Narthex — Natalis.
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NARTHEX, s. d. Art. Basilika I 122.
NATALIS, sc. dies (natale, natalitium),\ln Inschriften, Martyrologien und Kalen-darien, abgekürzt N., N., KT., KAT., hatin der altkirchlichen Sprache mehrfacheBedeutung gehabt und hat sie in der Li-turgie theilweise noch.
1) Während die classischen Römer mitK. den Geburtstag oder Eintritt insFleisch bezeichneten, bedeutet es in deralten Kirche am häufigsten den Sterbe-tag eines Gläubigen, insbesondere deneines Märtyrers, also technisch soviel alsdies martyrii oder passionis. Die Griechensagten entsprechend (rjpipa) yevEÖXio;, oderbloss yEVE&Xtov,- daher oft ysvEfiXia tüjv pap-xopiov = natalitia martyrum. So heisst esschon in der Epist. eccl. Smyrn. De mart.Polycarp. c. 18: seinen Todestag (rqvxoü papxopiou aöxoü fjpEpav 7 eveoXiov)begehen wir mit Freuden. Fragen wirnach dem Grunde dieser eigenthüm-lichen Benennung des Todestages als Ge-burtstag, so meinen Einige, die Heidenhätten bereits das Wort K. in dem all-gemeinen Sinn von Festtag gebrauchtund in dieser verflachten Bedeutung seidas Wort in das Christenthum übergegan-gen und erst später habe man ihm diechristliche Idee unterschoben. So theil-weise auch Probst Discipl. der drei erstenJahrh. 129 (das aus Mommsen De collegiis112 beigebrachte Citat: in natali Caesenni. . . heisst nicht am Todestag, sondern amGeburtstag des verstorbenen Cae-sennius). Dies ist irrig. Wo immer dasWort K. oder ein Aequivalent bei denRömern für Fest steht, ist jedesmal derGedanke: Geburt, Ursprung, Entstehung,klar damit verbunden, so in K. (-e) urbis= Gründungstag, Geburtstag der Stadt(Rom) und Aehnliclies. Es ist aus derclassischen Litteratur keine Stelle anzu-führen , wo K. (-e) Festtag schlechthinbedeutet. . In Stellen, wie derjenigen, aufwelche Probst a. a. 0. sich beruft, heisstK. nicht Todestag, sondern Geburtstagvon Verstorbenen, den man festlichbeging (vgl. Pauli / Real-Encykl. V 422 f.).Aber abgesehen hiervon stehen dagegenaus der christlichen Litteratur vom 2. bisfl. Jahrh. zahlreiche Stellen zur Verfügung,welche zeigen, dass die Christen von An-fang an und in allen Jahrhunderten derneuen, echt christlichen Idee, welche sie"mit K. verbanden, lebendig bewusst wa-ren. Uebrigens dürften Bibelstellen, wieRöm. 7, 24, wo das christliche Dogma,dass der leibliche Tod den Eintritt in diewahre Heimat bedeutet, grundgelegt ist,den ersten Anlass zu jener christlichenVorstellung von K. gegeben haben, wie ja
schon der oben citirte Brief der SmyrnaerKirche den Todestag der Märtyrer alseinen Freudentag charakterisirt, was erin der Kirche bis heute geblieben ist.Zur Auffassung der Bedeutung von K. nureinige Stellen. Ambros. Serm. de depos.Euseb.: ,unde et depositionis ipsa diesnatalis dicitur, quod debitorum carcereliberati (vgl. Rom. 7, 24) libertati nasci-mur salvatoris 1 , und ebenda: ,nam ideohaec dies- pro celebritate maxima procu-ratur, quia vere est summa festivitas mor-tuum esse vitiis, soli vivere iustitiae.“ Be-sonders kräftig Tertullian Ad Scorp. c. 15:,tunc Paulus civitatis Romanae consequiturnativitatem, cum illic martyrii renasciturgenerositate. 1 Euseb. Hist, eccles. IV 15und Vita Const. IV 23, wo Bußn fjpipa7svsftXioc geradezu mit dies passionis über-setzt. Pseudo-Orig. Comm. in lob 1. III:,nos non nativitatis diem (wie die Heiden)celebramus, cum sit dolorum atque omniumtentationum introitus, sed mortis diem ee-lebramus utpote omnium dolorum deposi-tionem . . . Diem mortis celebramus, quianon moriuntur hi, qui mori videntur. 1Aehnlich Chrysologus Serm. 129: ,natalemsanctorum cum auditis, carissimi, noliteputare dici illum, quo nascuntur in terramde carne, sed de terra in coelum . . ., decruciatibus in delicias etc. Aehnlich Äug.Serm. 10 de sanctis und In Ps. 39. Cae-sarius Hom. 10 de s. Genes.: ,beatorummartyrum passiones nalales vocamus diesetc.‘, denn ihr Martyrium gebar sie derEwigkeit (genuit acternitati). Schliesslichzwei Inschriften statt vieler: SANCTISMARTYRIBVS TIBVRTIO || BALERIA-KO ET MAXIMO QVORVM || KAT ALES(-is) EST XVIII KAL MAIAS (vgl. Ma-zochi In vetus marmor. eccles. Neapolit.Comm., Neap. 1733, 207) und: PAREN-TES FILIO MERCVRIO FECE || RVNTQVI VIXIT ANN V ET MENSES VIII|| NATVS (= gestorben) IN PACE IDFEBR (vgl. Mamachi Orig. II 230; Ma-rangoni Act. s. Vict. 88). — Allmälig ka-men zur Unterscheidung die Ausdrückenatale genuinum, natale de nativitate ( Ma-zochi 1. c. 17) für den wirklichen Geburts-tag, und natale allein oder mit Zusätzenwie passionis, de passione, abgekürzt NP,i für den Todestag in Uebung. Anfänglichward natale nur von den Sterbetagen der! Märtyrer gebraucht; wenn jedoch Tertul-| lian De coron. c. 3 sagt: ,oblationes pro| defunctis pro natalitiis annua die facimus 1 ,so scheinen bereits die Todestage vonNichtmartyrern ebenfalls alljährlich ge-, feiert worden zu sein.
| Pagi ad Baron. Annal. 67, n. 23 hatteden Satz aufgestellt: N. bedeute in den! Kalendarien gewöhnlich den Tag der
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