Is'eujahrsgesehenke.
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einander die Abwehr alles Uebels nnd Be-1Währung vor allem Schlimmen wünschteund zugleich andeutete, dass man als einvir strenuus sich in Allem bethätigen möge.Die Zweige wurden desshalb immer nochim Haine der Göttin Strenia, der Personi-fication der Stärke und Rüstigkeit, ge-brochen ( Marquardt Staatsverwaltung III170, A. 8; Festus 313 a, 28). Die Geschenkebestanden, wie gesagt, ursprünglich ausGaben aus dem Pflanzenreiche, später ausverschiedenen Esswaaren, z. B. Datteln,Honig u. dgl. Bald aber ging man wei-ter; man beschenkte sich mitKunstgegenständen aus Erz,Silber und Gold, mit Haus-geräthschaften, Schreibmate-rialien, Büchern und Klei-dern. Es wurde förmlicherLuxus damit getrieben. Meh-rere dieser Gegenstände, wieMedaillen, Lampen, Frag-mente von Metall und ge-brannter Erde etc. (s. Fig.323) haben sich bis auf unserhalten, einzelne mit In-schriften, wovon die gewöhnlichste war:ANNVM • NOYVM • FAYSTYM • FELI-CEM • TIBI ( Caylus IY 286, pl. LXXXYIF).Ungewöhnlicher ist die auf einem geschnit-tenen Stein befindliche Schrift: Z11CA1CAKAKIN (vivas sine malo; ebd. IY 135).Auf einem Fragmente von gebrannter Erdewünscht ein Römer sich selbst und seinem
Fig. 323. Gefasszur Aufnahmevon Strenae {?).
l'ig. 324. Strena, dem Kaiser Commodus dargebraoht(Gort TUes. dipt. I 202).
Sohne ein glückliches neues Jahr mit derInschrift: ANNVM • NOYYM • FAYSTYM •FELICEM • MIHI • ET • FILIO (CaylusIV 286). Diese N. wurden den Kaisern,Magistratspersonen, Priestern, Patronen,reichen, angesehenen Personen u. dgl. ge-geben: ein Beispiel bietet (Fig. 324) einevon Gort (Thes. dipt. I 202) publicirteKrystall-Tessera, welche laut der bei-gegebenen Münze dem Kaiser Commodusübergeben war. Die Kaiser pflegten, wieTiberius, diese Geschenke vierfach zu er-setzen, aber da das Unwesen mit den Ge-
schenken oft den ganzen Januar hindurchdauerte, so beschränkte Tiberius das Gebender Geschenke auf den 1. Januar und gabin der Folge selbst keine Geschenke mehrzurück ( Sueton . In Tib. c. 34). Nach Ana-logieen ist leicht zu vermuthen, dass der-artige N. mit Emblemen des heidnischenGöttercultus verziert waren. Dies und derganze paganistische Ursprung der strena-rum, sowie deren abergläubische Deutungj musste die Kirche und ihre Lehrer ver-j pflichten, die Gläubigen vor der Theil-nahme an der heidnischen Sitte der stre-narum ernstlichst zu warnen. Doch kames auch unter den Christen vor, dass z. B.Schüler ihren Lehrern N. gaben, was Hie-ronymus (In Ephes. 6, 4) tadelt. Augustinus(Serm. 198) spricht von den verwerflichenNeujahrsgebräuchen und giebt den Chri-sten den guten Rath, statt der N. (Strenae)Almosen zu geben, statt der unzüchtigenGesänge sich an der Lesung der hl. Schrif-ten zu erquicken, statt in das Theater indie Kirche zu eilen, und statt sich zu be-rauschen, zu fasten. Als teuflischen Ur-sprunges verdammt die N. heidnischerSitte Caesar. Arelat. (Serm. 129 in Augu-stin. Opp. append.) mit den Worten: ,suntenim, qui Calendis Ianuar. auguria Ob-servant . . . diabolicas etiam strenas etab aliis accipiunt et ipsi aliis tradunt etc.‘In ähnlichem Sinne ist der erste Kanondes Conc. Antissiodor. v. J. 613 gehalten:,non licet Calendis Ianuarii . . . strenasi diabolicas observare. 1 Das verwerfendeUrteil der Kirche über die Strenae grün-dete sich aber nicht bloss auf die idolo-latrische Seite derselben, sondern auchauf die durch den übertriebenen Luxusgeschädigten socialen Verhältnisse; man-cher minder vermögliche Familienvatermusste durch die kostspieligen Gaben fürsich und seine Familie grosse Einbusseerleiden, während der Reiche nur vonseinem Ueberflusse und da wenig genug'gab. Von diesem Standpunkte aus eiferngegen die N. Maximus Turon. in einerHomilie bei Mabillon Iter italic. t. II 18und Hieronymus an der oben angeführtenStelle, wo er die Strenae der Schüler undähnliche Geschenke als sordida scortabrandmarkt. Nach Binterim Denkwürdig-keiten V, 1, 541 hingen die christlichenN. mit den ,Christgeschenken 1 des Weih-nachtsfestes zusammen. ,Denn die Altenfingen von dem Weihnachtsfeste ihr JahrI an. Da man nun später mit dem 1. Ja-nuar das neue Jahr anfing, so wurde derGebrauch, die Christgeschenke auszuthei-len, auch auf diesen (1. Jan.) übertragen 1— eine Ansicht, welcher der ältere, selb-ständige Charakter der N. widerspricht.Vgl. M. Lipenius Strenarum hist., in Graevii