; das Smith ’sehe Dict. II1204 vermuthet, dass im Zeitalter Herme-negilds diese geflügelte Yictoria für einenEngel angesehen wurde. Auch die Le-gende IlEGI A DEO YITA ist Ilermene-gild eigen.
d) Auf den M. der Longobardenscheint sich der Uebergang der Victoriaalata zu einem wirklichen Engel, undzwar zur Darstellung des hl. Michael,zu vollziehen. Man vgl. die M. Cuni-perts (677—700) mit dem Rev. SCSMIIIA1IIL bei Smith Dict. pl. YI 44 . Spä-ter wurde dieser Typus vielfach durch ein
Kreuz mit verlängerter Yerticalhasta er-setzt.
e) Altenglische M. Während diegermanischen Fürsten in den übrigen Thei-len Europa’s anscheinend nur Gold-M.schlugen, bedienten sich die BewohnerEnglands, wie vielleicht auch des Nieder-rheins, im 6. und 7. Jahrli. ausschliesslichder Silber-M. (sceatt), welche indessenim äussersten Norden auch durch eineKupfermünze (styca) ersetzt wurde. DieMehrzahl dieser M. besitzt keine zu ent-ziffernde Legende; als die älteste nach-weisbare wird die runische Legende mitdem Namen Paeda’s, eines Sohnes vonPenda (um 655), betrachtet. Die meistendieser Silber-M. sind schlechte Copien rö-mischer M., theilweise mit einem odermehreren Kreuzen, während andere an-geblich (so Dirks Rev. de la Num. Bplge,V" ser. II) heidnische Darstellungen, wieeinen Wuotanskopf, den Fenriswolf, dasMeerungeheuer Jormundgandr u. s. f., auf-weisen (vgl. ihre Aufzählung bei RudingAnnals of the Coinage und Hawkins Eng-lish Silber Coins, 2. ed.). Yon den Stycasist das älteste bekannte Exemplar dieMünze Eyfriths, Königs von Northumbria(670—685), deren Rev. einen Strahlen-kranz und -I - LYX (= Christus lux) zeigt.Auch die englischen Bischöfe fingen frühan, M. zu schlagen; das älteste Beispielist die Münze des Erzbischofs Ecberhtvon York (730—766); von den Erzbischö-fen von Canterbury schlug Jaenberht(763—790) zuerst M.
Eine wesentliche Bereicherung der anglo-säclisischen Münzkunde stellt der merk-würdige Fund von 835 M. dar, welche1884 in dem Atrium der Yestalinnen aufdem Forum Romanum zum Vorschein ka-men und welche de Rossi (D’ un tesoro dimonete anglo-sassoni trovato nel atriodelle Yestali. Dissertazione epistolare dir.al Sgr. Comm. ltod. Lanciani, Roma 1884)im Anhang zu Lanciani's Abh. über dasAtrium der Yestalinnen herausgab. Unterden 835 Stücken befanden sich 830 Silber-denare anglo-sächsischer Könige und Bi-schöfe, und zwar von Alfred d. Gr. (871bis 900) an bis auf Erzbischof Plegmundvon Canterbury (889—923).
f) Fränkische M. Die Serie dermero-wingischen M. stellt sich in höherm Gradenoch als die der Vandalen und Gothenals Herübernahme der römisch-byzantini-schen Typen dar. Das Monogramm be-gegnet uns auf M. Theoderichs I (511)und Childeberts von Paris (vgl. Com-hroux Catal. rais. des monn. nationales).Chlotar I (511) hat den Globus mitKreuz und steht zuweilen mit dem Kreuzin der Hand auf dem Wagen. Unter Theo-