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Namen.
Spott-N. die Heiden (vos Nazareni, Prud.Perist. Y 25 u. X 28). Der SpottnameGalilaei war ein Lieblingsausdruck Iuliansdes Apostaten, der sogar durch eine be-sondere Verordnung die Christen Galiläerzu nennen befahl (Greg. Naz. Or. III 8;vgl. Sozom. Hist. eccl. V 16, V 4). “Wei-teres s. bei Bingham Antiq. eccles. I 17;Mamachi Orig, et antiq. 97. Schliesslichsei noch erwähnt der Spottname Graeci,der darin seinen Grund hat, dass dieChristen sich vielfach des griechischenPalliums (s. d. Art.) statt der römischenToga bedienten (vgl. Kortholt Pag. obtr.467). Da die mit dem Pallium bekleidetengriechischen Philosophen nach Tatian (Or.ad Graec. c. 7) vielfach Schwindler waren,so wurde der Ausdruck Graecus einSchimpfwort, das auch auf die Christenüberging. *
III. Den Heiden ahmten in Er-findung und Gebrauch von Spott-und Schimpf-N. die Häretikernach.
1) Die Manichäer, welche sich selbstdie Auserwählten und Beinen benannten,belegten die Katholiken mit dem Spott-N.simplices und die katholischen Bischöfetitulirten sie magistri simpliciorum (Sozom.H. e. IX 3). Auch die Valentinianernannten die Katholiken mit demselbenSpott-N. ,Simplices notamur apud illos 1(Tertull. Adv. Valent, c. 2).
2) Die Chili asten, welche in ihrenPhantasieen vom tausendjährigen ReichChristi die dahin zielenden Ausdrücke derhl. Schrift (Apoc. 20, 4) buchstäblich deu-teten, nannten ihre, diese Stellen geistigauslegenden Gegner allegoristae (Euseb.II. e. VII 24; vgl. Dittrich Dionys, d. Gr.von Alex. 68 1F.).
3) Die Secte der Novatianer, welchesich gegen die angeblich zu grosse Mildedes Papstes Cornelius gegen die Gefal-lenen auflehnten (liefeie Conc.-Gesch. 2. A.I 114), benannte die Katholiken mit denSpott-N. Corneliani (Eulog. bei Phot. Cod.CCLXXX), Apostatae, Capitolini, weil siediejenigen, welche auf dem Capitol ge-opfert , nach geschehener Busse wiederaufnahmen. Die Synode von Carthago (252),welche beschlossen hatte, den Reumiithi-gen sei die Communion nicht zu verwei-gern, nannten sie Synedrium und danachdie, welche diesen Beschlüssen gehorchten,Synedriani. Alle diese Spott-N. sind an-geführt in Pacian. Ep. II ad Symphorian.
4) Von den Montanisten wurden dieKatholiken mit dem Spott-N. «j/o/ixof(carnales) beehrt; sie selbst nannten sichdie Geistigen (spirituales). Bei Tertullian,der zu ihnen abfiel, kommt der Namepsychici wiederholt vor: ,nos quidem agni-
tio Paracleti disiunxit a psychicis (Tertull.Adv. Prax. c. 1; vgl. De monogam, c. 1.11 u. 16). Er schrieb sogar De ieiuniisadv. psychicos. Denselben Spott-N. adop-tirten die Valentinianer, welche sich dieGeistigen und Vollkommenen, die Katho-liken die “Weltlichen und Fleischlichen(saeculares et carnales) nannten (IrenaeusAdv. haer. I 11).
5) Die Arianer bedienten sich derSpott-N. Eustathiani, Pauliniani, Athana-siani (von den katholischen Bischöfen Eu-stathius und Paulinus von Antiochien undAthanasius von Alexandrien) und Homo-ousiani. Pseudo-Ckrysostomus (In Matth.)spricht sogar von einer haeresis homo-ousianorum.
6) Von den Aetianern (einer ariani-schen Secte) wurden die Katholiken ’/ p o-vtxai = temporarii (Hinfällige), von denApollinaristen anthropolatrae (Menschen-anbeter) betitelt.
7) “Weil die Katholiken behaupteten,dass der Leib des (am jüngsten Tage)Auferstandenen, wenn auch verklärt, dochdem “Wesen nach derselbe sei, wie er aufder Erde gewesen, so belegten die Ori-genisten erstere mit den Spott-N. cptXo-udpxai (amici carnis, Hieron. Ep. 2 adPammacli.) und itr,XouCTi<üTai (substantialuteos, quod in luto huius corporis con-stituti, Hieron. Comm. in Ierem. c. 14).
8) Des abscheulichsten Schimpfwortesbediente sich gegen die Katholiken dieschismatische, zelotische Secte der Luci-ferianer, welche die Kirche mit einerim 16. Jahrh. wieder aufgetauchten Schmä-hung: lupanar et synagoga Antichristi etSatanae, benannten (Hieron. Adv. Lucifer.c. 5).
Schliessen wollen wir die lange Auf-zählung der von Juden, Heiden, Häreti-kern und Schismatikern vorgebrachtenSchimpf- und Spott-N. mit der schönenStelle bei Gregor. Naz. (Invect. in Iulian.II 1): ,was haben genützt die Voraus-sagungen unseres Untergangs; was ge-nützt Verfolgungen und Drohungen, wasgenützt Schmähreden und Spottnamen,was sogar das Verbot des Namens (Chri-sti) ? Einem Traume ähnlich sind vorüber-gegangen die Prahlereien der Gottlosen(xognaagava äaeßöiv)) münz.
IV. Eigen-N. der er*sten Chri-sten. Hatte der Heiland die Auszeich-nung des Apostelfürsten mit der Aende-rung seines Namens Simon in Petrus be-gonnen (Job. 1, 42) und der Völkeraposteldieses Beispiel, ob aus Demuth oder ausfreundschaftlicher Zuneigung, befolgt, in-dem er sich statt Saulus Paulus nannte,so legte sich diese Praxis für alle Neo-phyten überhaupt aus den Begriffen nahe,