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Zweiter Band. I - Z.
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Namen.

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welche man ihnen von Christenthum undTaufe vortrug. Bezeichnet doch die hl.Schrift selber an zahlreichen Stellen (Röm.6, 2—11; Ephes. 4, 22—24; Kol. 2, 12.13 etc.) das Wesen der Bekehrung undTaufe als ein mystisches Sterben, demeine übernatürliche Belebung durch undin Christus folgt, ein Vorgang, der durchAnnahme eines neuen Namens, als Sinn-bild einer vollständig veränderten neuenLebensweise, seinen kürzesten und präg-nantesten Ausdruck fand. Ohnedies warja die Annahme von Beinamen aus per-sönlichen, örtlichen oder zeitlichen Ver-anlassungen , insbesondere aus Gründender Pietät, bei Heiden und Christen häufiggenug. So hiess der apostolische VaterIgnatius auch Theophorus; Cyprian nanntesich aus Dankbarkeit Caecilius, und Eu-sebius von Caesarea nach seinem FreundePamphilus. Sodann wurde der Namens-wechsel auch dadurch begünstigt, dass erseit Kaiser Caracalla (212) allen Freiengesetzlich erlaubt war, ein Gesetz, dasspäter Diocletian ausdrücklich erneuerte( Goä. Iustin. IX 25). Darum ist die im4. Jahrh. beobachtete Sitte der Katecliu-menen, in der zweiten bez. vierten Fasten-woche dem Bischof den N. zu bezeichnen,welchen sie als Christen führen wollten,gewiss ältern Ursprungs.

Dem scheint allerdings die Thatsaclie zuwidersprechen, dass die christlichen Epi-taphien der drei ersten Jahrhunderte vor-zugsweise heidnische N. geben, ja dasshäufig genug die ,Märtyrer starben, weilsie sich weigerten, den Gottheiten zu opfern,deren N. sie trugen“. Indess darf nichtübersehen werden, dass heidnische, selbstdem Cultus und den Idolen entnommeneN. schon frühzeitig ihren anstössigen Cha-rakter verlieren konnten, wenn eine apo-stolische oder im Rufe der Vollkommen-heit verstorbene Persönlichkeit sie getragen,oder ihr Inhaber gar als Märtyrer gestor-ben war. Darum weist das Vorkommenvon zwei N. für Einen Inhaber auf In-schriften (Muscula quae et Galatea, Asel-lus qui et Martinianus, Macrina quae Io-vina etc.) allerdings darauf, dass einerderselben der ursprünglich bei der Geburtbeigelegte, der andere der Taufname sei(gegen Smith).

Uebrigens ist der t h a t s ä c h 1 i c h e Na-menswechsel bei Bekehrung und Taufe unddie Unterscheidung des ehemaligen heid-nischen vom spätem christlichen N. auchfür die ältere Zeit häufig genug bezeugt.Schon Dionysius von Alexandrien (f 264)führt (bei Euscb. II. e. VII 25) das häu-fige Vorkommen des Namens Johannes inder apostolischen Zeit darauf zurück, dass,Viele aus Liebe, Bewunderung und Nach-

ahmung (gegen den Apostel) und aus Ver-langen, wie er vom Herrn geliebt zu wer-den , diesen N. liebgewannen, wie auchdie Kinder der Gläubigen vielfach Paulusund Petrus genannt werden“. Eusebiusselbst (De mart. Palaest. 11) erzählt vonfünf Aegyptern, sie hätten ihre N. woldesswegen gewechselt, weil sie mit denIdolen zusammenhingen, und sich Elias,Jeremias, Isaias, Samuel und Daniel ge-nannt. Baronius bezeugt den Namens-wechsel bei der Taufe Erwachsener bereitszum J. 259. Von mehreren Märtyrern,die vor dem Richter ihren christlichenund heidnischen N. unterschieden, sei hiernur ein Beispiel aus dem J. 311 genannt:nomine paterno Balsamus dicor, spiritualivero nomine, quod in baptismo accepi,Petrus dicor (Acta Balsam, bei Ruinart).Die Mahnung, bei der Taufe keine welt-lichen, sondern nur die N. von Märtyrernund Heiligen anzunehmen, findet sich beiChrysostomus (Hom. 21 in Genes.) und Theo-doret, sowie in einem angeblichen can. 30des Concils von Nicaea, der allerdings derersten allgemeinen Synode nicht angehört,aber jedenfalls sehr alt ist. Dass er prak-tisch befolgt wurde, dafür haben die Fort-setzer des Eusebius schon zahlreiche Bei-spiele ( Socr. II 2 etc.).

Wir geben im Folgenden nach dem Vor-! gang von Martigny und Smith eine Ueber-j sicht über die gebräuchlichsten N. der! alten Christen, soweit sie durch Inschrif-'< ten auf Monumenten bezeugt sind. Bei| dem dermaligen Zustand des römischenI Martyrologiums scheint es angemessener,

I diejenigen N., welche bloss durch die Lit-teratur überliefert sind, ausser Betrachti zu lassen. Der Gleichförmigkeit wegen! behalten wir das vom englischen Gelehrten| adoptirte Schema Martigny’'s gleichfalls bei.i Danach sind vor Allem zwei grosse Klas-| sen von N. zu unterscheiden: solche,

\ welche die Christen mit den Heiden ge-; mein hatten, und spezifisch christliche N.i A. Namen, welche Christen undHeiden gemeinsam führten.

1) Aus der heidnischen Mytho-logie finden wir fast den gesammtenOlymp unter den Christen-N. der erstenJahrhunderte.

Afrodisia (Wilmanns 4793).

Für den N. Apollo begegnen wir nicht! bloss dem apostolischen Inhaber desselben(I Kor. 16, 12), der noch im 6. Jahrh.

1 wiederkehrt (de Rossi I 1013), sondernj daneben noch Apollinaris (Marangoni Actai s. Vict. 122), Apollinaria (Muratori The-1 saur. 1830, 6), Apollonius und Apollonia.Von der griechischen Form des Namens: bildete sich Plxoebe (Röm. 16, 1) und Py-thius (Acta s. Vict. 83).